Vordere Nasentamponade bei Epistaxis: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Epistaxis ist ein häufiger nasaler Notfall, der in über 90 Prozent der Fälle im vorderen Septumbereich (Locus Kiesselbachii) auftritt. Die StatPearls-Leitlinie beschreibt, dass vorderes Nasenbluten in der Regel gutartig und selbstlimitierend ist.
Zu den häufigsten Ursachen zählen laut Leitlinie direkte Traumata, trockene Schleimhäute, Fremdkörper sowie der Gebrauch von intranasalen Medikamenten oder Drogen. Auch systemische Faktoren wie arterielle Hypertonie, Gerinnungsstörungen oder eine Antikoagulationstherapie begünstigen das Auftreten.
Eine vordere Nasentamponade wird in der Notaufnahme dann erforderlich, wenn konservative Maßnahmen versagen. Dazu gehören die direkte Kompression, der Einsatz von Vasokonstriktoren oder die chemische Kauterisation.
Empfehlungen
Vorbereitung und Diagnostik
Die Leitlinie empfiehlt zunächst die Reinigung der Nasenhöhle von Koageln mittels Absaugung, um eine genaue Inspektion zu ermöglichen. Der Patient sollte dabei aufrecht sitzen, den Hals beugen und den Kopf leicht strecken (Schnüffelposition).
Vor der Tamponade sollte ein Versuch mit topischen Vasokonstriktoren (z. B. Oxymetazolin) und einer 15- bis 20-minütigen manuellen Kompression erfolgen. Bei einer umschriebenen, sichtbaren Blutungsquelle wird primär eine Kauterisation mit Silbernitrat empfohlen.
Indikationen
Eine vordere Nasentamponade ist indiziert, wenn Kompression, Vasokonstriktoren und Kauterisation die Blutung nicht stoppen können. Zudem wird sie zur intraoperativen oder postoperativen Hämostase beschrieben.
Durchführung der Tamponade
Es wird empfohlen, vorgefertigte Nasentamponaden (z. B. aus Polyvinylalkohol oder aufblasbare Ballons) anstelle von traditionellen Gazestreifen zu verwenden. Die Leitlinie beschreibt folgende Schritte für die Platzierung:
-
Großzügiges Bestreichen der Tamponade mit antibiotischer Salbe oder Vaseline.
-
Einführen der Tamponade mit festem Druck parallel zum Nasenboden, nicht nach kranial.
-
Expansion von Schwammtamponaden durch Injektion von ca. 10 ml physiologischer Kochsalzlösung, Oxymetazolin oder Tranexamsäure.
-
Befüllung von Ballontamponaden mit ca. 20 ml Luft.
Nachsorge und Besonderheiten
Nach der Einlage wird eine Überwachung von 10 bis 60 Minuten empfohlen, um die Hämostase zu verifizieren. Die Tamponade sollte laut Leitlinie für mindestens 24 Stunden belassen werden, da eine zu frühe Entfernung das Nachblutungsrisiko signifikant erhöht.
Bei Patienten mit Gerinnungsstörungen wird der Einsatz von resorbierbaren Materialien erwogen. Dies soll erneute Schleimhautverletzungen bei der sonst notwendigen Entfernung der Tamponade vermeiden.
Kontraindikationen
Laut der StatPearls-Leitlinie gelten folgende Kontraindikationen für die vordere Nasentamponade:
-
Schädelbasisfrakturen (absolute Kontraindikation)
-
Signifikante Gesichts- oder Nasenbeinfrakturen (absolute Kontraindikation)
-
Hämodynamische Instabilität mit akutem Transfusionsbedarf (relative Kontraindikation bis zur Stabilisierung)
-
Atemwegsverlegung mit Intubationsbedarf (relative Kontraindikation bis zur Sicherung der Atemwege)
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, aufblasbare Ballontamponaden mit Wasser oder Kochsalzlösung zu füllen. Es wird betont, dass zwingend Luft verwendet werden muss, da diese kompressibel ist und das Risiko für schwerwiegende Drucknekrosen der Nasenschleimhaut verringert. Zudem wird darauf hingewiesen, die Tamponade immer parallel zum Nasenboden und niemals nach kranial gerichtet einzuführen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie gibt an, dass vordere Nasentamponaden für mindestens 24 Stunden belassen werden sollten. Es wird darauf hingewiesen, dass eine frühere Entfernung das Risiko für Nachblutungen signifikant erhöht.
Vor der Einlage einer Tamponade wird der Versuch mit topischen Vasokonstriktoren beschrieben. Der Text nennt hierfür beispielsweise 0,05%iges Oxymetazolin in Kombination mit einer 15- bis 20-minütigen manuellen Kompression.
Bei antikoagulierten Patienten gestaltet sich die Blutstillung laut Leitlinie schwieriger. Es wird beschrieben, dass die Zugabe von Tranexamsäure auf die Tamponade oder die Verwendung von resorbierbaren Materialien hilfreich sein kann, um erneute Blutungen bei der Entfernung zu vermeiden.
Die prophylaktische Gabe von oralen Antibiotika ist laut Leitlinie kein Standard, kann aber im Ermessen des behandelnden Arztes erfolgen. Es wird angemerkt, dass es keine starke Evidenz dafür gibt, dass Antibiotika eine Sinusitis oder ein toxisches Schocksyndrom sicher verhindern.
Nach der Platzierung parallel zum Nasenboden wird die Expansion der Tamponade beschrieben. Dies erfolgt gemäß der Leitlinie durch die Injektion von etwa 10 ml physiologischer Kochsalzlösung, Oxymetazolin oder Tranexamsäure direkt auf das Material.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: StatPearls: Anterior Epistaxis Nasal Pack (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.