Basilarismigräne (Migräne mit Hirnstammaura): Leitlinie
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie befasst sich mit der Migräne mit Hirnstammaura, die historisch als Basilarismigräne oder Bickerstaff-Migräne bezeichnet wurde. Es handelt sich um einen seltenen Subtyp der Migräne mit Aura. Die Symptome gehen dabei vom Hirnstamm oder beiden zerebralen Hemisphären gleichzeitig aus.
Früher wurde ein Spasmus der Arteria basilaris als Ursache vermutet. Heute geht man laut Leitlinie von einer neuronalen Ursache aus, die auf einer kortikalen Streudepolarisierung (Cortical Spreading Depression) beruht.
Die Erkrankung tritt häufiger bei Frauen auf. Der Manifestationsgipfel liegt typischerweise in der Adoleszenz und im jungen Erwachsenenalter zwischen 7 und 20 Jahren.
Empfehlungen
Bildgebung und Evaluation
Zum Ausschluss von Differenzialdiagnosen wird eine Bildgebung (MRT, MRA oder CT-Angiografie des Kopfes) empfohlen. Damit sollen Schlaganfälle, Tumoren oder arteriovenöse Malformationen ausgeschlossen werden.
Bei Bewusstseinsminderung oder Verwirrtheit wird zudem ein EEG zum Ausschluss von Anfällen angeraten.
Diagnostische Kriterien
Für die Diagnosestellung nach den Kriterien der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft (ICHD) wird das Vorliegen von mindestens zwei Attacken gefordert. Die Leitlinie nennt folgende spezifische Kriterien:
| Kriterium | Beschreibung |
|---|---|
| Aurasymptome | Mindestens zwei Hirnstammsymptome (z.B. Schwindel, Dysarthrie, Diplopie, Tinnitus, Ataxie, Bewusstseinsminderung) |
| Ausschluss | Es dürfen keine motorischen oder retinalen Symptome vorliegen |
| Zeitlicher Verlauf | Allmähliche Entwicklung über ≥ 5 Minuten, Dauer zwischen 5 und 60 Minuten |
| Kopfschmerz | Beginnt während der Aura oder innerhalb einer Stunde danach |
Akuttherapie
Die Behandlung einer akuten Attacke erfolgt laut Leitlinie symptomatisch. Es wird der Einsatz von NSAR sowie Antiemetika (wie Prochlorperazin oder Metoclopramid) empfohlen.
Triptane und Ergotamine wurden traditionell wegen der Befürchtung einer zerebralen Ischämie vermieden. Neuere Berichte zeigen jedoch einen Nutzen von Triptanen, auch wenn die Sicherheit aufgrund fehlender Daten noch nicht abschließend geklärt ist.
Prophylaxe
Bei häufigen und einschränkenden Kopfschmerzen wird eine präventive Therapie empfohlen. Die Identifikation und Vermeidung von Triggern sowie das Führen eines Kopfschmerztagebuchs werden angeraten.
| Medikament | Stellenwert in der Prophylaxe |
|---|---|
| Verapamil | Häufig eingesetztes Standardmedikament zur Prävention |
| Topiramat | Häufig eingesetztes Standardmedikament zur Prävention |
| Propranolol | Wird traditionell vermieden, da es den zerebralen Blutfluss beeinflussen kann |
Kontraindikationen
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Propranolol: Wird in der Prophylaxe traditionell vermieden, da es den zerebralen Blutfluss beeinflussen kann.
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Triptane und Ergotamine: Wurden historisch aufgrund des Risikos einer zerebralen Ischämie vermieden; die Sicherheit ist mangels ausreichender Daten noch nicht abschließend bestätigt.
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Östrogenhaltige Kontrazeptiva: Erhöhen das Schlaganfallrisiko weiter und sollten im Rahmen der Risikofaktormodifikation beachtet werden.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, dass motorische oder retinale Symptome (wie Schwäche, Lähmungen oder einseitiger Sehverlust) nicht zur Migräne mit Hirnstammaura passen und zwingend eine Abklärung alternativer Diagnosen erfordern.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist Schwindel (Vertigo) das am häufigsten auftretende Aurasymptom. Begleitend treten oft typische Aurasymptome wie Sehstörungen oder Sprachprobleme auf.
Die Aurasymptome entwickeln sich allmählich über mindestens 5 Minuten. Sie halten typischerweise zwischen 5 und 60 Minuten an und sind vollständig reversibel.
Traditionell werden Triptane wegen des befürchteten Risikos einer zerebralen Ischämie vermieden. Die Leitlinie merkt an, dass neuere Berichte zwar einen Nutzen zeigen, die Sicherheit aber noch nicht abschließend durch Daten belegt ist.
Als am häufigsten verwendete Medikamente zur Prävention nennt die Leitlinie Verapamil und Topiramat. Propranolol wird hingegen traditionell vermieden.
Es wird eine MRT, MRA oder CT-Angiografie des Kopfes empfohlen. Diese dient dem Ausschluss schwerwiegender Differenzialdiagnosen wie Schlaganfällen, Tumoren oder arteriovenösen Malformationen.
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Quelle: StatPearls: Basilar Migraine (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.