Elektrokardiogramm (EKG) Auswertung: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die StatPearls-Zusammenfassung (2026) bietet einen umfassenden Überblick über die Grundlagen, Durchführung und Interpretation des Elektrokardiogramms (EKG). Das EKG ist ein nicht-invasives diagnostisches Verfahren, das die elektrische Aktivität des Herzens aufzeichnet.
Es stellt den Goldstandard für die Diagnose verschiedener Herzerkrankungen dar. Die Untersuchung hat einen erheblichen klinischen Einfluss auf die Beurteilung des Schweregrades kardiovaskulärer Erkrankungen.
Zudem wird das EKG zunehmend zur Überwachung von medikamentösen Therapien, in der präoperativen Beurteilung sowie als Screening-Instrument im Sport eingesetzt. Eine korrekte Interpretation ist entscheidend, da Fehler zu Fehldiagnosen und Verzögerungen bei der Behandlung führen können.
Empfehlungen
Die Leitlinie beschreibt detailliert die Indikationen und die systematische Auswertung des EKGs.
Indikationen zur EKG-Diagnostik
Ein EKG wird bei einer Vielzahl von klinischen Fragestellungen eingesetzt. Zu den primären Indikationen gehören:
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Symptome wie Palpitationen, Schwindel, Zyanose, Brustschmerzen, Synkopen oder Krampfanfälle
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Erkennung von Myokardschäden, Ischämien und abgelaufenen Infarkten
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Beurteilung von Stoffwechselstörungen und Elektrolytentgleisungen
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Überwachung von Schrittmachern, Defibrillatoren und medikamentösen Therapien
Durchführung und Technik
Für eine korrekte Ableitung wird eine Standard-Papiergeschwindigkeit von 25 mm/s verwendet. Dabei entspricht ein großes Kästchen auf der X-Achse 0,2 Sekunden und ein kleines Kästchen 0,04 Sekunden.
Die Kalibrierung erfolgt so, dass ein Spannungsanstieg von 1 mV einem Ausschlag von 1 cm entspricht. Die korrekte Platzierung der Extremitäten- und Brustwandableitungen (V1 bis V6) ist essenziell, um Vektorfehlinterpretationen zu vermeiden.
Systematische EKG-Auswertung
Die Auswertung sollte einem festen Schema folgen, das Frequenz, Rhythmus, Lagetyp sowie die Morphologie der Wellen und Intervalle umfasst. Die normale Herzfrequenz liegt zwischen 60 und 99 Schlägen pro Minute.
Zur Rhythmusbeurteilung wird die Beziehung zwischen P-Wellen und QRS-Komplexen analysiert. Ein normaler Sinusrhythmus zeigt positive P-Wellen in den Ableitungen I, II und aVF.
Der Lagetyp wird primär über die Ableitungen I und aVF bestimmt. Ein Normaltyp liegt vor, wenn der QRS-Komplex in beiden Ableitungen positiv ist.
Normwerte und Intervalle
Die Beurteilung der Intervalle ist entscheidend für die Erkennung von Überleitungsstörungen und Arrhythmierisiken.
| Parameter | Normwert / Dauer | Klinische Bedeutung bei Abweichung |
|---|---|---|
| PR-Intervall | 120-200 ms | AV-Blöcke, Präexzitationssyndrome |
| QRS-Komplex | < 120 ms | Schenkelblöcke, Hyperkaliämie, ventrikuläre Rhythmen |
| QT-Intervall | < 400-440 ms | Risiko für Torsades de Pointes, ventrikuläre Arrhythmien |
| ST-Strecke | 80-120 ms | Myokardinfarkt, Ischämie, Perikarditis |
Pathologische Veränderungen
Eine ST-Hebung von mindestens 1 mm in den Extremitätenableitungen oder 2 mm in den Brustwandableitungen am J-Punkt ist hochspezifisch für einen akuten Myokardinfarkt. Oft zeigen sich dabei reziproke ST-Senkungen in den gegenüberliegenden Ableitungen.
Bei den AV-Blöcken wird zwischen drei Graden unterschieden. Ein AV-Block 3. Grades ist durch eine komplette elektrische Dissoziation zwischen Vorhöfen und Kammern gekennzeichnet und erfordert häufig eine Schrittmachertherapie.
Kontraindikationen
Es gibt keine absoluten Kontraindikationen für die Durchführung eines Elektrokardiogramms.
Als relative Kontraindikationen gelten die Verweigerung der Untersuchung durch die betroffene Person sowie bekannte Allergien gegen das verwendete Elektroden-Klebegel.
💡Praxis-Tipp
Der Text warnt davor, dass eine inkorrekte Platzierung der EKG-Elektroden zu Artefakten und potenziell gefährlichen Fehldiagnosen führen kann. Zudem wird betont, dass eine ST-Hebung nicht zwingend ischämisch bedingt ist, sondern auch bei Perikarditis, Brugada-Syndrom oder als gutartige Normvariante (frühe Repolarisation) auftreten kann. Es wird empfohlen, zur Unterscheidung zwischen Perikarditis und Myokardinfarkt auf PR-Senkungen und die Morphologie der ST-Strecke zu achten.
Häufig gestellte Fragen
Laut Text kann die Frequenz berechnet werden, indem 300 durch die Anzahl der großen Kästchen oder 1500 durch die Anzahl der kleinen Kästchen zwischen zwei R-Zacken geteilt wird. Bei unregelmäßigem Rhythmus wird die Anzahl der Schläge in einem 10-Sekunden-Streifen mit 6 multipliziert.
Der Text beschreibt die Platzierung von V1 und V2 rechts und links des Sternumrandes. V4 wird im fünften Interkostalraum in der Medioklavikularlinie platziert, während V6 auf gleicher Höhe in der mittleren Axillarlinie angebracht wird.
Die Leitlinie beschreibt eine zunehmende Verlängerung des PR-Intervalls, bis schließlich eine P-Welle nicht mehr von einem QRS-Komplex gefolgt wird. Dieses Muster wiederholt sich regelmäßig und erfordert bei asymptomatischen Personen meist keine spezifische Intervention.
Es wird beschrieben, dass eine ST-Hebung von mindestens 1 mm in den Extremitätenableitungen oder 2 mm in den Brustwandableitungen an der J-Punkt-Markierung klinisch signifikant ist. Oft treten gleichzeitig reziproke ST-Senkungen in den gegenüberliegenden Ableitungen auf.
Ein verlängertes QT-Intervall birgt laut Text ein akutes Risiko für schwerwiegende ventrikuläre Arrhythmien, einschließlich Torsades de Pointes und Kammerflimmern. Als häufige Ursachen werden Medikamente, Elektrolytstörungen und angeborene Syndrome genannt.
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Quelle: StatPearls: Electrocardiogram (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.