Endometriom (Schokoladenzyste): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Endometriome, oft als Schokoladenzysten bezeichnet, sind zystische Läsionen, die im Rahmen einer Endometriose entstehen. Sie treten am häufigsten an den Ovarien auf und sind mit dunkler, eingedickter endometrialer Flüssigkeit gefüllt.
Das Vorhandensein eines Endometrioms weist auf ein fortgeschrittenes Stadium der Endometriose hin. Die Erkrankung ist östrogenabhängig und führt zu einer chronischen Entzündungsreaktion im Becken, die Adhäsionen begünstigt.
Zu den typischen klinischen Manifestationen gehören chronische Beckenschmerzen, Dysmenorrhö, Dyspareunie und Infertilität. Etwa 17 bis 44 Prozent der Frauen mit Endometriose entwickeln im Verlauf ein Endometriom.
Empfehlungen
Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Evaluation und Behandlung:
Diagnostik
Als primäres bildgebendes Verfahren wird ein transvaginaler Ultraschall empfohlen. Endometriome zeigen hierbei typischerweise ein homogenes Binnenecho (Ground-Glass-Phänomen) ohne Vaskularisation im Doppler-Ultraschall.
Die definitive Diagnosestellung erfolgt laut Leitlinie ausschließlich durch direkte chirurgische Visualisierung im Rahmen einer Laparoskopie. Eine histologische Bestätigung erfordert den Nachweis von endometrialen Drüsen und Stroma im Biopsat.
Laboruntersuchungen wie ein Blutbild, Urinstatus oder STI-Tests werden primär zum Ausschluss von Differenzialdiagnosen wie Infektionen empfohlen. Der Tumormarker CA-125 kann erhöht sein, wird jedoch aufgrund mangelnder Spezifität nicht routinemäßig zur Diagnostik empfohlen.
Chirurgische Therapie
Bei symptomatischen Endometriomen wird primär ein chirurgisches Vorgehen bevorzugt. Die Leitlinie empfiehlt als Standardverfahren die laparoskopische Zystektomie.
Dabei wird betont, dass die Zystenwand während des Eingriffs vollständig ausgeschält werden sollte. Eine alleinige Drainage der Zyste wird nicht empfohlen, da das Ausschälen die Rezidivrate signifikant senkt.
Fertilität und medikamentöse Therapie
Bei Kinderwunsch und geplanter In-vitro-Fertilisation (IVF) wird häufig ein exspektatives Vorgehen empfohlen. Die Leitlinie warnt, dass eine chirurgische Resektion die ovarielle Reserve, messbar am AMH-Wert, verringern kann.
Zur postoperativen Rezidivprophylaxe wird eine sechsmonatige Einnahme oraler Kontrazeptiva beschrieben, sofern kein akuter Kinderwunsch besteht.
Medikamentöse Therapien mit GnRH-Agonisten können zwar die Größe von Endometriomen reduzieren, führen aber laut Leitlinie nicht zu einer Schmerzlinderung. Daher wird diese Option bei Vorliegen von Endometriomen meist verlassen.
Stadieneinteilung (ASRM)
Die Leitlinie zitiert die Klassifikation der American Society for Reproductive Medicine (ASRM). Das Vorliegen eines Endometrioms entspricht dabei immer mindestens einem fortgeschrittenen Stadium III oder IV.
| Stadium | Schweregrad | Beschreibung |
|---|---|---|
| Stadium I | Minimal | Kleine, solitäre Läsionen ohne signifikante Adhäsionen |
| Stadium II | Mild | Oberflächliche Läsionen unter 5 cm, ohne signifikante Adhäsionen |
| Stadium III | Moderat | Multiple tiefe Implantate, kleine Endometriome (ein- oder beidseitig), dünne Adhäsionen |
| Stadium IV | Schwer | Multiple tiefe Implantate, große Endometriome (ein- oder beidseitig), dicke Adhäsionen |
Kontraindikationen
Die Leitlinie rät von einer alleinigen Drainage der Zyste ab, da dies mit höheren Rezidivraten einhergeht. Zudem wird vor einer Operation bei Patientinnen mit geplanter IVF gewarnt, sofern keine schweren Symptome vorliegen, da das Risiko einer verminderten ovariellen Reserve besteht.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass Endometriome im Ultraschall ein ähnliches Erscheinungsbild wie hämorrhagische Ovarialzysten aufweisen können. Es wird betont, dass bei Patientinnen mit Infertilität und geplanter IVF eine chirurgische Resektion kritisch abgewogen werden sollte, da der Eingriff die ovarielle Reserve reduzieren kann. Zudem wird hervorgehoben, dass Endometriome ab einer Größe von 6 cm das Risiko für eine Ovarialtorsion signifikant erhöhen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie zeigen Endometriome im transvaginalen Ultraschall typischerweise ein homogenes Binnenecho, das als Ground-Glass-Phänomen beschrieben wird. Im Doppler-Ultraschall weisen diese Läsionen in der Regel keine Vaskularisation auf.
Die Leitlinie erklärt, dass hormonelle Therapien wie GnRH-Agonisten zwar die Zystengröße verringern können, aber meist keine Schmerzlinderung bringen. Daher wird bei Vorliegen eines Endometrioms in der Regel ein chirurgisches Vorgehen bevorzugt.
Es wird eine laparoskopische Zystektomie empfohlen. Die Leitlinie betont, dass die Zystenwand vollständig ausgeschält werden sollte, um die Rezidivrate im Vergleich zu einer reinen Drainage zu senken.
Eine Resektion kann laut Leitlinie die natürlichen Schwangerschaftsraten verbessern, birgt jedoch das Risiko einer verminderten ovariellen Reserve. Bei Patientinnen, die bereits eine In-vitro-Fertilisation (IVF) planen, wird daher oft ein abwartendes Vorgehen empfohlen.
Zur Prävention eines Rezidivs wird in der Leitlinie eine postoperative Einnahme oraler Kontrazeptiva für sechs Monate beschrieben. Diese Option ist jedoch nur für Patientinnen geeignet, die aktuell keinen Kinderwunsch haben.
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Quelle: StatPearls: Endometrioma (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.