Ösophagusstriktur: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Eine Ösophagusstriktur ist eine abnormale Verengung des Ösophaguslumens, die typischerweise mit einer progredienten Dysphagie einhergeht. Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt, dass diese Verengungen durch Entzündungen, Fibrosierung oder Neoplasien der Mukosa und Submukosa entstehen.
Gutartige peptische Strikturen infolge einer chronischen gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) machen laut Quelle 70 bis 80 Prozent der Fälle bei Erwachsenen aus. Weitere benigne Ursachen umfassen eosinophile Ösophagitis, Verätzungen, medikamenteninduzierte Schäden sowie iatrogene oder strahlenbedingte Verletzungen.
Maligne Strikturen entstehen meist durch Adenokarzinome oder Plattenepithelkarzinome. Die Unterscheidung zwischen benignen und malignen Ursachen ist für die weitere therapeutische Planung essenziell.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Evaluation und Behandlung:
Diagnostik
Die obere Gastrointestinalendoskopie wird als primäre diagnostische und therapeutische Maßnahme beschrieben. Es wird betont, dass bei jeder festgestellten Striktur eine Biopsie zwingend erforderlich ist, um eine Malignität sicher auszuschließen.
Bei komplexen Strikturen oder wenn das Endoskop die Engstelle nicht passieren kann, wird ein Bariumbreischluck empfohlen. Bei Verdacht auf eine Perforation sollte initial ein wasserlösliches Kontrastmittel verwendet werden.
Klinische Bewertung
Zur Beurteilung des Behandlungserfolgs wird der Dysphagie-Score nach Ogilvie herangezogen. Dieser klassifiziert die Beschwerden wie folgt:
| Score | Passage | Klinische Beschreibung |
|---|---|---|
| 0 | Keine Dysphagie | Normale Nahrungsaufnahme möglich |
| 1 | Moderate Passage | Aufnahme einiger fester Speisen möglich |
| 2 | Schlechte Passage | Nur noch Aufnahme halbfester Speisen möglich |
| 3 | Sehr schlechte Passage | Ausschließlich Aufnahme von Flüssigkeiten möglich |
| 4 | Keine Passage | Keinerlei Schlucken mehr möglich |
Endoskopische Therapie
Die endoskopische Dilatation mittels Bougie oder Ballondilatator gilt als Standardverfahren für benigne Strikturen. Bei der Durchführung wird die Einhaltung der sogenannten Dreierregel (Rule of three) empfohlen.
Diese Regel besagt, dass pro Sitzung maximal drei Dilatationen durchgeführt werden sollten. Dabei wird der Durchmesser des Dilatators schrittweise um jeweils maximal 2 mm (6 French) erweitert.
Bei hochgradig fibrotischen Strikturen kann eine intraläsionale Steroidinjektion erwogen werden, um die Entzündung zu reduzieren und das Restenoserisiko zu senken.
Stent-Einlage und Chirurgie
Bei refraktären benignen oder malignen Strikturen wird die Einlage von Stents (z.B. selbstexpandierende Metallstents) als Option genannt. Bei malignen Erkrankungen dienen diese häufig der Palliation oder der Überbrückung während einer neoadjuvanten Therapie.
Chirurgische Resektionen bleiben malignen Erkrankungen oder therapieresistenten benignen Strikturen vorbehalten. Bei benignen peptischen Strikturen wird in diesem Fall selektiv ein Antireflux-Eingriff durchgeführt.
Medikamentöse Begleittherapie
Zur Prävention von Rezidiven bei peptischen Strikturen wird eine langfristige Therapie mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI) empfohlen. Bei einer eosinophilen Ösophagitis wird ebenfalls ein initialer PPI-Versuch angeraten, gefolgt von topischen Glukokortikoiden bei Nichtansprechen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt vor der Gefahr einer Nahrungsmittelimpaktion, die ein sofortiges Handeln erfordert, um schwere Komplikationen wie Aspiration oder Perforation zu vermeiden. Zudem wird darauf hingewiesen, dass bei malignen Strikturen oder multiplen Dilatationen ein erhöhtes Risiko für eine transiente Bakteriämie besteht, weshalb in diesen Fällen eine periprozedurale Antibiotikagabe empfohlen wird.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls ist die obere Gastrointestinalendoskopie die wichtigste diagnostische Modalität. Sie ermöglicht nicht nur die visuelle Beurteilung, sondern auch die zwingend erforderliche Biopsie zum Ausschluss einer Malignität.
Ein Bariumbreischluck wird empfohlen, wenn komplexe Strikturen vorliegen oder das Standardendoskop die Engstelle nicht passieren kann. Bei Verdacht auf eine Perforation wird stattdessen ein wasserlösliches Kontrastmittel angeraten.
Die Dreierregel besagt, dass während einer Dilatationssitzung maximal drei Erweiterungen vorgenommen werden sollten. Dabei wird der Durchmesser des Dilatators schrittweise um jeweils maximal 2 mm erhöht.
Nach der erfolgreichen endoskopischen Dilatation wird eine langfristige Therapie mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI) empfohlen. Dies dient der Prävention von Rezidiven durch anhaltende Säureexposition.
Stents werden primär bei malignen Strikturen zur Palliation oder Überbrückung eingesetzt. Bei benignen Strikturen ist ihr Einsatz meist auf refraktäre Fälle beschränkt, bei denen wiederholte Dilatationen erfolglos bleiben.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: StatPearls: Esophageal Stricture (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.