StatPearls2026

Rifampicin: Indikation, Dosierung und Interaktionen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Rifampin (Rifampicin) ist ein bakterizides Antibiotikum, das primär zur Behandlung von mykobakteriellen Infektionen sowie schweren grampositiven bakteriellen Infektionen eingesetzt wird. Die StatPearls-Monographie beschreibt den Einsatz als zentralen Baustein in der Kombinationstherapie der Tuberkulose (TB).

Der Wirkmechanismus beruht auf der Hemmung der DNA-abhängigen RNA-Polymerase (RNAP) der Bakterien. Dadurch wird die RNA-Synthese gestoppt, ohne die menschlichen Enzyme zu beeinflussen.

Zusätzlich wird Rifampin aufgrund seiner enzyminduzierenden Eigenschaften in der Leber zur Linderung von Pruritus bei cholestatischen Lebererkrankungen eingesetzt.

Empfehlungen

Indikationen und Einsatzgebiete

Laut Leitlinie ist Rifampin von der FDA für die Behandlung der aktiven und latenten Tuberkulose zugelassen. Es wird als Teil einer Kombinationstherapie eingesetzt, um Resistenzen zu vermeiden.

Zudem wird der Einsatz zur Eradikation von asymptomatischen Neisseria meningitidis-Trägern im Nasenrachenraum empfohlen. Im Off-Label-Use beschreibt die Quelle die Anwendung bei Lepra, schweren Staphylokokken-Infektionen (wie MRSA, Endokarditis) und zur Prophylaxe bei Haemophilus influenzae-Trägern.

Arzneimittelinteraktionen

Die Leitlinie betont, dass Rifampin ein potenter Induktor von Cytochrom-P450-Enzymen (insbesondere CYP3A4, CYP2C9, CYP2C19) sowie von P-Glykoprotein ist. Dies führt zu einer beschleunigten Elimination zahlreicher Medikamente.

Es wird eine engmaschige Überprüfung der Begleitmedikation empfohlen. Zu den betroffenen Wirkstoffen gehören unter anderem:

  • Direkte orale Antikoagulanzien (DOAKs)

  • Opioide (Oxycodon, Methadon)

  • Statine und Kalziumkanalblocker

  • Orale Kontrazeptiva und Sulfonylharnstoffe

Monitoring und Überwachung

Aufgrund der potenziellen Hepatotoxizität wird vor Therapiebeginn eine Bestimmung der Leberfunktionswerte (LFTs) empfohlen. Bei Auftreten von Symptomen einer Leberschädigung oder einer signifikanten Erhöhung der Transaminasen rät die Leitlinie zur Dosisreduktion oder zum Absetzen.

Zudem wird ein therapeutisches Drug-Monitoring für Medikamente mit enger therapeutischer Breite (wie Digoxin oder Tacrolimus) empfohlen, wenn diese zeitgleich verabreicht werden.

Dosierung

Die Leitlinie empfiehlt die Einnahme von Rifampin eine Stunde vor oder zwei Stunden nach den Mahlzeiten, da Nahrung die Resorption um 30 Prozent verringert.

IndikationPatientengruppeDosierung
Aktive TuberkuloseErwachsene10 mg/kg/Tag (max. 600 mg/Tag) für mind. 6 Monate
Aktive TuberkuloseKinder10-20 mg/kg/Tag in Kombinationstherapie
Latente TuberkuloseErwachsene10 mg/kg/Tag (max. 600 mg/Tag) für 4 Monate
Meningokokken-TrägerErwachsene600 mg zweimal täglich für 2 Tage
Meningokokken-TrägerKinder (< 1 Monat)10 mg/kg alle 12 Stunden für 2 Tage

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Bekannte Allergie gegen Rifampin oder andere Rifamycine (z. B. Rifabutin).

  • Gleichzeitige Anwendung von bestimmten Proteaseinhibitoren (Fosamprenavir, Atazanavir, Darunavir, Tipranavir, Saquinavir).

  • Gleichzeitige Gabe von Ritonavir-geboostertem Saquinavir (Risiko schwerer Hepatotoxizität).

  • Gleichzeitige Anwendung von Praziquantel (Therapieversagen durch erniedrigte Spiegel).

  • Warnung vor schweren Hautreaktionen wie dem Stevens-Johnson-Syndrom oder der toxischen epidermalen Nekrolyse.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger Praxishinweis der Leitlinie ist die Aufklärung der Behandelten über die harmlose, aber oft beunruhigende orange-rote Verfärbung von Körperflüssigkeiten wie Urin, Schweiß, Speichel und Tränen. Es wird darauf hingewiesen, dass weiche Kontaktlinsen durch die Tränenflüssigkeit dauerhaft verfärbt werden können.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird die Einnahme eine Stunde vor oder zwei Stunden nach einer Mahlzeit empfohlen. Eine gleichzeitige Nahrungsaufnahme reduziert die Resorption des Medikaments um etwa 30 Prozent.

Es wird empfohlen, vor Therapiebeginn die Basis-Leberfunktionswerte zu bestimmen. Bei einem Anstieg der ALT auf das Dreifache des oberen Normwerts mit Symptomen oder auf das Fünffache ohne Symptome rät die Leitlinie zum Absetzen der Therapie.

Die Leitlinie gibt an, dass Rifampin während der Schwangerschaft sicher verabreicht werden kann und nicht mit Fehlbildungen assoziiert ist. Auch das Stillen kann fortgesetzt werden, wobei über eine mögliche Verfärbung der Muttermilch aufgeklärt werden sollte.

Bei cholestatischen Lebererkrankungen induziert Rifampin mikrosomale Enzyme, was zur Hydroxylierung von Gallensäuren führt. Dies verringert laut Leitlinie deren Rückresorption und lindert so den Pruritus.

Rifampin induziert das Enzym CYP2C19, was zu einer erhöhten Konzentration des aktiven Metaboliten von Clopidogrel führt. Die Leitlinie warnt, dass dadurch das Blutungsrisiko potenziell ansteigt.

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Quelle: StatPearls: Rifampin (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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