Gehstützen und Gangarten: StatPearls Übersicht
Hintergrund
Gehstützen sind medizinische Hilfsmittel, die die Mobilität unterstützen, indem sie das Körpergewicht von den Beinen auf den Rumpf und die Arme verlagern. Laut StatPearls werden sie hauptsächlich bei Verletzungen der unteren Extremitäten oder bei neurologischen Beeinträchtigungen eingesetzt.
Sie ermöglichen die Entlastung der betroffenen Extremität und fördern so die Heilung akuter Verletzungen. Zudem bieten sie Menschen mit chronischen orthopädischen oder neurologischen Erkrankungen eine Möglichkeit, mobil und unabhängig zu bleiben.
Empfehlungen
Indikationen
Die Leitlinie nennt als Indikation jeden temporären oder permanenten Zustand, bei dem das Gleichgewicht oder die Gewichtsbelastung der unteren Extremitäten beeinträchtigt ist. Voraussetzung für die Nutzung ist eine ausreichende Kraft und Koordination des Oberkörpers.
Auswahl der Gehstützen
Es werden drei Hauptkategorien von Gehstützen unterschieden. Die Auswahl sollte basierend auf der Dauer der Anwendung und den physischen Voraussetzungen erfolgen:
| Typ | Anwendungsdauer | Gewichtsverlagerung auf | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Axillarstützen | Kurzfristig | Arme und Rumpf | Am häufigsten; nicht bei Handgelenksproblemen oder schwachem Oberkörper |
| Unterarmgehstützen | Langfristig | Gesamte Oberarme | Erfordert gute Oberkörperkraft; geeignet für aktive Personen |
| Plattformstützen | Langfristig | Unterarme | Höchste Stabilität, geringste Manövrierbarkeit; bei schweren neurologischen Ausfällen |
Anpassung
Eine korrekte Anpassung wird dringend empfohlen, um schwere Verletzungen zu vermeiden. Für die verschiedenen Modelle gelten folgende Richtwerte:
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Axillarstützen: Das Schulterpolster sollte bei entspannter Schulter 2 Zoll (etwa zwei Fingerbreit) unter der Achselhöhle liegen. Der Handgriff wird auf 30 Grad Ellenbogenbeugung eingestellt. Die Stütze wird etwa 6 Zoll außerhalb der Füße platziert.
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Unterarmgehstützen: Der Handgriff sollte eine Ellenbogenbeugung von 30 Grad ermöglichen. Die Manschette wird 1,5 Zoll unterhalb des Ellenbogens positioniert, die Stütze 4 Zoll außerhalb der Füße.
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Plattformstützen: Die Winkelung muss so eingestellt werden, dass Stabilität gefördert und ein Reiben am Ellenbogen verhindert wird.
Gangarten
Je nach Verletzung und Koordination können verschiedene Gangarten trainiert werden:
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Ein-Stützen-Gang: Die Stütze wird auf der Seite des gesunden Beins geführt und zusammen mit dem verletzten Bein nach vorne gesetzt.
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Zwei-Punkt-Gang: Linke Stütze und rechtes Bein bewegen sich gleichzeitig nach vorne, gefolgt von rechter Stütze und linkem Bein.
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Drei-Punkt-Gang: Dies ist die am häufigsten verwendete Technik. Beide Stützen und das verletzte Bein werden vorgeschoben, während das gesunde Bein das Gewicht trägt.
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Vier-Punkt-Gang: Bietet die größte Unterstützung. Linke Stütze, dann rechtes Bein, dann rechte Stütze, dann linkes Bein.
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Durchschwing-Gang (Swing-to): Beide Stützen werden vorgeschoben, anschließend schwingen beide Beine nach vorne.
Kontraindikationen
Das Alter stellt eine häufige Kontraindikation dar, da sehr alte oder sehr junge Menschen oft nicht über die nötige Rumpfkraft und Koordination verfügen, um Gehstützen sicher zu nutzen.
Zudem gelten muskuloskelettale oder neurologische Erkrankungen, die Mobilität, Kraft und Sensibilität einschränken, als potenzielle Kontraindikationen für die kurz- oder langfristige Nutzung von Gehstützen.
💡Praxis-Tipp
Bei der Verwendung von Axillarstützen wird davor gewarnt, das Körpergewicht auf dem Schulterpolster abzustützen. Dies kann zu einem Druck auf den Plexus brachialis führen und eine Parese des Nervus radialis und Nervus ulnaris (Krückenlähmung) verursachen. Es wird empfohlen, Anwender entsprechend zu instruieren und auf eine korrekte Anpassung zu achten.
Häufig gestellte Fragen
Laut Text ist der Drei-Punkt-Gang die am häufigsten angewendete Technik. Dabei werden beide Stützen und das verletzte Bein gleichzeitig nach vorne gesetzt, während das gesunde Bein das Körpergewicht trägt.
Das Schulterpolster sollte etwa zwei Fingerbreit unter der Achselhöhle liegen. Der Handgriff wird so eingestellt, dass der Ellenbogen um 30 Grad gebeugt ist.
Plattformstützen werden für die langfristige Nutzung bei Personen mit schweren neurologischen Beeinträchtigungen der unteren Extremitäten empfohlen. Sie bieten eine erhöhte Stabilität, weisen jedoch eine geringere Manövrierbarkeit auf.
Sehr junge oder sehr alte Menschen haben oft nicht die erforderliche Rumpfkraft und Koordination für die Nutzung. Auch Personen mit Erkrankungen, die Kraft, Sensibilität oder Mobilität stark einschränken, weisen Kontraindikationen auf.
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Quelle: StatPearls: Crutches (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.