StatPearls2026

Explosionstrauma & IEDs: StatPearls Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Terroranschläge mit improvisierten Sprengsätzen (IEDs) stellen eine zunehmende Bedrohung auch im zivilen Bereich dar. Die StatPearls-Leitlinie fasst die präklinischen Versorgungsstrategien für Rettungskräfte zusammen.

Explosionen setzen enorme kinetische Energie frei. Dabei wird zwischen Hochenergie-Explosionen mit Überschall-Druckwelle (z. B. TNT, C4) und Niederenergie-Explosionen ohne Druckwelle (z. B. Schießpulver) unterschieden.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die präklinische Versorgung:

Klassifikation von Explosionsverletzungen

Laut Leitlinie werden Explosionsverletzungen in vier Kategorien eingeteilt:

KategorieUrsacheTypische Verletzungen
PrimärBarotrauma durch DruckwelleVerletzung hohler Organe (Trommelfell, Lunge, Gastrointestinaltrakt)
SekundärPenetrierendes Trauma durch FragmenteWunden durch Bombensplitter, Nägel oder Schrauben
TertiärWegschleudern des Körpers gegen ObjekteStumpfes Trauma, Schädel-Hirn-Trauma, Frakturen, Amputationen
QuaternärSonstige explosionsbedingte EinwirkungenVerbrennungen, toxische Expositionen

Präklinische Primärversorgung

Es wird eine Anpassung des klassischen ATLS-Algorithmus empfohlen. Anstelle des ABC-Schemas sollte das CABC-Schema (Catastrophic Bleeding, Airway, Breathing, Circulation) angewendet werden.

Die Leitlinie betont, dass die Kontrolle katastrophaler Blutungen Vorrang vor der Atemwegssicherung hat. Das Verbluten stellt die häufigste potenziell überlebbare Todesursache in diesem Szenario dar.

Blutungskontrolle

Zur Behandlung aktiver Blutungen wird direkter Druck mit steriler Tamponade sowie die Anlage eines Tourniquets empfohlen.

Die Leitlinie nennt folgende spezifische Maßnahmen zur Blutungskontrolle:

  • Erwägung bilateraler Tourniquets auch ohne aktive Blutung, da diese bei Beginn der Volumentherapie auftreten kann

  • Einsatz von Hämostyptika (z. B. XStat), welche laut Studien eine schnelle und anhaltende Blutstillung ermöglichen

  • Gabe von Tranexamsäure (TXA) zur Senkung der blutungsbedingten Mortalität

Management der Blast-Lung-Injury (BLI)

Bei Verdacht auf eine primäre Lungenverletzung (BLI) wird die Gabe von hochdosiertem Sauerstoff empfohlen. Bei respiratorischer Insuffizienz sollte eine endotracheale Intubation erfolgen.

Die Leitlinie warnt davor, dass eine mechanische Beatmung das Risiko für Alveolarrupturen, Pneumothoraces oder Luftembolien erhöhen kann.

Zudem wird eine sehr zurückhaltende intravenöse Volumentherapie empfohlen. Eine aggressive Reanimation kann eine Volumenüberladung und ein plötzliches Lungenödem provozieren.

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💡Praxis-Tipp

Ein kritischer Fallstrick bei der Versorgung von Explosionsopfern ist die unbedachte Volumengabe. Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor einer aggressiven intravenösen Reanimation bei Verdacht auf eine Blast-Lung-Injury, da dies ein akutes Lungenödem auslösen kann. Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine mechanische Beatmung bestehende Barotraumata der Lunge verschlechtern kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist das Verbluten die häufigste vermeidbare Todesursache bei Explosionsverletzungen. Daher hat die Kontrolle katastrophaler Blutungen (C) oberste Priorität, noch vor der Atemwegssicherung.

Es wird der sofortige Einsatz bei aktiven Extremitätenblutungen empfohlen. Die Leitlinie erwähnt zudem die Praxis, prophylaktisch bilaterale Tourniquets anzulegen, da Blutungen oft erst mit Beginn der Volumentherapie sichtbar werden.

Eine BLI ist eine klinische Diagnose, die auf Atemnot und Hypoxie im Kontext einer Explosion basiert. Betroffene präsentieren sich häufig mit Dyspnoe, Husten oder Brustschmerzen.

Die Leitlinie nennt Pneumothorax, Hämothorax sowie Fett- und Luftembolien als mögliche Komplikationen. Letztere können in das zentrale Nervensystem oder die Koronararterien gelangen.

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Quelle: StatPearls: EMS Improvised Explosive Devices And Terrorist Activity (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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