Sensorische Wahrnehmungsstörungen: Diagnose & Therapie
Hintergrund
Sensorische Wahrnehmungsstörungen sind Veränderungen im Muster sensorischer Reize, die zu einer abnormen Reaktion führen. Die Wahrnehmung von Hören, Sehen, Tasten, Riechen oder kinästhetischen Reizen kann dabei laut der StatPearls-Leitlinie verstärkt, vermindert oder verzerrt sein.
Diese Veränderungen beeinträchtigen das Verhalten, die Entscheidungsfindung und die Problemlösungsfähigkeit der Betroffenen. Bei isolierten Personen kann eine sensorische Deprivation zu Angstzuständen, Depressionen, Aggressionen und Halluzinationen führen.
Zu den Risikofaktoren zählen akute Erkrankungen, chronische Leiden, Alterungsprozesse sowie umweltbedingte oder iatrogene Ursachen. Ein sensorischer Overload entsteht häufig in lauten Umgebungen wie der Notaufnahme oder bei unzureichender Reizfilterung im Rahmen von Demenzerkrankungen.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie:
Diagnostik und Evaluation
Die Leitlinie empfiehlt eine sorgfältige Evaluation, um die zugrunde liegende Ursache der Wahrnehmungsstörung zu ermitteln. Zur Identifikation eines Delirs auf der Intensivstation wird die Verwendung validierter Bewertungsinstrumente empfohlen.
Hierzu zählen laut Text:
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Confusion Assessment Method for the Intensive Care Unit (CAM-ICU)
-
Intensive Care Delirium Screening Checklist (ICDSC)
Je nach Verdachtsdiagnose wird eine weiterführende Diagnostik mittels EKG, Labor, Liquoruntersuchung, EEG oder cCT empfohlen.
Ursachenspezifische Wahrnehmungsstörungen
Die Leitlinie beschreibt spezifische sensorische Veränderungen in Abhängigkeit von der zugrunde liegenden neurologischen oder psychiatrischen Erkrankung:
| Erkrankung | Pathophysiologie | Typische sensorische Auswirkung |
|---|---|---|
| Schizophrenie | Abnorme Neurotransmittersignale | Positive Symptome, gestörte Gesichtsemotionserkennung |
| Alzheimer-Krankheit | Kortikale Degeneration und Atrophie | Visuelle Beeinträchtigungen, Simultanagnosie |
| Parkinson-Krankheit | Verlust dopaminerger Zellen in der Retina | Visuoperzeptuelle Defizite |
| Temporallappenepilepsie | Beteiligung des limbischen Systems | Olfaktorische Beeinträchtigungen |
Allgemeine Therapiemaßnahmen
Die Sicherheit der Betroffenen hat oberste Priorität, da ein erhöhtes Risiko für Stürze und Verletzungen besteht. Es wird empfohlen, eine regelmäßige Reorientierung zu Zeit, Ort und Person durchzuführen.
Die Leitlinie rät zu folgenden unterstützenden Maßnahmen:
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Bereitstellung von Sehhilfen und Hörgeräten
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Kommunikation auf Augenhöhe und im Sichtfeld
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Schaffung einer organisierten und reizarmen Umgebung
Management auf der Intensivstation (ICU)
Zur Vorbeugung und Behandlung eines ICU-Delirs wird eine multikomponente, nicht-pharmakologische Intervention empfohlen. Von einer pharmakologischen Behandlung des Delirs auf der Intensivstation wird aufgrund schlechter klinischer Ergebnisse abgeraten.
Empfohlene nicht-pharmakologische Maßnahmen umfassen:
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Einsatz von Ohrstöpseln und Schlafmasken zur Schlafverbesserung
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Lärmkontrollstrategien und Musiktherapie
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Lichttherapie und kognitiv stimulierende Aktivitäten
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Einbindung von Familienangehörigen und Mitbringen persönlicher Gegenstände
Kontraindikationen
Die Leitlinie formuliert folgende Warnhinweise bezüglich der medikamentösen Therapie:
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Es wird davor gewarnt, Benzodiazepine zur Behandlung eines Delirs einzusetzen, da diese insbesondere bei älteren Menschen das Delir verschlimmern können.
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Von einer generellen pharmakologischen Intervention zur Vorbeugung und Behandlung des Delirs auf der Intensivstation wird abgeraten, da dies mit schlechteren klinischen Ergebnissen assoziiert ist.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass ein Delir auf der Intensivstation trotz seiner hohen Häufigkeit oft unterdiagnostiziert wird. Es wird hervorgehoben, dass die Förderung einer guten Schlafhygiene durch einfache Mittel wie Ohrstöpsel und Schlafmasken eine der effektivsten Maßnahmen zur Delirprävention darstellt.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie wird die Verwendung validierter Instrumente wie der Confusion Assessment Method for the Intensive Care Unit (CAM-ICU) oder der Intensive Care Delirium Screening Checklist (ICDSC) empfohlen.
Die Leitlinie rät von einer pharmakologischen Intervention zur Prävention und Behandlung des Delirs auf der Intensivstation ab. Stattdessen wird ein multikomponenter, nicht-pharmakologischer Ansatz empfohlen.
Es wird davor gewarnt, dass Benzodiazepine maßgeblich zur Entstehung oder Verschlechterung eines Delirs beitragen können. Dies gilt laut Leitlinie insbesondere für ältere Personen.
Die Leitlinie empfiehlt, Familienmitglieder aktiv in die Pflege einzubinden und sie persönliche Gegenstände wie Brillen oder Fotos mitbringen zu lassen. Dies unterstützt die kognitive Stimulation und die Reorientierung der Betroffenen.
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Quelle: StatPearls: Sensory and Perceptual Alterations (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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