StatPearls2026

Modified Ashworth Scale (MAS): StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Modified Ashworth Scale (MAS) ist das am häufigsten verwendete klinische Instrument zur Messung eines erhöhten Muskeltonus. Spastik wird dabei als geschwindigkeitsabhängige Zunahme der Muskeldehnungsreflexe im Rahmen eines Syndroms des oberen Motoneurons definiert. Ursachen für eine Spastik sind unter anderem Schlaganfälle, Zerebralparesen, Multiple Sklerose oder Rückenmarksverletzungen.

Die ursprüngliche Ashworth-Skala wurde 1964 entwickelt und 1987 von Bohannon und Smith modifiziert, um die Sensitivität durch die Hinzufügung des Grades 1+ zu erhöhen. Die Skala wird in der klinischen Praxis und Forschung eingesetzt, um die Wirksamkeit von medikamentösen und rehabilitativen Therapien zu bewerten.

Trotz ihrer weiten Verbreitung wird die MAS kritisch betrachtet, da sie primär den Widerstand gegen passive Bewegungen misst und nicht ausschließlich die Spastik isoliert. Faktoren wie Muskelsteifheit, Gelenkanomalien oder Kontrakturen können das Testergebnis beeinflussen.

Empfehlungen

Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt folgende Standards für die Anwendung der Modified Ashworth Scale (MAS):

Durchführung der Untersuchung

Für eine zuverlässige Beurteilung wird eine standardisierte Durchführung empfohlen. Die Untersuchung sollte in Rückenlage auf einer gepolsterten Untersuchungsliege erfolgen.

Der zu testende Muskel muss vor der Prüfung vollständig entspannt sein. Die Extremität sollte vollständig abgestützt werden, um Ausgleichsbewegungen zu vermeiden.

Die Bewegung wird passiv über den gesamten Bewegungsumfang mit einer kontrollierten Geschwindigkeit durchgeführt. Es wird empfohlen, die Bewegung innerhalb von etwa einer Sekunde abzuschließen.

Mehrfache Wiederholungen der passiven Bewegung sollten vermieden werden, da dies den Muskeltonus verändern kann. Zur Reduktion der Interrater-Variabilität sollte die Untersuchung idealerweise vom selben Untersucher wiederholt werden.

Klassifikation der Modified Ashworth Scale

Die Skala graduiert die Muskelspastik in sechs Stufen:

GradBeschreibung des Muskeltonus
0Keine Zunahme des Muskeltonus
1Leichte Zunahme, spürbar als "Catch and Release" oder minimaler Widerstand am Ende des Bewegungsumfangs
1+Leichte Zunahme, spürbar als "Catch", gefolgt von minimalem Widerstand in weniger als der Hälfte des restlichen Bewegungsumfangs
2Deutliche Zunahme des Muskeltonus im größten Teil des Bewegungsumfangs, betroffener Teil ist aber noch leicht zu bewegen
3Erhebliche Zunahme des Muskeltonus, passive Bewegung ist schwierig
4Betroffener Teil ist starr in Flexion oder Extension

Limitationen und Alternativen

Laut Text wird die MAS häufig dafür kritisiert, dass sie nicht zwischen Spastik und anderen Ursachen für passiven Widerstand (wie Kontrakturen) differenzieren kann. Eine zitierte Übersichtsarbeit von Gal et al. (2025) schließt Ashworth-basierte Skalen sogar von den Empfehlungen aus.

Als Alternativen werden unter anderem die modifizierte Tardieu-Skala, der Wartenberg-Pendeltest oder instrumentelle Messungen genannt. Die Tardieu-Skala wird oft bevorzugt, da sie den Widerstand bei verschiedenen Geschwindigkeiten bewertet.

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💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler bei der Anwendung der MAS ist die mehrfache Wiederholung der passiven Bewegung, da dies den Muskeltonus verändern und das Scoring verfälschen kann. Zudem wird betont, dass die MAS primär den Widerstand gegen passive Bewegungen misst und nicht zuverlässig zwischen echter Spastik und mechanischen Einschränkungen wie Gelenksteifigkeit oder Kontrakturen unterscheidet. Daher wird empfohlen, das Vorhandensein von Schmerzen oder Kontrakturen vorab zu dokumentieren.

Häufig gestellte Fragen

Laut Text sollte die passive Bewegung mit einer kontrollierten Geschwindigkeit erfolgen. Es wird empfohlen, die Bewegung über den gesamten Bewegungsumfang innerhalb von etwa einer Sekunde abzuschließen.

Bei Grad 1 zeigt sich ein minimaler Widerstand am Ende des Bewegungsumfangs. Bei Grad 1+ folgt auf den initialen "Catch" ein minimaler Widerstand, der über weniger als die Hälfte des restlichen Bewegungsumfangs anhält.

Die Skala wird kritisiert, da sie nicht zuverlässig zwischen neuraler Spastik und mechanischem Widerstand durch Kontrakturen oder Muskelsteifheit differenzieren kann. Zudem wird die mangelnde Sensitivität für kleine klinische Veränderungen bemängelt.

Als klinische Alternative wird häufig die modifizierte Tardieu-Skala genannt, da diese den Widerstand bei verschiedenen Bewegungsgeschwindigkeiten misst. Für objektivere Daten werden instrumentelle Verfahren wie Elektromyographie oder Dynamometrie angeführt.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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