Obstruktive Schlafapnoe (OSA): Diagnostik und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das obstruktive Schlafapnoe-Hypopnoe-Syndrom (OSAHS) ist durch eine Verengung oder den Verschluss der oberen Atemwege während des Schlafes gekennzeichnet. Dies führt laut der NICE-Leitlinie zu Hypopnoen oder Apnoen, die Schlaffragmentierung und exzessive Tagesschläfrigkeit verursachen können.

Das Adipositas-Hypoventilationssyndrom (OHS) kombiniert Adipositas mit einer wachen Hyperkapnie und schlafbezogenen Atmungsstörungen. Ein COPD-OSAHS-Overlap-Syndrom liegt vor, wenn Betroffene sowohl an einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung als auch an einer OSAHS leiden.

Die Leitlinie zielt darauf ab, die Erkennung, Untersuchung und Behandlung dieser verwandten Erkrankungen bei Erwachsenen ab 16 Jahren zu verbessern. Unbehandelt sind diese Syndrome eng mit kardiovaskulären Komplikationen und einer reduzierten Lebensqualität assoziiert.

Empfehlungen

Die NICE-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen:

Klinische Beurteilung und Priorisierung

Es wird eine Abklärung auf OSAHS empfohlen, wenn mindestens zwei typische Merkmale wie Schnarchen, beobachtete Apnoen oder unerklärliche Tagesschläfrigkeit vorliegen. Zur initialen Beurteilung der Schläfrigkeit wird die Epworth Sleepiness Scale (ESS) empfohlen.

Es wird betont, dass die ESS nicht allein als Überweisungskriterium dienen sollte, da nicht alle Betroffenen an exzessiver Schläfrigkeit leiden. Eine beschleunigte Überweisung an ein Schlaflabor wird für bestimmte Risikogruppen empfohlen.

Zu diesen priorisierten Gruppen gehören laut Leitlinie:

  • Berufskraftfahrer oder Personen in sicherheitskritischen Berufen

  • Schwangere

  • Personen mit instabilen kardiovaskulären Erkrankungen

  • Personen vor großen chirurgischen Eingriffen

Diagnostik und Klassifikation

Als primäres diagnostisches Verfahren wird die respiratorische Polygraphie im häuslichen Umfeld empfohlen. Falls diese nicht verfügbar ist, kann laut Leitlinie eine häusliche Oximetrie erwogen werden.

Bei negativer Polygraphie, aber anhaltenden Symptomen, wird eine Polysomnographie empfohlen. Die Schweregradeinteilung der OSAHS erfolgt anhand des Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI).

SchweregradApnoe-Hypopnoe-Index (AHI)
Leichte OSAHS5 bis < 15 Ereignisse/Stunde
Mittelschwere OSAHS15 bis < 30 Ereignisse/Stunde
Schwere OSAHS≥ 30 Ereignisse/Stunde

Bei Verdacht auf OHS oder ein Overlap-Syndrom wird zusätzlich eine Blutgasanalyse im Wachzustand empfohlen, um eine chronische ventilatorische Insuffizienz zu beurteilen.

Therapie der OSAHS

Eine Anpassung des Lebensstils, einschließlich Gewichtsreduktion und Schlafhygiene, wird für alle Schweregrade empfohlen. Bei leichter OSAHS mit symptombedingter Einschränkung der Lebensqualität wird eine Therapie mit kontinuierlichem positivem Atemwegsdruck (CPAP) empfohlen.

Für Personen mit mittelschwerer bis schwerer OSAHS stellt die CPAP-Therapie die Erstlinienbehandlung dar. Als Alternative zur CPAP-Therapie kann eine individuell angepasste Unterkiefer-Protrusionsschiene (Mandibular Advancement Splint) erwogen werden.

Dies gilt insbesondere, wenn die CPAP-Therapie nicht toleriert oder abgelehnt wird. Bei leichter bis mittelschwerer lageabhängiger OSAHS wird der Einsatz von Positionstrainern als Zweitlinientherapie genannt.

