Pressure Support Ventilation (PSV): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die Pressure Support Ventilation (PSV) ist ein Beatmungsmodus, der darauf ausgelegt ist, die Spontanatmung zu unterstützen. Laut der StatPearls-Zusammenfassung handelt es sich um eine patientengetriggerte, drucklimitierte und flowgesteuerte Beatmungsform.
Jeder Atemzug wird mit einem konstanten positiven Druck unterstützt. Das Ausmaß der Ventilation hängt dabei maßgeblich von der Lungencompliance und dem Atemantrieb der behandelten Person ab.
Der Modus wird häufig eingesetzt, um den Atemwegswiderstand durch den Tubus zu überwinden und die Atemarbeit (Work of Breathing) zu reduzieren. Er findet sowohl bei der Entwöhnung von der maschinellen Beatmung (Weaning) als auch bei der nicht-invasiven Beatmung (NIV) auf der Intensivstation Anwendung.
Empfehlungen
Die Literatur beschreibt detaillierte Vorgehensweisen für den Einsatz der Pressure Support Ventilation.
Beatmungseinstellungen
Die Wahl des inspiratorischen Drucks richtet sich nach den individuellen ventilatorischen Bedürfnissen:
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Ein Druck von weniger als 5 cm H2O wird primär genutzt, um den Atemwegswiderstand des Tubus und des Beatmungssystems zu überwinden.
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Höhere Drücke (bis zu 20 cm H2O) werden eingesetzt, um die Atemarbeit aktiv zu erleichtern.
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Bei einer Druckunterstützung, die Tidalvolumina von 10 bis 12 ml/kg generiert, übernimmt das Beatmungsgerät die gesamte Atemarbeit.
Weaning-Strategien
Für die Entwöhnung von der maschinellen Beatmung wird PSV als zentrale Strategie hervorgehoben. Ein schrittweiser Rückzug der Druckunterstützung wird beschrieben, um die Muskelkraft und Ausdauer zu fördern.
Die Autoren vergleichen verschiedene Weaning-Methoden hinsichtlich ihrer Charakteristika und Erfolgsraten:
| Weaning-Methode | Dauer des Trials | Erfolgsrate (Extubation) | Physiologische Effekte |
|---|---|---|---|
| PSV | 30 Minuten | Hoch (ca. 82,3 %) | Reduziert Atemfrequenz, erhöht Tidalvolumen, senkt Sauerstoffverbrauch |
| T-Stück | 2 Stunden | Niedriger (ca. 74,0 %) | Erfordert Überwindung des Tubus-Widerstands durch Eigenleistung |
| IMV | Variabel | Geringer als PSV | Höhere Atemmuskelaktivität im Vergleich zu PSV |
Monitoring und Begleittherapie
Beim Übergang auf die PSV wird eine engmaschige Überwachung der therapeutischen Antwort empfohlen. Der Rapid Shallow Breathing Index (RSBI) wird als wertvoller Indikator für die Toleranz beschrieben.
Zur Vermeidung von Reintubationen werden folgende Begleitmaßnahmen aufgeführt:
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Gabe von systemischen Steroiden vor und nach der Extubation zur Prävention von Atemwegsobstruktionen.
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Einsatz von nicht-invasiver positiver Druckbeatmung (NIV) über eine Maske unmittelbar nach der Extubation.
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Aktivierung eines Backup-Modus am Beatmungsgerät für den Fall von Apnoen oder zu flacher Atmung.
Kontraindikationen
Die Anwendung der Pressure Support Ventilation ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft und bei einigen Konstellationen kontraindiziert. Da es sich um einen reinen Spontanatmungsmodus handelt, ist PSV bei apnoischen Personen nicht anwendbar.
Zudem wird von einem Einsatz abgeraten, wenn folgende Faktoren vorliegen:
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Hämodynamische Instabilität
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Signifikante Säure-Basen-Verschiebungen
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Ein PEEP-Bedarf von 8 cm H2O oder höher
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Ein Sauerstoffbedarf (FiO2) von 50 % oder mehr
Es wird darauf hingewiesen, dass eine zu starke Druckunterstützung den CO2-Spiegel senken und dadurch zentrale Apnoen auslösen kann. Dies betrifft insbesondere anfällige Gruppen wie Personen mit Rückenmarksverletzungen oder Herzinsuffizienz.
💡Praxis-Tipp
Ein entscheidender Parameter zur Beurteilung des Weaning-Erfolgs unter Pressure Support Ventilation ist der Rapid Shallow Breathing Index (RSBI). Laut den Autoren ist ein Weaning-Versagen nahezu sicher, wenn der Quotient aus Atemfrequenz und durchschnittlichem Tidalvolumen (in Litern) den Wert von 105 übersteigt. Dieser Wert deutet auf eine flache, hochfrequente Atmung und eine drohende respiratorische Erschöpfung hin.
Häufig gestellte Fragen
Die Druckunterstützung variiert meist zwischen 5 und 20 cm H2O. Werte unter 5 cm H2O dienen laut Literatur vor allem der Überwindung des Tubuswiderstands, während höhere Werte die Atemarbeit aktiv reduzieren.
Studien zeigen, dass ein 30-minütiger Spontanatemversuch mit PSV höhere Extubationserfolgsraten aufweist als ein 2-stündiger Versuch am T-Stück. Das T-Stück bietet keinen Druckausgleich für den Widerstand des Endotrachealtubus.
Da PSV die Eigenatmung voraussetzt, ist der Modus bei Apnoe kontraindiziert. Zudem wird von der Nutzung abgeraten bei hämodynamischer Instabilität, einem PEEP ab 8 cm H2O oder einem FiO2-Bedarf von über 50 %.
Der Rapid Shallow Breathing Index (RSBI) wird berechnet, indem die Atemfrequenz durch das durchschnittliche Tidalvolumen in Litern geteilt wird. Ein Wert über 105 gilt als starker Prädiktor für ein Weaning-Versagen.
Eine verlängerte Anwendung von PSV kann zu einer Schwäche des Zwerchfells führen. Zudem wird in der Literatur beschrieben, dass dies die Dauer der maschinellen Beatmung verlängern und die Mortalität erhöhen kann.
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Quelle: StatPearls: Pressure Support (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.