StatPearls2026

Seidel-Test bei Augentrauma: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie beschreibt den Seidel-Test als wichtiges diagnostisches Instrument bei okulären Traumata. Der Test dient dem Nachweis eines Kammerwasserlecks aus der Vorderkammer des Auges.

Ein solches Leck entsteht durch Defekte in der Hornhaut (Kornea) oder Lederhaut (Sklera). Ursachen können traumatische Verletzungen, postoperative Komplikationen oder Hornhautdegenerationen sein.

Etwa 38 bis 52 Prozent der ophthalmologischen Notaufnahmebesuche sind auf Augentraumata zurückzuführen. Eine präzise und schnelle Diagnostik ist laut Leitlinie entscheidend, um das Sehvermögen der Betroffenen zu erhalten.

Empfehlungen

Indikationen

Die Leitlinie empfiehlt die Durchführung des Seidel-Tests bei Verdacht auf ein orbitales Trauma mit möglichem Kammerwasserleck. Zu den spezifischen Verdachtsmomenten zählen:

  • Pupillendefekte oder Risswunden am Augenlid

  • Eine flache Vorderkammer oder Blut in der Vorderkammer (Hyphäma)

  • Bullöse subkonjunktivale Blutungen

  • Verdacht auf postoperative Lecks oder Hornhautperforationen

Durchführung

Für die Untersuchung werden laut Leitlinie ein Fluoreszein-Streifen, ein topisches Lokalanästhetikum und eine Spaltlampe mit kobaltblauem Licht benötigt. Es wird empfohlen, die Raumbeleuchtung zu dimmen, um die Untersuchung bei Photophobie zu erleichtern.

Die Leitlinie beschreibt folgenden Ablauf:

  • Applikation des topischen Anästhetikums

  • Befeuchtung des Fluoreszein-Streifens mit physiologischer Kochsalzlösung

  • Auftragen des Fluoreszeins oberhalb der Läsion oder im oberen Bindehautgewölbe

  • Aufforderung an die untersuchte Person zu blinzeln, um den Farbstoff zu verteilen

  • Visualisierung unter kobaltblauem Licht

Interpretation

Ein positiver Seidel-Test zeigt sich durch eine leuchtend grüne Fluoreszenz, die durch die Verdünnung des Farbstoffs mit Kammerwasser entsteht. Die Leitlinie beschreibt dies oft als wasserfallartiges Herabströmen. Ein positives Ergebnis belegt eine durchgreifende Verletzung von Hornhaut oder Sklera.

Es wird darauf hingewiesen, dass falsch-negative Ergebnisse möglich sind. Diese treten beispielsweise bei selbstverschlossenen Defekten, durch Gewebe verstopften Risswunden oder retrobulbären Rupturen auf. Bei anhaltendem Verdacht auf eine Bulbusruptur und negativem Seidel-Test wird eine CT-Untersuchung der Orbita empfohlen.

Notfallmanagement bei positivem Befund

Ein positiver Seidel-Test stellt laut Leitlinie einen augenärztlichen Notfall dar. Es wird eine sofortige ophthalmologische Konsultation zur chirurgischen Versorgung empfohlen.

Zur Vermeidung weiterer Schäden formuliert die Leitlinie folgende Maßnahmen:

  • Keine Manipulation am Auge, keine Messung des Augeninnendrucks und kein Ultraschall

  • Abdeckung des Auges mit einer Metallklappe (Fox-Schild) ohne Druckausübung (kein Augenverband)

  • Bettruhe und Vermeidung von Augeninnendrucksteigerungen (kein Valsalva-Manöver, Bücken oder Heben)

  • Erwägung von Antiemetika, Schmerzmitteln und Tetanusprophylaxe

Antibiotische Prophylaxe

Zur Prävention von Infektionen bei offenen Augenverletzungen empfiehlt die Leitlinie eine intravenöse Antibiotikatherapie. Intravitreale Antibiotika werden ausdrücklich nicht empfohlen.

Klinische SituationEmpfohlene Antibiotika
Ohne intraokularen Fremdkörper (1. Wahl)Fluorchinolon
Ohne intraokularen Fremdkörper (2. Wahl)Vancomycin und Ceftazidim
Mit intraokularem FremdkörperCeftazidim und Vancomycin
Bei PenicillinallergieCiprofloxacin und Vancomycin

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen für die Durchführung des Seidel-Tests:

  • Offensichtliche Bulbusruptur

  • Offensichtliche durchgreifende Augenlazeration

  • Offensichtliche Hornhautperforation

  • Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Fluoreszein-Farbstoff

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💡Praxis-Tipp

Ein negativer Seidel-Test schließt eine Bulbusruptur nicht sicher aus, da sich kleine Defekte bereits selbst verschlossen haben können oder retrobulbäre Rupturen vorliegen. Bei anhaltendem klinischem Verdacht wird laut Leitlinie eine CT-Untersuchung der Orbita empfohlen, um okkulte Verletzungen oder intraokulare Fremdkörper zu identifizieren.

Häufig gestellte Fragen

Der Test ist positiv, wenn das aufgetragene Fluoreszein durch austretendes Kammerwasser verdünnt wird. Dies zeigt sich unter kobaltblauem Licht als leuchtend grüner, oft wasserfallartiger Flüssigkeitsstrom.

Laut Leitlinie müssen Kontaktlinsen vor der Untersuchung zwingend entfernt werden, da Fluoreszein diese dauerhaft verfärbt. Nach der Untersuchung sollte das Auge gespült werden und die Linsen für etwa eine Stunde nicht eingesetzt werden.

Nein, die Leitlinie rät strikt von der Messung des Augeninnendrucks oder der Durchführung eines Ultraschalls ab. Jede Manipulation am Auge muss vermieden werden, um weitere Schäden zu verhindern.

Es wird empfohlen, das Auge mit einer formstabilen Metallklappe (Fox-Schild) abzudecken. Ein herkömmlicher Augenverband darf laut Leitlinie nicht verwendet werden, da dieser Druck auf den Bulbus ausüben könnte.

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Quelle: StatPearls: Seidel Test (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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