Plantarfasziomatose: Diagnostik, Stadien und Therapie
Hintergrund
Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die Plantarfasziomatose, auch bekannt als Morbus Ledderhose, als eine benigne, proliferative Bindegewebserkrankung. Sie manifestiert sich durch ein fibröses Überwachstum der oberflächlichen Plantaraponeurose.
Als typische Präsentation wird ein langsam wachsender Knoten im medialen oder zentralen Bereich der Fußsohle beschrieben. Die genaue Ätiologie ist laut Leitlinie unbekannt, jedoch werden genetische Faktoren, wiederholte Traumata, Diabetes mellitus und Alkoholabusus als Risikofaktoren genannt.
Es wird eine starke Assoziation mit anderen fibromatösen Erkrankungen hervorgehoben. Insbesondere Patienten mit einer Dupuytren-Kontraktur der Hand weisen ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Morbus Ledderhose auf.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte für das klinische Management:
Diagnostik
Die Diagnose wird primär klinisch anhand der Anamnese und der körperlichen Untersuchung gestellt. Zur Bestätigung und Operationsplanung werden bildgebende Verfahren empfohlen:
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Ultraschall als schnelles, kosteneffizientes Instrument zur Beurteilung von Tiefe, Größe und Anzahl der Knoten.
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Magnetresonanztomographie (MRT) zur genauen Operationsplanung und Beurteilung des Ausmaßes der Kontrakturen.
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Röntgenaufnahmen zum Ausschluss knöcherner Pathologien.
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Eine Biopsie wird erwogen, um Malignome auszuschließen.
Stadieneinteilung
Zur Beurteilung des Schweregrades wird die Klassifikation nach Sammarco und Mangone herangezogen:
| Stadium | Ausdehnung der Läsion | Beteiligung von Haut oder Muskeln |
|---|---|---|
| Grad 1 | Fokale Läsion, keine Ausdehnung | Keine Beteiligung |
| Grad 2 | Multiple Areale, distale/proximale Ausdehnung | Keine Beteiligung |
| Grad 3 | Multiple Areale, distale/proximale Ausdehnung | Haut- oder Muskelbeteiligung vorhanden |
| Grad 4 | Multiple Areale, distale/proximale Ausdehnung | Sowohl Haut- als auch Muskelbeteiligung |
Konservative Therapie
Laut Leitlinie fokussieren sich nicht-operative Maßnahmen primär auf die Symptomlinderung. Als Basistherapie werden entzündungshemmende Medikamente, Physiotherapie und Schuhzurichtungen (z. B. Einlagen zur Entlastung) beschrieben.
Zusätzlich werden folgende interventionelle Ansätze aufgeführt:
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Lokale Steroidinjektionen zur Reduktion der Knotengröße.
-
Verapamil (topisch oder intraläsional) zur Hemmung der Kollagenproduktion.
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Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) zur Schmerzreduktion.
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Strahlentherapie, die besonders in frühen Stadien das Fortschreiten verlangsamen kann.
Chirurgische Therapie
Eine Operation ist laut Leitlinie indiziert, wenn konservative Behandlungen versagen und Alltagsaktivitäten eingeschränkt sind. Es wird darauf hingewiesen, dass die komplette Fasziektomie mit etwa 25 % die geringste Rezidivrate aufweist.
Lokale oder weite Exzisionen gehen mit deutlich höheren Rezidivraten von bis zu 100 % einher. Bei der Schnittführung wird vor transversalen oder Zick-Zack-Schnitten gewarnt, da diese die arterielle Versorgung der Fußsohle gefährden können.
Kontraindikationen
Die endoskopische subtotale Plantarfasziektomie ist laut Leitlinie kontraindiziert bei Knoten, die oberflächlich an der Haut anhaften.
Ebenso wird von diesem Verfahren abgeraten, wenn die Läsionen in die tiefe Fußmuskulatur einwachsen oder neurovaskuläre Strukturen beteiligt sind.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis der Leitlinie betrifft die extrem hohe Rezidivrate nach chirurgischen Eingriffen. Es wird betont, dass insbesondere die einfache lokale Exzision mit einer Rezidivrate von 60 % bis 100 % einhergeht, weshalb die komplette Fasziektomie als primäre chirurgische Option mit der geringsten Rückfallquote betrachtet wird.
Häufig gestellte Fragen
Patienten präsentieren sich laut Leitlinie meist mit langsam wachsenden Knoten im Bereich der Fußsohle, oft im Fußgewölbe. Bei Fortschreiten der Erkrankung treten Schmerzen beim Gehen oder langen Stehen auf.
Die Leitlinie nennt den Ultraschall als schnelles diagnostisches Mittel in der Praxis. Für eine detaillierte Operationsplanung und den Ausschluss anderer Pathologien wird eine MRT empfohlen.
Ein chirurgischer Eingriff ist laut Leitlinie erst dann indiziert, wenn konservative Maßnahmen versagen. Zudem muss eine deutliche Einschränkung der Alltagsaktivitäten, wie etwa Probleme beim Gehen oder Tragen von Schuhen, vorliegen.
Ja, die Leitlinie beschreibt eine starke Assoziation zwischen beiden Erkrankungen. Etwa 15 % der Patienten mit einer Dupuytren-Kontraktur der Hand entwickeln auch eine Plantarfasziomatose.
Als Basistherapie werden orthopädische Einlagen, Physiotherapie und entzündungshemmende Medikamente beschrieben. Ergänzend können laut Leitlinie lokale Steroidinjektionen oder Verapamil zur Verkleinerung der Knoten eingesetzt werden.
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Quelle: StatPearls: Plantar Fibromatosis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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