IQWiG2021Rheumatologie

Nusinersen bei SMA: Indikation und klinischer Nutzen

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist ein Addendum zur Nutzenbewertung von Nusinersen. Er untersucht den Zusatznutzen des Wirkstoffs bei Patientinnen und Patienten mit 5q-assoziierter spinaler Muskelatrophie (SMA).

Die Bewertung stützt sich auf nachgereichte Auswertungen verschiedener Studien, darunter ENDEAR, CHERISH, SHINE und NURTURE. Dabei werden unterschiedliche Krankheitsstadien und Altersgruppen differenziert betrachtet.

Im Fokus stehen die Endpunkte Hospitalisierung, motorische Funktionsfähigkeit sowie spezifische unerwünschte Ereignisse. Die Ergebnisse dienen dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) als Grundlage für die finale Beschlussfassung über den Zusatznutzen.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht bewertet den Zusatznutzen von Nusinersen basierend auf nachgereichten Studiendaten. Die Ergebnisse werden nach Krankheitsstadium differenziert.

SMA Typ 1 (Früher Krankheitsbeginn)

Für Patientinnen und Patienten mit frühem Krankheitsbeginn (infantile Form) zeigt sich ein Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen im Vergleich zu Best Supportive Care (BSC). Dies gilt für eine Krankheitsdauer von maximal 12 Wochen.

Bei einer Krankheitsdauer von über 12 Wochen wird ein nicht quantifizierbarer Zusatznutzen festgestellt.

Diese Einschätzung stützt sich maßgeblich auf signifikante Verbesserungen der motorischen Funktionsfähigkeit. Diese wurde in den Studien mit dem CHOP INTEND-Score gemessen.

SMA Typ 2 (Späterer Krankheitsbeginn)

Für Patientinnen und Patienten mit späterem Krankheitsbeginn (SMA Typ 2, 3 und 4) gilt der Zusatznutzen als nicht belegt.

In der CHERISH-Studie zeigten sich zwar Vorteile bei krankheitsbezogenen Hospitalisierungen. Jedoch traten unter Nusinersen signifikant häufiger unerwünschte Ereignisse wie Erbrechen, Kopf- und Rückenschmerzen auf.

Zudem wurde die zweckmäßige Vergleichstherapie (BSC) in der Studie nicht adäquat nach deutschem Versorgungsstandard umgesetzt.

Präsymptomatische SMA

Für präsymptomatische Patientinnen und Patienten mit drei SMN2-Genkopien ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

Die Daten der NURTURE-Studie ließen sich laut IQWiG nicht mit anderen Studienpopulationen vergleichen. Alter und Krankheitsdauer unterschieden sich zu stark von den Vergleichsgruppen.

Für präsymptomatische Fälle mit genau zwei SMN2-Genkopien besteht weiterhin ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen.

Zusammenfassung des Zusatznutzens

Der Bericht fasst die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß des Zusatznutzens wie folgt zusammen:

IndikationZweckmäßige VergleichstherapieWahrscheinlichkeit und Ausmaß des Zusatznutzens
SMA Typ 1 (Krankheitsdauer ≤ 12 Wochen)Best Supportive Care (BSC)Hinweis auf erheblichen Zusatznutzen
SMA Typ 1 (Krankheitsdauer > 12 Wochen)Best Supportive Care (BSC)Nicht quantifizierbarer Zusatznutzen
SMA Typ 2, 3 und 4Best Supportive Care (BSC)Zusatznutzen nicht belegt
Präsymptomatische SMA (2 SMN2-Genkopien)Best Supportive Care (BSC)Anhaltspunkt für nicht quantifizierbaren Zusatznutzen
Präsymptomatische SMA (3 SMN2-Genkopien)Best Supportive Care (BSC)Zusatznutzen nicht belegt
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht traten in den Studien unter Nusinersen signifikant häufiger spezifische unerwünschte Ereignisse auf. Es wird beschrieben, dass insbesondere Erbrechen, Kopfschmerzen und Rückenschmerzen im Vergleich zur Scheinintervention vermehrt beobachtet wurden.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen bei einer Krankheitsdauer von bis zu 12 Wochen. Bei längerer Krankheitsdauer wird der Zusatznutzen als nicht quantifizierbar eingestuft.

Nein, für Patientinnen und Patienten mit späterem Krankheitsbeginn (SMA Typ 2, 3 und 4) gilt der Zusatznutzen laut Bericht als nicht belegt. Ein Hauptgrund ist die unzureichende Umsetzung der Best Supportive Care in den Zulassungsstudien.

Die Auswertung der CHERISH-Studie zeigt signifikant höhere Raten an unerwünschten Ereignissen unter Nusinersen. Dazu zählen vor allem Erbrechen, Kopfschmerzen und Rückenschmerzen.

In den bewerteten Studien wurde primär der CHOP INTEND-Score verwendet. Dieser erfasst die motorische Funktionsfähigkeit bei Patientinnen und Patienten mit frühem Krankheitsbeginn.

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Quelle: IQWiG A21-43: Nusinersen (spinale Muskelatrophie) - Addendum zum Auftrag A20-114 (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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