Pulmonalarterienkatheter (PAK): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt die Pulmonalarterienkatheterisierung (PAK) als diagnostisches Verfahren zur hämodynamischen Überwachung. Dabei wird ein Katheter über eine zentrale Vene in die rechte Herzhälfte und weiter in die Pulmonalarterie vorgeschoben.
Obwohl die Anwendungshäufigkeit des PAK bei kritisch kranken Patienten zugunsten der weniger invasiven Echokardiografie abgenommen hat, bleibt das Verfahren klinisch relevant. Es dient weiterhin der Beurteilung von rechtsseitigen Füllungsdrücken, dem Herzzeitvolumen und dem Gefäßwiderstand.
Der klassische Swan-Ganz-Katheter verfügt über vier Lumina sowie einen Thermistor. Dies ermöglicht die simultane Messung verschiedener Drücke, die Bestimmung des Herzzeitvolumens mittels Thermodilution sowie die Blutentnahme zur Messung der gemischt-venösen Sauerstoffsättigung.
Empfehlungen
Die Publikation nennt folgende Kernaspekte für den Einsatz des Pulmonalarterienkatheters:
Indikationen
Laut Text wird die Anlage eines PAK für folgende klinische Szenarien beschrieben:
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Evaluation und Diagnostik der pulmonalen Hypertonie
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Differenzierung der Schockätiologie (z. B. kardiogen vs. septisch) anhand der gemischt-venösen Sauerstoffsättigung (SvO2)
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Beurteilung des Volumenstatus bei schwerem Schock
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Evaluation von Perikarderkrankungen wie Herztamponade oder Pericarditis constrictiva
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Beurteilung von rechtsseitigen Klappenerkrankungen, angeborenen Herzfehlern oder Shunts vor geplanten chirurgischen Eingriffen
Durchführung und Vorbereitung
Es wird eine strenge Einhaltung steriler Kautelen sowie das Tragen von Schutzausrüstung (sterile Handschuhe, Maske, Kittel) gefordert. Die Platzierung erfolgt in der Regel unter Durchleuchtung oder sonografischer beziehungsweise echokardiografischer Kontrolle am Krankenbett.
Katheteraufbau und Messpunkte
Der Text beschreibt die spezifischen Funktionen der Katheterbestandteile wie folgt:
| Lumen / Port | Position | Funktion |
|---|---|---|
| Proximal (Blau) | Rechter Vorhof | Messung des zentralvenösen Drucks (ZVD), Infusionen |
| Infusion (Weiß) | Rechter Vorhof | Infusionen |
| Distal (Gelb) | Pulmonalarterie | Messung des Pulmonalarteriendrucks, Entnahme von gemischt-venösem Blut |
| Ballon (Rot) | Pulmonalarterie | Inflation zur Platzierung und PCWP-Messung |
| Thermistor | Proximal der Spitze | Bestimmung des Herzzeitvolumens mittels Thermodilution |
Kontraindikationen
Die Quelle nennt folgende absolute Kontraindikationen für die Anlage eines Rechtsherzkatheters:
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Aktive Infektion an der geplanten Insertionsstelle
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Vorhandensein eines rechtsventrikulären Assist-Device (RVAD)
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Fehlende Einwilligung des Patienten
Als relative Kontraindikation wird ein bestehender Linksschenkelblock beschrieben. In diesem Fall besteht das Risiko eines kompletten Herzblocks durch einen katheterinduzierten Rechtsschenkelblock.
Komplikationen
Der Text warnt vor verschiedenen verfahrensassoziierten Risiken:
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Arrhythmien (atrial oder ventrikulär) durch mechanische Reizung der Herzwände
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Gefäßruptur bei Balloninflation (Mortalität von 30 % bis 70 % bei Pulmonalarterienruptur)
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Pneumothorax oder Hämatothorax (insbesondere bei Zugang über die Vena subclavia)
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Lungeninfarkt bei zu langer Balloninflation oder Kathetermigration nach distal
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Thromboembolien durch Entzündungen oder Infektionen am Katheter
💡Praxis-Tipp
Bei Patienten mit einem vorbestehenden Linksschenkelblock wird im Rahmen der Katheteranlage besondere Vorsicht angeraten. Da die mechanische Reizung einen passageren Rechtsschenkelblock auslösen kann, wird die prophylaktische Anlage eines temporären Schrittmachers empfohlen, um einen kompletten AV-Block zu vermeiden. Zudem wird vor einer zu langen Inflation des Ballons gewarnt, da dies zu einem Lungeninfarkt oder einer lebensbedrohlichen Gefäßruptur führen kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut Text wird der Katheter vor allem zur Diagnostik der pulmonalen Hypertonie, zur Differenzierung von Schockformen und zur Beurteilung komplexer rechtsventrikulärer Erkrankungen eingesetzt. Bei vielen anderen Indikationen wird er zunehmend durch die weniger invasive Echokardiografie ersetzt.
Die Publikation beschreibt die Messung des zentralvenösen Drucks (ZVD), des rechtsventrikulären Drucks sowie des Pulmonalarteriendrucks. Durch Inflation des Ballons kann zudem der pulmonalkapilläre Verschlussdruck (PCWP) als indirektes Maß für den linksventrikulären Füllungsdruck ermittelt werden.
Der Text warnt insbesondere vor der Ruptur der Pulmonalarterie, die bei der Balloninflation auftreten kann. Diese Komplikation geht mit einer sehr hohen Mortalitätsrate von 30 bis 70 Prozent einher.
Bei der Passage des Katheters durch den rechten Ventrikel kann es mechanisch bedingt zu einem passageren Rechtsschenkelblock kommen. Bei einem bereits bestehenden Linksschenkelblock führt dies laut Quelle zu einem kompletten Herzblock.
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Quelle: StatPearls: Pulmonary Artery Catheterization (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.