EXIT-Prozedur (Ex utero Intrapartum Treatment): StatPearls
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die Ex utero Intrapartum Treatment (EXIT) Prozedur als hochriskante, aber lebensrettende Intervention. Ziel ist es, bei Feten mit angeborenen Atemwegsobstruktionen oder kardiopulmonalen Fehlbildungen noch unter plazentarer Sauerstoffversorgung einen sicheren Atemweg zu etablieren.
Der Eingriff erfordert eine präzise Koordination in spezialisierten Tertiärzentren. Ein interdisziplinäres Team aus Geburtshelfern, Neonatologen, Anästhesisten und weiteren pädiatrischen Chirurgen ist für den Erfolg zwingend erforderlich.
Da die Plazentazirkulation während der gesamten Atemwegssicherung aufrechterhalten werden muss, bestehen signifikante Risiken für Mutter und Kind. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer frühzeitigen Diagnose und Überweisung.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Vorbereitung und Durchführung:
Diagnostik und Prädiktoren
Es wird eine frühzeitige Überweisung an ein spezialisiertes Zentrum empfohlen, sobald eine fetale Atemwegsobstruktion diagnostiziert wird. Die präoperative Bildgebung sollte Ultraschall und fetale MRT umfassen, um die Läsion und die Plazentalokalisation genau zu beurteilen.
Zur radiologischen Einschätzung des Atemwegsrisikos wird der Tracheoesophageal Displacement Index (TEDI) herangezogen. Folgende Parameter korrelieren laut Leitlinie mit einem komplizierten Atemweg und der Notwendigkeit einer EXIT-Prozedur:
| Parameter | Kritischer Befund |
|---|---|
| Tracheoesophageal Displacement Index (TEDI) | > 12 mm |
| Größter Durchmesser der Masse | ≥ 12 mm |
| Pathologie | Teratom oder solide Tumoren |
| Fruchtwassermenge | Polyhydramnion |
| Magenblase | Fehlend |
Indikationen
Die Leitlinie nennt folgende Hauptindikationen für eine EXIT-Prozedur:
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Angeborene Halsmassen und kongenitales hohes Atemwegsobstruktionssyndrom (CHAOS)
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Atemwegsatresien, Stenosen oder schwere Mikrognathie
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Entfernung eines Trachealclips oder -ballons
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Resektion von intrathorakalen Massen oder Steißbeinteratomen
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Anlage von ECMO-Kanülen oder Trennung siamesischer Zwillinge
Durchführung der Prozedur
Während des Eingriffs werden Kopf, Hals und Oberkörper des Fetus durch eine Hysterotomie entwickelt, während die Nabelschnur intakt bleibt. Es wird eine Amnioinfusion mit erwärmter Ringer-Laktat-Lösung empfohlen, um eine Nabelschnurkompression zu verhindern.
Für die Atemwegssicherung steht ein Zeitfenster von etwa 90 Minuten zur Verfügung. Die Leitlinie empfiehlt ein stufenweises Vorgehen:
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Primärer Versuch einer Intubation mittels direkter Laryngoskopie
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Einsatz von flexiblen oder starren Endoskopen (Seldinger-Technik)
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Bei Versagen: retrograde Intubation oder Anlage eines Tracheostomas
Erst nach erfolgreicher Sicherung des Atemwegs wird die Nabelschnur durchtrennt und das Kind an das neonatologische Team übergeben.
Kontraindikationen
Die Leitlinie definiert absolute und relative Kontraindikationen für die EXIT-Prozedur.
Als absolute Kontraindikation gilt jede angeborene Anomalie, die mit einer fetalen Lebensunfähigkeit einhergeht.
Folgende Befunde gelten als relative Kontraindikationen, da sie meist postnatal mit Standardmaßnahmen beherrschbar sind:
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Lymphatische Malformationen
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Halsmassen mit einer Größe von unter 3,5 cm
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Fetale Halsmassen ohne anatomische Kompression oder Atemwegsverlagerung
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt vor dem hohen Risiko einer maternalen Hämorrhagie, da der durchschnittliche Blutverlust bei etwa einem Liter liegt. Es wird dringend empfohlen, sich auf massive Blutungen vorzubereiten und gekreuzte Blutkonserven im Operationssaal bereitzuhalten. Zudem erfordert der Wechsel von der fetalen Versorgung zur maternalen Blutstillung eine sofortige Umstellung von Tokolytika auf Uterotonika.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie bieten aktuelle Protokolle ein Zeitfenster von etwa 90 Minuten für die Atemwegssicherung. In dieser Zeit wird der Fetus über die intakte Plazentazirkulation mit Sauerstoff versorgt.
Es wird eine Kombination aus Ultraschall und fetaler MRT empfohlen. Diese dienen der genauen Charakterisierung der Läsion sowie der Bestimmung der Plazentalokalisation, um eine sichere Hysterotomie zu planen.
Die Leitlinie fordert zwei getrennte Teams für Mutter und Kind. Dies umfasst unter anderem geburtshilfliche und pädiatrische Anästhesisten, Geburtshelfer, Kinderchirurgen, HNO-Ärzte und Neonatologen.
Der TEDI ist ein radiologischer Messwert im MRT, der die Verschiebung des Tracheosophagealkomplexes angibt. Ein Wert von über 12 mm gilt als Prädiktor für einen komplizierten Atemweg, der eine EXIT-Prozedur erforderlich macht.
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Quelle: StatPearls: Ex utero Intrapartum Treatment (EXIT) Procedure (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.