Fresnel-Prismen in der Augenheilkunde: StatPearls
Hintergrund
Die StatPearls-Übersicht beschreibt Fresnel-Prismen als keilförmige, transparente Kunststofffolien, die einen prismatischen Effekt erzeugen. Sie verfügen über eine glatte Seite und eine Seite mit winkelförmigen Rillen.
Im Vergleich zu konventionellen Prismen zeichnen sie sich durch ein deutlich geringeres Gewicht aus. Der Vergrößerungseffekt ist laut Text minimal.
Historisch werden sie seit den 1960er Jahren in der Strabologie eingesetzt. Das primäre Ziel ist die temporäre Linderung von Diplopie, die Erweiterung des Gesichtsfeldes oder die Förderung der binokularen Fusion.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte für den klinischen Einsatz:
Indikationen
Es werden vielfältige Einsatzgebiete für Fresnel-Prismen in der klinischen Praxis genannt:
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Phorien und Strabismus: Zur Unterbrechung der Fusion bei Phorien oder zur präoperativen Prismenadaptation bei früh einsetzendem Strabismus.
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Nervenparesen: Als temporäre Maßnahme bei isolierten Nervenpathologien zur Vermeidung von Diplopie während der Erholungsphase.
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Nystagmus: Zur Verlagerung des Blickfeldes in Richtung des Nullpunktes, um eine abnorme Kopfhaltung zu reduzieren.
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Hemianopsie: Zur Gesichtsfelderweiterung durch Platzierung der Basis in Richtung des blinden Auges.
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Bettlägerige Personen: Basis-unten-Prismen verändern den Bildwinkel und ermöglichen das Lesen ohne Kopfanhebung.
Anpassung und Technik
Für die Berechnung der benötigten Prismenstärke wird folgende Formel angegeben:
- Prismendioptrien = 2/3 (Phorie) - 1/3 (kompensatorische fusionsbedingte Vergenz).
Die Applikation erfolgt auf der Innenseite des Brillenglases. Es wird betont, dass die glatte Seite der Folie mithilfe von Wasser auf das Glas aufgebracht wird.
Dabei ist darauf zu achten, dass keine Luftblasen eingeschlossen werden und die Folie nicht über den Brillenrand hinausragt.
Auswirkungen auf den Visus
Der Text weist darauf hin, dass Fresnel-Prismen die Sehschärfe stärker beeinträchtigen als konventionelle Prismen. Dies gilt insbesondere ab einer Stärke von 10 Prismendioptrien.
| Prismentyp | Stärke | Auswirkung auf den Visus (Snellen) |
|---|---|---|
| Konventionelles Prisma | 30 Prismendioptrien | Reduktion von 20/20 auf 20/30 |
| Fresnel-Prisma | 30 Prismendioptrien | Reduktion von 20/20 auf 20/100 |
Kontraindikationen
Es gibt laut Leitlinie keine absoluten Kontraindikationen, jedoch werden spezifische Vorsichtsmaßnahmen beschrieben.
Bei einer unbemerkten Prismenadaptation kann sich die zugrunde liegende Abweichung vergrößern.
Bei inkomitantem Strabismus korrigiert das Prisma die Abweichung nur in einer Blickrichtung. In anderen Blickrichtungen kann sich die Diplopie verschlechtern.
Bei einer verzogenen Fovea ("dragged fovea") wird von einer kontinuierlichen Erhöhung der Prismenstärke abgeraten. Dies kann zu einer tatsächlichen okulären Abweichung durch Muskelanpassung führen.
💡Praxis-Tipp
Ein wesentlicher klinischer Hinweis der Leitlinie betrifft die Aufklärung über visuelle und kosmetische Einschränkungen. Es wird darauf hingewiesen, dass Fresnel-Prismen mit der Zeit verfärben können und chromatische Aberrationen verursachen. Zudem wird eine strikt blasenfreie Montage empfohlen, da eingeschlossene Luft unweigerlich zur Ablösung der Prismenfolie führt.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls wird die Formel "2/3 der Phorie minus 1/3 der kompensatorischen fusionsbedingten Vergenz" angewendet. Bei einer Exophorie von 9 Dioptrien und einer benötigten Basis-außen-Vergenz von 6 Dioptrien ergibt dies beispielsweise 4 Prismendioptrien (Basis innen).
Die Leitlinie gibt an, dass die glatte Seite des Fresnel-Prismas auf die Innenseite des Brillenglases appliziert wird. Die Befestigung erfolgt dabei ausschließlich mit lauwarmem Wasser.
Der Text nennt als Hauptnachteile eine stärkere Visusminderung, kosmetische Auffälligkeiten, Verfärbungen im Alter sowie chromatische Aberrationen. Zudem wird beschrieben, dass sie schwieriger zu reinigen sind.
Es wird beschrieben, dass Prismen mit der Basis nach unten eingesetzt werden können. Dies verändert den Bildwinkel und ermöglicht das Lesen oder Fernsehen, ohne dass der Kopf angehoben werden muss.
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Quelle: StatPearls: Fresnel Prisms (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.