Quincke-Zeichen bei Aorteninsuffizienz: StatPearls
Hintergrund
Das Quincke-Zeichen (auch Quincke-Puls) beschreibt sichtbare Kapillarpulsationen, die bei leichtem Druck auf das Fingernagelbett auftreten. Dabei kommt es zu einem abwechselnden Erröten und Abblassen des Nagelbetts mit jeder Pulswelle.
Der Text von StatPearls ordnet dieses Phänomen historisch dem deutschen Arzt Heinrich Quincke zu, der es 1868 erstmals beschrieb. Es gilt als eines von über 30 klassischen Eponymen, die mit einer chronischen, schweren Aorteninsuffizienz assoziiert sind.
Pathophysiologisch entsteht das Zeichen durch eine vergrößerte Blutdruckamplitude, ein erhöhtes systolisches Schlagvolumen und einen raschen Abfall des arteriellen Drucks. Die Sichtbarkeit kann durch den Einsatz von Beleuchtung verstärkt werden.
Empfehlungen
Klinische Einordnung und Diagnostik
Laut Text ist das Quincke-Zeichen nicht pathognomonisch für eine Aorteninsuffizienz. Es wird beschrieben, dass auch sogenannte Pseudo-Quincke-Pulse auftreten können, beispielsweise bei Personen mit Keratodermie durch sklerodaktylische Kompression.
Bei Verdacht auf eine Herzklappenerkrankung aufgrund körperlicher Untersuchungsbefunde wird eine weiterführende Diagnostik empfohlen. Der Text betont die Notwendigkeit einer objektiven Bestätigung mittels transthorakaler Echokardiografie (TTE).
Weitere klinische Zeichen
Neben dem Quincke-Zeichen listet der Text weitere klassische Untersuchungsbefunde bei schwerer Aorteninsuffizienz auf:
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De-Musset-Zeichen (Kopfnicken synchron zum Puls)
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Corrigan-Puls (schnell aufsteigender und abfallender Karotispuls)
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Duroziez-Zeichen (Pistolenschuss-Geräusche über der Arteria femoralis bei Kompression)
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Becker-Zeichen (sichtbare Pulsation der Retinalarterien)
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Müller-Zeichen (Pulsation der Uvula)
Anmerkung zum Hill-Zeichen
Das traditionell gelehrte Hill-Zeichen wird laut Text mittlerweile als Artefakt der Blutdruckmessung an den unteren Extremitäten betrachtet. Einige Autoren empfehlen daher die Streichung aus der Liste der klassischen Diagnosezeichen.
💡Praxis-Tipp
Der Text weist darauf hin, dass das Quincke-Zeichen allein nicht beweisend für eine Aorteninsuffizienz ist und auch als Pseudo-Quincke-Puls bei anderen Hauterkrankungen auftreten kann. Es wird betont, dass klinische Verdachtsdiagnosen von Herzklappenerkrankungen stets durch eine transthorakale Echokardiografie objektiviert werden müssen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Text wird ein leichter Druck auf die Spitze des Fingernagelbetts ausgeübt. Bei einem positiven Befund zeigt sich ein abwechselndes Erröten und Abblassen synchron zum Puls.
Das Zeichen wird klassischerweise mit einer chronischen, schweren Aorteninsuffizienz in Verbindung gebracht. Der Text beschreibt es als Folge der vergrößerten Blutdruckamplitude und des erhöhten Schlagvolumens.
Nein, der Text stellt klar, dass das Zeichen nicht pathognomonisch ist. Es wird eine Bestätigung der Diagnose mittels transthorakaler Echokardiografie empfohlen.
Das Hill-Zeichen beschreibt eine systolische Blutdruckdifferenz von über 20 mmHg zwischen Arm und Bein. Der Text merkt an, dass dies heute als Messartefakt gilt und nicht mehr als klassisches Diagnosezeichen herangezogen werden sollte.
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Quelle: StatPearls: Quincke Sign (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.