IQWiG2019Onkologie

Plattenepithelkarzinom: Cemiplimab Zusatznutzen

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A19-60 bewertet den Zusatznutzen von Cemiplimab als Monotherapie. Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Personen mit metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem kutanen Plattenepithelkarzinom (cSCC).

Voraussetzung für die Therapie ist, dass eine kurative Operation oder eine kurative Strahlentherapie nicht in Betracht kommen.

Die Bewertung unterscheidet zwei Fragestellungen basierend auf der Vortherapie. Es wird zwischen Personen ohne medikamentöse Vortherapie und solchen mit Krankheitsprogress nach vorheriger Systemtherapie differenziert.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Kernaussagen zur Nutzenbewertung:

Fragestellung 1: Keine medikamentöse Vortherapie

Für Personen ohne vorherige systemische Therapie legt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine systemische antineoplastische Therapie nach Maßgabe des Arztes als zweckmäßige Vergleichstherapie fest.

Laut Bewertung legte der pharmazeutische Unternehmer hierzu einen nicht adjustierten Vergleich einzelner Studienarme vor. Dieser Vergleich wird als nicht geeignet eingestuft, um einen Zusatznutzen abzuleiten.

Somit ist für diese Patientengruppe ein Zusatznutzen nicht belegt.

Fragestellung 2: Progress nach Vortherapie

Für Personen, deren Krebserkrankung nach einer vorherigen medikamentösen Therapie fortgeschritten ist, gilt Best Supportive Care (BSC) als zweckmäßige Vergleichstherapie.

Der Bericht kritisiert, dass der pharmazeutische Unternehmer die Population unzulässig unterteilte und keine Daten gegenüber BSC vorlegte.

Auch für diese Patientengruppe ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

Methodische Kritikpunkte

Das IQWiG bemängelt an den eingereichten Unterlagen folgende Aspekte:

  • Hohe Ergebnisunsicherheit durch den Vergleich einzelner Arme aus unterschiedlichen Studien.

  • Fehlende Daten zu Symptomatik, gesundheitsbezogener Lebensqualität und unerwünschten Ereignissen im vorgelegten Vergleich.

  • Mängel in der bibliografischen Recherche, die die Vollständigkeit der Suchergebnisse infrage stellen.

Dosierung

Die im Bericht zitierte Fachinformation nennt folgende Dosierungsempfehlungen:

MedikamentDosisApplikationswegIntervall
Cemiplimab350 mgIntravenöse Infusion (30 Minuten)Alle 3 Wochen

Die Behandlung kann bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zum Auftreten einer nicht mehr akzeptablen Toxizität fortgesetzt werden. Es werden keine Dosisreduktionen empfohlen.

Kontraindikationen

Laut den im Bericht zitierten Fachinformationen gelten folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile.

  • Risiko für schwere und tödlich verlaufende immunvermittelte Nebenwirkungen (z. B. Pneumonitis, Kolitis, Hepatitis, Endokrinopathien, Nephritis).

  • Mögliche schwere oder lebensbedrohliche infusionsbedingte Reaktionen.

  • Die Anwendung in der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, es sei denn, der klinische Nutzen überwiegt das Risiko.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass unter der Therapie mit Cemiplimab schwere immunvermittelte Nebenwirkungen auftreten können, die jedes Organsystem betreffen können. Es wird empfohlen, auf Symptome wie Pneumonitis oder Kolitis zu achten und die Therapie gegebenenfalls zu unterbrechen sowie mit Kortikosteroiden zu behandeln.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung ist ein Zusatznutzen von Cemiplimab für dieses Anwendungsgebiet nicht belegt. Der pharmazeutische Unternehmer legte keine geeigneten Daten für einen validen Vergleich vor.

Für Personen ohne medikamentöse Vortherapie legt der G-BA eine systemische antineoplastische Therapie nach Maßgabe des behandelnden Arztes als Vergleichstherapie fest.

Die empfohlene Dosis beträgt 350 mg alle drei Wochen. Die Verabreichung erfolgt als intravenöse Infusion über einen Zeitraum von 30 Minuten.

Die Anwendung während der Schwangerschaft wird laut Fachinformation nicht empfohlen. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während und bis vier Monate nach der Therapie eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

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Quelle: IQWiG A19-60: Cemiplimab - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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