DLCO (CO-Diffusionskapazität): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die Diffusionskapazität der Lunge für Kohlenmonoxid (DLCO) misst die Menge an Kohlenmonoxid, die pro Minute von den Alveolen in die Erythrozyten übertritt. Dieser Parameter dient der Beurteilung der pulmonalen Gasaustauschfunktion und der Integrität der alveolokapillären Membran.
Für die Untersuchung wird Kohlenmonoxid (CO) aufgrund seiner hohen Affinität zu Hämoglobin verwendet. Die Absorption von CO wird primär durch Veränderungen der Membran und weniger durch den Blutfluss limitiert, was eine präzise Beurteilung der Diffusionsbarriere ermöglicht.
Die Messung hilft bei der Evaluation von Dyspnoe, Hypoxämie, Emphysemen und interstitiellen Lungenerkrankungen (ILD). Sie dient zudem als früher Indikator für Erkrankungen wie die idiopathische Lungenfibrose (IPF), noch bevor spirometrische Veränderungen messbar sind.
Empfehlungen
Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur klinischen Anwendung der DLCO:
Indikationen und klinische Anwendung
Laut Leitlinie wird die DLCO-Messung für verschiedene diagnostische Zwecke empfohlen:
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Evaluation obstruktiver Lungenerkrankungen (z.B. zur Differenzierung zwischen Emphysem und chronisch obstruktiver Bronchitis)
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Früherkennung und Monitoring von interstitiellen Lungenerkrankungen (ILD)
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Abklärung von pulmonalvaskulären Erkrankungen bei Patienten mit Dyspnoe und normaler Spirometrie
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Prädiktor für postoperative Komplikationen bei Lungenresektionen oder Lungenvolumenreduktionsplastiken
Durchführung der Messung
Als Standardverfahren wird die Single-Breath-Methode (Einzelatemzug-Methode) beschrieben. Die Durchführung erfolgt nach definierten Kriterien:
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Der Patient atmet ein Testgasgemisch (0,3 % CO, Tracergas, Sauerstoff, Stickstoff) zügig ein.
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Es wird eine Atempause von exakt 10 Sekunden bei totaler Lungenkapazität (TLC) empfohlen.
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Anschließend erfolgt eine vollständige Ausatmung zur Analyse der Gaskonzentration.
Es wird darauf hingewiesen, dass maximal fünf Tests pro Sitzung durchgeführt werden sollten. Weitere Tests können den DLCO-Wert um bis zu 3,5 % senken.
Vorbereitung und Störfaktoren
Um verfälschte Ergebnisse zu vermeiden, werden spezifische Vorbereitungsmaßnahmen empfohlen:
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Verzicht auf Rauchen am Tag der Untersuchung (mindestens 4 Stunden vorher)
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Vermeidung von körperlicher Anstrengung vor dem Test
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Pausieren einer Sauerstofftherapie 10 bis 15 Minuten vor der Messung
Bei bekannter oder vermuteter Anämie wird die Bestimmung des aktuellen Hämoglobinwertes empfohlen. Dies ermöglicht eine rechnerische Korrektur des DLCO-Wertes.
Einflussfaktoren auf den DLCO-Wert
Die Leitlinie klassifiziert verschiedene klinische Zustände nach ihrem Effekt auf die Diffusionskapazität:
| Effekt auf DLCO | Assoziierte Erkrankungen und Zustände |
|---|---|
| Erhöht | Asthma, Polyzythämie, schwere Adipositas, Links-rechts-Shunt, große Höhe, körperliche Belastung |
| Erniedrigt (normale Lungenvolumina) | Anämie, pulmonalvaskuläre Erkrankungen, frühe ILD |
| Erniedrigt (mit Obstruktion) | Emphysem, Mukoviszidose, Sarkoidose, Alpha-1-Antitrypsin-Mangel |
| Erniedrigt (mit Restriktion) | Interstitielle Lungenerkrankung (ILD), Pneumonitis |
Kontraindikationen
Laut Leitlinie ist die DLCO-Messung innerhalb eines Monats nach einem Myokardinfarkt kontraindiziert.
Als relative Kontraindikationen werden Brust- oder Bauchschmerzen, Gesichts- oder Mundschmerzen, Stressinkontinenz sowie Demenz oder Verwirrtheitszustände genannt.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass ein normaler DLCO-Wert eine Sauerstoffdesättigung unter Belastung nicht sicher ausschließt. Vor Beginn einer Sauerstofftherapie wird daher die Bestätigung einer arteriellen Desättigung mittels Pulsoximetrie oder Blutgasanalyse empfohlen. Zudem wird betont, dass Faktoren wie Asthma oder Adipositas den DLCO-Wert künstlich erhöhen und somit eine zugrunde liegende restriktive Pathologie maskieren können.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls-Leitlinie sollten Patienten am Tag der Untersuchung, mindestens jedoch 4 Stunden vor dem Test, nicht rauchen. Rauchen senkt den DLCO-Wert durch erhöhte Carboxyhämoglobin-Spiegel.
Eine Anämie reduziert die Kohlenmonoxid-Bindungskapazität des Blutes, was zu einem verringerten DLCO-Wert führt. Es wird empfohlen, den Hämoglobinwert zu messen und den DLCO-Wert rechnerisch zu korrigieren.
Die Untersuchung ist innerhalb eines Monats nach einem Myokardinfarkt absolut kontraindiziert. Relative Kontraindikationen umfassen unter anderem akute Schmerzen im Brust- oder Bauchraum sowie Verwirrtheitszustände.
Zu den Faktoren, die den DLCO-Wert erhöhen können, zählen unter anderem Asthma, Polyzythämie, schwere Adipositas und Links-rechts-Shunts. Auch der Aufenthalt in großen Höhen oder körperliche Belastung vor dem Test können die Werte steigern.
Bei Patienten mit einem Emphysem ist der DLCO-Wert typischerweise erniedrigt, da die Gasaustauschfläche zerstört ist. Bei Patienten mit Asthma hingegen ist der DLCO-Wert in der Regel normal oder sogar erhöht.
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Quelle: StatPearls: Diffusing Capacity of the Lungs for Carbon Monoxide (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.