Herztransplantation Patientenauswahl: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Herzinsuffizienz ist eine der Hauptursachen für Morbidität und Mortalität weltweit. Laut der StatPearls-Leitlinie betrifft eine fortgeschrittene Herzinsuffizienz (Stadium D) mehr als 10 % dieser Patientenpopulation.
In der am weitesten fortgeschrittenen Phase der Erkrankung stellt die Herztransplantation oft die einzige Möglichkeit dar, die Lebensqualität und das Überleben zu verbessern. Ein erfolgreicher Eingriff kann das Überleben um 10 Jahre oder mehr verlängern.
Da jedoch nur etwa 10 bis 15 % der Patienten mit Herzinsuffizienz die Voraussetzungen für eine Transplantation erfüllen, ist eine sorgfältige Patientenauswahl essenziell. Weniger als die Hälfte der geeigneten Kandidaten erhält derzeit eine entsprechende Überweisung an ein Transplantationszentrum.
Empfehlungen
Indikationen
Die Leitlinie definiert eine terminale Herzerkrankung, die nicht auf andere medizinische oder chirurgische Therapien anspricht, als Klasse-I-Indikation.
Folgende spezifische Kriterien werden als Indikationen für eine Herztransplantation genannt:
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Linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) unter 20 % und maximale Sauerstoffaufnahme unter 12 ml/kg/min
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Kardiogener Schock, der kontinuierliche intravenöse Inotropika oder mechanische Kreislaufunterstützung (z. B. LVAD) erfordert
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Angina-Symptome bei koronarer Herzkrankheit, die nicht revaskularisierbar sind
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Letale Arrhythmien, die resistent gegenüber Medikamenten, Ablation oder ICD-Implantation sind
Vorbereitung und Evaluation
Es wird empfohlen, Patienten vor der Transplantationsbeurteilung für mindestens 3 bis 6 Monate auf eine leitliniengerechte medikamentöse Therapie (GDMT) einzustellen. Dies dient der Beurteilung des therapeutischen Ansprechens.
Laut Leitlinie umfasst die spezifische Aufarbeitung vor einer Listung folgende Schritte:
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Beurteilung der Myokardvitalität bei ischämischer Herzerkrankung
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Evaluierung perkutaner oder chirurgischer Klappeneingriffe bei Herzklappenerkrankungen
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Adäquate Frequenz- oder Rhythmuskontrolle bei Vorhofflimmern oder Vorhofflattern
Zudem wird ein vollständiger Verzicht auf Alkohol, illegale Drogen, salzretinierende Medikamente sowie NSAR gefordert.
Interprofessionelle Betreuung
Die Leitlinie betont die Wichtigkeit eines interprofessionellen Teams für die Patientenauswahl und Betreuung. Dieses sollte unter anderem Kardiologen, Herzinsuffizienz-Spezialisten, Apotheker sowie psychologisches Fachpersonal umfassen.
Kontraindikationen
Die Leitlinie unterteilt die Kontraindikationen in absolute und relative Ausschlusskriterien. Eine Lebenserwartung von unter zwei Jahren trotz Transplantation gilt als absolute Kontraindikation.
| Erkrankung / Zustand | Spezifische Leitlinien-Kriterien |
|---|---|
| Schwere Lungenerkrankung | FEV unter 1 L/min |
| Fixierte pulmonale Hypertonie | Systolischer Pulmonalarteriendruck > 60 mmHg |
| Fixierte pulmonale Hypertonie | Mittlerer transpulmonaler Gradient > 15 mmHg |
| Fixierte pulmonale Hypertonie | Pulmonalvaskulärer Widerstand > 6 Wood-Einheiten |
| Malignom | Auftreten innerhalb der letzten 5 Jahre |
Weitere absolute Kontraindikationen umfassen:
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AIDS mit häufigen opportunistischen Infektionen
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Aktive systemische Erkrankungen (z. B. Amyloidose, Sarkoidose, Lupus)
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Irreversible Nieren- oder Lebererkrankungen
Zu den relativen Kontraindikationen, bei denen laut Leitlinie Vorsicht geboten ist, gehören unter anderem:
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Extreme des Body-Mass-Index (morbide Adipositas oder Kachexie)
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Schwere Lungenerkrankung (FEV1 unter 40 % der Norm) oder Lungeninfarkt innerhalb der letzten 2 Monate
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Substanzmissbrauch (Drogen, Tabak, Alkohol) innerhalb der letzten 6 Monate
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Ein Alter von über 72 Jahren (wobei dies in der Literatur kontrovers diskutiert wird)
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass das Vorliegen leichter psychiatrischer Erkrankungen wie Angstzustände oder Depressionen keinen Ausschlussgrund für eine Herztransplantation darstellen sollte. Es wird betont, dass Patienten mit diesen Diagnosen nicht von der Evaluation ausgeschlossen werden dürfen, sofern keine anderen reversiblen Ursachen vorliegen und die medikamentöse Therapie ausgeschöpft ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie besteht eine Indikation bei einer linksventrikulären Ejektionsfraktion von unter 20 % und einer maximalen Sauerstoffaufnahme von weniger als 12 ml/kg/min. Zudem muss die Erkrankung therapierefraktär gegenüber anderen medizinischen oder chirurgischen Maßnahmen sein.
Es wird empfohlen, dass Patienten vor der endgültigen Evaluation für mindestens 3 bis 6 Monate eine leitliniengerechte medikamentöse Therapie (GDMT) erhalten. Dies ermöglicht eine verlässliche Beurteilung des therapeutischen Ansprechens.
Ein Alter von über 72 Jahren wird in der Leitlinie lediglich als relative Kontraindikation eingestuft. Es wird darauf hingewiesen, dass diese Altersgrenze in der medizinischen Literatur kontrovers diskutiert wird und individualisierte Ansätze existieren.
Eine fixierte pulmonale Hypertonie gilt als absolute Kontraindikation. Die Leitlinie definiert dies durch einen systolischen Pulmonalarteriendruck von über 60 mmHg oder einen pulmonalvaskulären Widerstand von mehr als 6 Wood-Einheiten.
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Quelle: StatPearls: Heart Transplantation Patient Selection (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.