IQWiG2016Onkologie

Ramucirumab bei mKRK: Indikation und Zusatznutzen

Diese Leitlinie stammt aus 2016 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2016)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Zusatznutzen von Ramucirumab bewertet. Die Bewertung bezieht sich auf die Kombinationstherapie mit FOLFIRI bei erwachsenen Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom (mKRK).

Die Zielgruppe umfasst Patienten mit einem Tumorprogress während oder nach einer vorausgegangenen Therapie mit Bevacizumab, Oxaliplatin und einem Fluoropyrimidin. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) FOLFIRI festgelegt.

Grundlage der Bewertung ist die randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie RAISE. In dieser wurde Ramucirumab plus FOLFIRI mit Placebo plus FOLFIRI verglichen.

Empfehlungen

Die Nutzenbewertung formuliert folgende Kernaussagen basierend auf der RAISE-Studie:

Gesamtüberleben und geschlechtsspezifische Unterschiede

Laut IQWiG zeigt sich beim Gesamtüberleben eine signifikante Effektmodifikation durch das Geschlecht.

  • Für Frauen ergibt sich ein Hinweis auf einen Zusatznutzen der Kombinationstherapie.

  • Für Männer ist ein Zusatznutzen bezüglich des Gesamtüberlebens nicht belegt.

Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität

Die Auswertung der Symptomatik und Lebensqualität (EORTC QLQ-C30) zeigt laut Bewertung vor allem für männliche Patienten negative Effekte:

  • Es gibt Anhaltspunkte für einen geringeren Nutzen bei Männern hinsichtlich Appetitverlust und Verstopfung.

  • Ebenso zeigen sich bei Männern Anhaltspunkte für einen geringeren Nutzen beim globalen Gesundheitszustand sowie der körperlichen, emotionalen und der Rollenfunktion.

  • Für Frauen ist in diesen Kategorien weder ein Zusatznutzen noch ein geringerer Nutzen belegt.

Nebenwirkungen

Die Bewertung identifiziert Anhaltspunkte für einen höheren Schaden durch Ramucirumab plus FOLFIRI in mehreren Bereichen:

  • Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3) und Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen.

  • Blutungen und Hämorrhagien, einschließlich gastrointestinaler Blutungen.

  • Spezifische Ereignisse wie peripheres Ödem, palmar-plantares Erythrodysästhesiesyndrom und Kopfschmerzen.

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Das IQWiG leitet aus der Gesamtschau der positiven und negativen Effekte folgende Gesamtaussagen ab:

  • Für Frauen: Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen von Ramucirumab in Kombination mit FOLFIRI.

  • Für Männer: Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Dosierung

Die in der Zulassungsstudie RAISE angewendeten Dosierungen für den 2-wöchigen Behandlungszyklus lauten wie folgt:

MedikamentDosierungApplikation
Ramucirumab8 mg/kgi.v. Infusion über ca. 60 Minuten (Tag 1)
Irinotecan180 mg/m² KOFi.v. Infusion über 90 Minuten (Tag 1)
Folinsäure400 mg/m² KOFi.v. Infusion über 120 Minuten (Tag 1)
5-Fluorouracil (Bolus)400 mg/m² KOFi.v. Bolus über 2 bis 4 Minuten (Tag 1)
5-Fluorouracil (Infusion)2400 mg/m² KOFi.v. Infusion über 46 bis 48 Stunden (Tag 1-2)

Kontraindikationen

Laut den Einschlusskriterien der bewerteten Studie waren folgende Vor- und Begleitbehandlungen nicht erlaubt:

  • Vorbehandlung mit mehr als 2 verschiedenen Fluoropyrimidinen.

  • Gabe von Bevacizumab innerhalb von 28 Tagen vor Randomisierung.

  • Zusätzliche Chemotherapie oder Strahlentherapie neben der Studienmedikation.

  • Beginn einer Behandlung mit Bisphosphonaten oder RANK-L-Inhibitoren.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die IQWiG-Bewertung betont einen deutlichen geschlechtsspezifischen Unterschied in der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Ramucirumab bei metastasiertem Kolorektalkarzinom. Während sich für Frauen in der Gesamtschau ein Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen ergibt, überwiegen bei Männern die negativen Effekte, was zu einem Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen führt. Es wird empfohlen, diese geschlechtsspezifische Nutzen-Risiko-Relation bei der Therapieentscheidung zu berücksichtigen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG hängt der Zusatznutzen stark vom Geschlecht ab. Für Frauen gibt es einen Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen, während sich für Männer ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen im Vergleich zu FOLFIRI allein ergibt.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat FOLFIRI (Irinotecan, Folinsäure und 5-Fluorouracil) als zweckmäßige Vergleichstherapie festgelegt. Die Bewertung des IQWiG basiert auf dem Vergleich von Ramucirumab plus FOLFIRI gegen Placebo plus FOLFIRI.

Der Bericht identifiziert Anhaltspunkte für einen höheren Schaden durch schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3) und Therapieabbrüche. Spezifisch treten vermehrt Blutungen, gastrointestinale Blutungen, periphere Ödeme, das palmar-plantare Erythrodysästhesiesyndrom und Kopfschmerzen auf.

Die Bewertung gilt für erwachsene Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom, die während oder nach einer Therapie mit Bevacizumab, Oxaliplatin und einem Fluoropyrimidin einen Tumorprogress aufweisen. In der zugrundeliegenden Studie hatten die Patienten einen guten Allgemeinzustand (ECOG-PS ≤ 1).

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG A16-10: Ramucirumab (neues Anwendungsgebiet) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.