Epistaxis (Nasenbluten): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Epistaxis (Nasenbluten) ist einer der häufigsten HNO-Notfälle in der Primär- und Notfallversorgung. Die StatPearls-Zusammenfassung unterscheidet primär zwischen anterioren und posterioren Blutungen, die sich in ihrer Ursache und im Schweregrad unterscheiden.
Etwa 90 Prozent der Fälle betreffen das anteriore Nasenbluten. Zu den Auslösern zählen lokale Faktoren wie Traumata oder Septumdeviationen, systemische Erkrankungen wie Hypertonie und Koagulopathien sowie Umwelteinflüsse und Medikamente. Insbesondere Antikoagulanzien und nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) erhöhen das Blutungsrisiko.
Die Quelle vergleicht die beiden Hauptformen der Epistaxis wie folgt:
| Merkmal | Anteriore Epistaxis | Posteriore Epistaxis |
|---|---|---|
| Häufigkeit | Sehr häufig (ca. 90 %) | Selten |
| Lokalisation | Locus Kiesselbachi (vorderes Septum) | Woodruff-Plexus (hintere/obere Nasenhöhle) |
| Klinik | Meist einseitig, gut sichtbar | Oft beidseitig, Blutung in den Rachen (Hämoptysen) |
| Schweregrad | Meist leicht bis moderat | Oft schwer, erfordert häufiger Intervention |
Empfehlungen
Die Quelle formuliert folgende Kernempfehlungen für das Management der Epistaxis:
Erstversorgung und Diagnostik
Laut Leitlinie wird zunächst die Sicherung der Atemwege und die Überprüfung der hämodynamischen Stabilität empfohlen. Bei mittelschweren bis schweren Blutungen wird die Anlage von zwei großlumigen venösen Zugängen sowie die Gabe von Kristalloiden angeraten.
Es wird empfohlen, Blutgerinnsel vor der weiteren Behandlung konsequent abzusaugen. Dies ermöglicht die Identifikation der Blutungsquelle und verhindert die Aspiration von Koageln.
Therapie der anterioren Blutung
Für die Erstbehandlung wird eine direkte Kompression der knorpeligen Nasenspitze für mindestens 10 Minuten empfohlen. Bei Erfolglosigkeit nennt die Quelle folgende Eskalationsstufen:
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Lokale Anwendung von Vasokonstriktoren (wie Oxymetazolin) oder thrombogenen Schäumen
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Gezielte Verödung des blutenden Gefäßes mit Silbernitrat
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Einlage einer anterioren Nasentamponade (resorbierbar oder als Ballon/Tampon)
Therapie der posterioren Blutung
Posteriore Blutungen erfordern laut Quelle ein erfahreneres Management und häufig eine stationäre Aufnahme. Es wird der Einsatz längerer Nasentamponaden (7,5 cm) oder spezieller Katheter empfohlen.
Bei der Anlage einer posterioren Tamponade wird ein Telemetrie-Monitoring angeraten. Bei therapierefraktären Blutungen wird eine Intubation zum Atemwegsschutz sowie die Konsultation der interventionellen Radiologie zur Embolisation empfohlen.
Nachsorge und Prävention
Es wird empfohlen, nicht-resorbierbare Tamponaden für 3 bis 5 Tage in situ zu belassen. Zur Prävention eines toxischen Schocksyndroms (TSS) wird in diesem Zeitraum eine antistaphylokokkale Antibiotikatherapie angeraten.
Für die Zeit nach der Entlassung wird die Verwendung von topischen Kochsalzsprays empfohlen. Zudem wird geraten, heiße Speisen, körperliche Anstrengung und das Schnäuzen der Nase zu vermeiden.
Kontraindikationen
Die Quelle nennt folgende Warnhinweise und Kontraindikationen:
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Beidseitige Silbernitrat-Ätzung: Eine beidseitige Verödung am Nasenseptum soll vermieden werden, da dies zu einer Septumperforation führen kann.
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Nasokardialer Reflex: Bei der Anlage einer posterioren Tamponade kann es zu einer plötzlichen Bradykardie kommen. In diesem Fall muss die Tamponade laut Quelle sofort entfernt werden.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Praxis-Hinweis der Quelle ist die korrekte Technik der manuellen Kompression: Der Druck muss auf die knorpelige Nasenspitze und nicht auf den knöchernen Nasenrücken ausgeübt werden. Zudem wird betont, dass vor jedem Therapieversuch alle Blutgerinnsel abgesaugt werden sollten, da diese den Kontakt von Medikamenten mit der Schleimhaut verhindern.
Häufig gestellte Fragen
Die Quelle empfiehlt, die knorpelige Nasenspitze für mindestens 10 Minuten ununterbrochen zu komprimieren. Der Druck sollte dabei ausdrücklich nicht auf den knöchernen Teil der Nase ausgeübt werden.
Laut Leitlinie ist eine stationäre Aufnahme zwingend erforderlich, wenn eine posteriore Nasentamponade gelegt wird. Diese Personen benötigen ein Telemetrie-Monitoring, um Komplikationen wie kardiale Arrhythmien oder Hypoxien frühzeitig zu erkennen.
Es wird empfohlen, nicht-resorbierbare Nasentamponaden für 3 bis 5 Tage in der Nase zu belassen. Ein vorzeitiges oder wiederholtes Wechseln der Tamponade kann die Blutung laut Quelle verschlimmern.
Die Leitlinie rät zu einer antistaphylokokkalen Antibiotikatherapie, solange die Tamponade einliegt. Dies dient der Prävention eines toxischen Schocksyndroms (TSS).
Wenn anteriore Maßnahmen versagen, liegt oft eine posteriore Blutung vor. In diesem Fall wird der Einsatz längerer Tamponaden (7,5 cm) oder spezieller Katheter durch erfahrenes Personal empfohlen.
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Quelle: StatPearls: Epistaxis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.