Therapie bei OHS und Overlap-Syndrom

Bei OHS und schwerer OSAHS ohne akute ventilatorische Insuffizienz wird primär CPAP empfohlen. Falls die Hyperkapnie persistiert oder CPAP nicht toleriert wird, sollte laut Leitlinie auf eine nicht-invasive Beatmung (NIV) umgestellt werden.

Für das COPD-OSAHS-Overlap-Syndrom wird CPAP als Erstlinientherapie erwogen, sofern keine schwere Hyperkapnie (PaCO2 ≤ 7,0 kPa) vorliegt. Bei schwerer Hyperkapnie wird stattdessen der Einsatz einer NIV empfohlen.

Monitoring und Nachsorge

Die Leitlinie empfiehlt unter CPAP- oder NIV-Therapie eine erste Verlaufskontrolle innerhalb eines Monats. Dabei kann ein Telemonitoring für bis zu 12 Monate eingesetzt werden, um die Adhärenz und Leckagen zu überprüfen.

Nach erfolgreicher Einstellung der Therapie wird eine jährliche Routinekontrolle empfohlen. Es wird betont, dass ein kontinuierlicher Zugang zu einem Schlaflabor für technische Unterstützung und Zubehör gewährleistet sein sollte.

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt spezifische Kontraindikationen und Warnhinweise für bestimmte Therapieformen:

  • Unterkiefer-Protrusionsschienen: Diese sind bei aktiver Parodontitis, unbehandelter Karies, Zahnlosigkeit oder generalisierten tonisch-klonischen Anfällen kontraindiziert.

  • Positionstrainer: Der Einsatz bei schwerer OSAHS wird nicht empfohlen, da in dieser Gruppe meist auch in Seitenlage obstruktive Ereignisse auftreten.

  • Oximetrie-Monotherapie: Es wird davor gewarnt, die Oximetrie allein zur Diagnose von OSAHS bei Herzinsuffizienz oder chronischen Lungenerkrankungen zu verwenden, da dies zu ungenauen Ergebnissen führen kann.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, die Epworth Sleepiness Scale (ESS) als alleiniges Kriterium für eine Überweisung an ein Schlaflabor zu verwenden. Es wird betont, dass nicht alle Personen mit einer behandlungsbedürftigen obstruktiven Schlafapnoe an exzessiver Tagesschläfrigkeit leiden. Eine umfassende klinische Beurteilung unter Einbezug weiterer Symptome wie Schlaffragmentierung oder morgendlichen Kopfschmerzen wird empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird eine beschleunigte Überweisung für Berufskraftfahrer, Schwangere und Personen mit instabilen kardiovaskulären Erkrankungen empfohlen. Auch vor großen geplanten Operationen sollte eine rasche Abklärung erfolgen.

Die Leitlinie empfiehlt die respiratorische Polygraphie im häuslichen Umfeld als primäres Diagnostikum. Nur bei eingeschränkter Verfügbarkeit sollte auf eine häusliche Oximetrie ausgewichen werden.

Eine CPAP-Therapie wird bei leichter OSAHS empfohlen, wenn die Symptome die Lebensqualität oder die täglichen Aktivitäten beeinträchtigen. Zudem wird sie empfohlen, wenn Lebensstilanpassungen erfolglos blieben oder bestimmte berufliche Risikofaktoren vorliegen.

Als Alternative wird eine individuell angepasste Unterkiefer-Protrusionsschiene empfohlen, sofern der zahnmedizinische Status dies zulässt. Bei lageabhängiger OSAHS können auch Positionstrainer erwogen werden.

Bei Verdacht auf OHS wird zusätzlich zur Schlafuntersuchung eine Blutgasanalyse im Wachzustand empfohlen. Dies dient der Beurteilung einer chronischen ventilatorischen Insuffizienz und der Messung des CO2-Wertes.

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Quelle: NICE Guideline on Obstructive Sleep Apnoea (NICE, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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