Cubitus Varus (Gunstock-Deformität): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Der Cubitus varus, auch als "Gunstock-Deformität" bekannt, ist eine triplanare Fehlstellung des Ellenbogens. Sie ist gekennzeichnet durch eine Varusangulation in der Koronarebene, eine Extension in der Sagittalebene und eine Innenrotation in der Transversalebene.
Laut der StatPearls-Zusammenfassung entsteht die Deformität am häufigsten durch in Fehlstellung verheilte suprakondyläre Humerusfrakturen bei Kindern im Alter von 4 bis 8 Jahren. Seltener sind Verletzungen der lateralen Kondyle, Epiphysenfugenschäden oder Osteonekrosen die Ursache.
Obwohl die Fehlstellung oft als rein kosmetisches Problem betrachtet wird, kann sie zu Spätkomplikationen führen. Dazu zählen posterolaterale Rotationsinstabilität (PLRI), Ulnarneuropathie, ein Schnappen des Trizeps oder späte Schmerzen im lateralen Ellenbogen.
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte zur Diagnostik und Therapie:
Klinische und radiologische Evaluation
Es wird eine gründliche klinische Untersuchung empfohlen, die eine vollständige neurovaskuläre Beurteilung sowie die Prüfung der Rotationsfehlstellung umfasst.
Zur radiologischen Beurteilung sind Ganzbein-Röntgenaufnahmen (anterior-posterior) beider oberen Extremitäten erforderlich. Diese dienen der Bestimmung des Humerus-Ellenbogen-Handgelenk-Winkels (HEW-Winkel), welcher den physiologischen Tragwinkel am genauesten abbildet.
Zusätzlich wird die Anfertigung streng seitlicher Röntgenaufnahmen empfohlen, um das Ausmaß der Extensionsdeformität zu beurteilen.
Schweregradeinteilung
Die Literatur teilt den Schweregrad der Deformität in vier Stufen ein:
| Grad | Beschreibung |
|---|---|
| Grad I | Verlust des physiologischen Valgus |
| Grad II | Varus von 0 bis 10 Grad |
| Grad III | Varus von 11 bis 20 Grad |
| Grad IV | Varus > 20 Grad |
Operative Therapie
Als Therapie der Wahl wird die Korrekturosteotomie des distalen Humerus beschrieben. Das Ziel des Eingriffs ist die Wiederherstellung einer normalen Gelenkausrichtung von 5 bis 15 Grad Valgus sowie eines stabilen Gelenks.
Es werden verschiedene Osteotomietechniken aufgeführt, wobei keine einzelne Methode als sicherer oder erfolgreicher als andere eingestuft wird:
-
Laterale "Closing-Wedge"-Osteotomie (am häufigsten durchgeführt, technisch weniger anspruchsvoll)
-
Dome-Osteotomie (vermeidet eine Prominenz der lateralen Kondyle, jedoch technisch anspruchsvoll)
-
Step-Cut- und Reverse-Step-Cut-Techniken (bieten eine vergrößerte Oberfläche und inhärente Stabilität)
-
Multiplanare Osteotomien (zur Korrektur der Rotationskomponente)
-
Distraktionsosteogenese (kontrollierte Dehnung mit geringer Rate an Korrekturverlusten)
Postoperative Nachsorge
Die postoperative Versorgung variiert je nach gewähltem Verfahren. Es wird typischerweise die Anlage einer posterioren Oberarmgipsschiene für 2 bis 3 Wochen beschrieben.
Im Anschluss werden aktive Bewegungsübungen empfohlen. Eingebrachte K-Drähte werden in der Regel nach 4 bis 6 Wochen in Abhängigkeit vom Heilungsverlauf entfernt.
💡Praxis-Tipp
Ein wichtiger Hinweis aus der Literatur ist, dass bei der häufig angewandten lateralen "Closing-Wedge"-Osteotomie der Erhalt des medialen osteoperiostalen Scharniers entscheidend ist. Ein Verlust dieses Scharniers während der Heilung kann zu einer Unterkorrektur und einem Rezidiv der Deformität führen. Zudem wird betont, dass eine unkorrigierte Deformität langfristig eine symptomatische posterolaterale Rotationsinstabilität (PLRI) oder eine Ulnarneuropathie begünstigen kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut der Zusammenfassung entsteht die Deformität am häufigsten als Folge einer in Fehlstellung verheilten suprakondylären Humerusfraktur. Dies betrifft vor allem Kinder im Alter von 4 bis 8 Jahren.
Die primäre Indikation für eine Operation ist oft der kosmetische Aspekt. Ein Eingriff wird jedoch medizinisch angeraten, wenn klinische Symptome wie eine Gelenkinstabilität oder eine Beteiligung des Nervus ulnaris auftreten.
Es werden Komplikationsraten von bis zu 15 Prozent beschrieben. Zu den möglichen Risiken zählen Verletzungen des Nervus radialis oder ulnaris, Infektionen, Gelenksteife sowie eine Unter- oder Überkorrektur.
Es wird die Bestimmung des Humerus-Ellenbogen-Handgelenk-Winkels (HEW-Winkel) anhand von Ganzbein-Röntgenaufnahmen empfohlen. Dieser Winkel bietet die genaueste Methode zur Bestimmung des physiologischen Tragwinkels.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: StatPearls: Cubitus Varus (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.