Redo-CABG: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die erneute Anlage eines koronaren Bypasses (Redo-CABG) stellt eine chirurgische Herausforderung dar und geht mit einer erhöhten Mortalität einher. Fortschritte in der perkutanen Koronarintervention (PCI) haben die Häufigkeit von Redo-CABGs in der Praxis reduziert.
Ein zentrales Problem bei Re-Sternotomien ist das erhöhte Risiko für Verletzungen bestehender Grafts und kardialer Strukturen. Zudem erschweren offene Bypässe die Myokardprotektion während der Operation, da sie die kardioplegische Lösung auswaschen können.
Empfehlungen
Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte für die Planung und Durchführung einer Redo-CABG:
Präoperative Diagnostik
Es wird eine umfassende Bildgebung empfohlen, um die Anatomie und die Lage alter Grafts zu beurteilen. Eine präoperative CT-Untersuchung des Thorax ist entscheidend, um die Nähe kardialer Strukturen zum Sternum zu bewerten.
Zusätzlich wird eine Koronarangiographie zur Darstellung der nativen Gefäße und der Bypass-Durchgängigkeit angeraten. Bei hohem Thromboembolierisiko sollte laut Text ein EKG-getriggertes CT als sicherere Alternative erwogen werden.
Indikationsstellung
Die Entscheidung zur Revascularisierungsstrategie sollte durch ein interdisziplinäres Heart-Team getroffen werden (Klasse-1-Empfehlung). Die Leitlinie beschreibt folgende Präferenzen bei der Verfahrenswahl:
| Klinische Situation | Bevorzugte Strategie |
|---|---|
| Erhaltener LIMA-Graft auf RIVA, kleine Ischämieareale | Elektive PCI |
| Schlechte Zielgefäße für CABG | Elektive PCI |
| PCI technisch nicht möglich | Redo-CABG |
| Neuer arterieller Conduit zum RIVA bietet Überlebensvorteil | Redo-CABG |
| Hohes operatives Risiko oder limitierte Lebenserwartung | PCI oder medikamentöse Therapie |
Chirurgisches Vorgehen
Für die Re-Sternotomie wird eine sorgfältige Präparation empfohlen, bei der die Lungen durch den Anästhesisten hyperinflatiert werden. Dies dient dazu, dass sich die Lungen schützend zwischen Sternum und Herz legen.
Um eine effektive Kardioplegie zu gewährleisten, müssen offene Grafts isoliert und abgeklemmt werden. Zudem wird die frühzeitige Freilegung der Femoralgefäße empfohlen, um im Notfall eine schnelle Kanülierung für die Herz-Lungen-Maschine zu ermöglichen.
Kontraindikationen
Eine Redo-CABG ist kontraindiziert bei schweren, etablierten Myokardinfarkten mit ausgedehnten betroffenen Arealen ohne Nachweis von vitalem Myokard.
Zudem wird von einem Eingriff abgeraten, wenn geeignete Zielgefäße für eine PCI vorliegen, die Lebenserwartung gering ist oder das chirurgische Risiko als prohibitiv hoch eingestuft wird.
💡Praxis-Tipp
Bei der Einleitung der Anästhesie wird die standardmäßige Anlage von Defibrillationspads empfohlen. Verwachsungen im Perikard verhindern oft die schnelle Anwendung interner Defibrillationspads, falls es während der Sternotomie zu Rhythmusstörungen kommt. Zudem ist die Isolation und das Abklemmen offener Grafts essenziell, um ein Auswaschen der Kardioplegie-Lösung durch warmes Blut zu verhindern.
Häufig gestellte Fragen
Eine PCI wird laut Leitlinie bevorzugt, wenn der LIMA-Graft zum RIVA erhalten ist und nur kleine Ischämieareale vorliegen. Auch bei Personen mit schlechten Zielgefäßen für eine erneute Bypass-Operation wird die PCI empfohlen.
Das CT dient der Beurteilung der anatomischen Verhältnisse und der Lage alter Grafts. Es hilft dem Chirurgen, die Nähe kardialer Strukturen zum Sternum einzuschätzen und Verletzungen bei der Re-Sternotomie zu vermeiden.
Offene Grafts müssen während der Operation isoliert und abgeklemmt werden. Dies verhindert, dass warmes Blut die kardioplegische Lösung auswäscht und die elektrische Aktivität des Herzens reaktiviert.
Zu den Hauptrisiken zählen Verletzungen des Herzens, der großen Gefäße und bestehender Bypässe aufgrund von Verwachsungen. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für intraoperative Myokardinfarkte durch Thrombenlösung aus alten Venengrafts.
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Quelle: StatPearls: Coronary Artery Bypass Graft Redo (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.