Anatomie mediastinaler Lymphknoten: StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Das Mediastinum enthält lebenswichtige Organe und dient als zentraler Knotenpunkt für die Lymphdrainage. Es wird funktionell in ein vorderes, mittleres und hinteres Mediastinum unterteilt.
Diese Unterteilung hilft bei der Eingrenzung von Differenzialdiagnosen bei thorakalen Läsionen. Zu den möglichen Pathologien gehören Infektionen wie Tuberkulose, Sarkoidose, Lymphome oder die noduläre Ausbreitung von Lungenkrebs.
Das lymphatische System transportiert interstitielle Flüssigkeit, Immunzellen und Makromoleküle zurück in den Blutkreislauf. Die Lymphknoten filtern dabei potenzielle Bedrohungen wie Bakterien, Viren und Tumorzellen aus der Lymphe, bevor diese wieder in das venöse System gelangen.
Empfehlungen
Der StatPearls-Text beschreibt die anatomische und klinische Einteilung der intrathorakalen Lymphknoten sowie deren Bedeutung für die Diagnostik.
IASLC-Klassifikation der Lymphknoten
Die aktuellste und maßgebliche Einteilung erfolgt nach der Karte der International Association for the Study of Lung Cancer (IASLC). Diese teilt die intrathorakalen Lymphknoten in 14 Stationen und 7 Zonen ein:
| Zone | Stationen | Beschreibung |
|---|---|---|
| Supraklavikulär | 1 | Untere zervikale, supraklavikuläre und sternale Lymphknoten |
| Obere Zone | 2, 3, 4 | Obere und untere paratracheale, prävaskuläre und retrotracheale Knoten |
| Aortopulmonal | 5, 6 | Subaortale (AP-Fenster) und paraaortale Lymphknoten |
| Subkarinal | 7 | Lymphknoten direkt unterhalb der Karina |
| Untere Zone | 8, 9 | Paraösophageale Knoten und Knoten des Ligamentum pulmonale |
| Hilär / Interlobär | 10, 11 | Hiläre und interlobäre Lymphknoten (extra-mediastinal) |
| Peripher | 12, 13, 14 | Lobäre, segmentale und subsegmentale Knoten (extra-mediastinal) |
Bildgebung und Diagnostik
Zur Beurteilung der Lymphknoten werden folgende radiologische Kriterien herangezogen:
-
Die Computertomografie (CT) wird als bevorzugte radiologische Modalität zur Darstellung beschrieben.
-
Normale mediastinale Lymphknoten messen in der kurzen Achse typischerweise weniger als 10 mm.
-
Eine Größe von über 15 mm oder eine FDG-Avidität im PET/CT-Scan gelten als besonders verdächtig und erfordern eine genaue Abklärung.
Klinisches Staging bei Lungenkrebs
Die genaue Identifikation der Lymphknotenstation ist für das chirurgische Staging essenziell. Der Text definiert die N-Stadien wie folgt:
-
Ein Befall der ipsilateralen Stationen 10 bis 14 wird als N1-Erkrankung klassifiziert.
-
Ein Tumorwachstum in den ipsilateralen mediastinalen Stationen 2 bis 9 gilt als N2-Erkrankung.
-
Ein Befall kontralateraler mediastinaler oder hilärer Knoten sowie der Station 1 wird als N3-Erkrankung eingestuft.
Biopsietechniken
Je nach Lokalisation der betroffenen Lymphknoten kommen unterschiedliche Verfahren zur Gewebeentnahme zum Einsatz:
-
Die Mediastinoskopie eignet sich für die Stationen 1, 2, 3, 4 und 7.
-
Der endobronchiale Ultraschall (EBUS) ermöglicht die Punktion der Stationen 2, 4, 7 sowie 10 bis 12.
-
Der endoskopische Ultraschall (EUS) wird für die Stationen 2L, 4L, 7, 8 und 9 verwendet.
💡Praxis-Tipp
Der Text weist darauf hin, dass der Ductus thoracicus eine erhebliche anatomische Variabilität aufweist und der klassische Verlauf nur bei 40 bis 60 Prozent der Menschen vorliegt. Es wird betont, dass eine Verletzung dieses Gefäßes oder der mediastinalen Lymphwege zu einem Chylothorax führen kann. Bei der Planung chirurgischer Eingriffe im Mediastinum wird daher eine genaue Kenntnis dieser anatomischen Varianten als essenziell beschrieben.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls messen gesunde mediastinale Lymphknoten in der kurzen Achse typischerweise weniger als 10 mm. Eine Vergrößerung über 15 mm wird als verdächtig eingestuft und sollte weiter abgeklärt werden.
Der Text beschreibt, dass beim Lungenkrebs der ipsilaterale Befall der extrapleuralen Stationen 10 bis 14 als N1-Erkrankung gilt. Diese umfassen die hilären, interlobären und peripheren Lymphknoten.
Die subkarinalen Lymphknoten der Station 7 können über verschiedene Zugangswege erreicht werden. Es wird beschrieben, dass sowohl die Mediastinoskopie als auch EBUS (endobronchialer Ultraschall) und EUS (endoskopischer Ultraschall) für die Probenentnahme geeignet sind.
Die IASLC-Klassifikation ist das aktuellste System zur Kartierung intrathorakaler Lymphknoten. Sie teilt die Lymphknoten in 14 Stationen ein und ersetzt ältere Systeme wie die Naruke-Klassifikation.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: StatPearls: Anatomy, Thorax, Mediastinal Lymph Nodes (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.