IQWiG2017Onkologie

Nivolumab bei Melanom: Zusatznutzen bei BRAF-V600-wt

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A17-27 bewertet den Zusatznutzen der Kombinationstherapie aus Nivolumab und Ipilimumab. Die Zielgruppe sind erwachsene, nicht vorbehandelte Personen mit fortgeschrittenem (nicht resezierbarem oder metastasiertem) Melanom.

Voraussetzung für diese spezifische Bewertung ist das Vorliegen eines BRAF-V600-Wildtyp-Tumors (BRAF-V600-wt). Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) eine Monotherapie mit Nivolumab oder Pembrolizumab festgelegt.

Der pharmazeutische Unternehmer wählte für sein Dossier den Vergleich mit der Nivolumab-Monotherapie. Die Datengrundlage der Bewertung bildet die randomisierte, doppelblinde Phase-3-Studie CA209-067.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Gesamtüberleben und Morbidität

Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich laut Bewertung kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Ein Zusatznutzen ist für diesen Endpunkt somit nicht belegt.

Bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der Symptomatik ergeben sich ebenfalls keine Vorteile für die Kombinationstherapie. Für das Symptom Diarrhö wird sogar ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen der Kombination abgeleitet.

Unerwünschte Ereignisse (Nebenwirkungen)

Die Bewertung identifiziert für die Kombinationstherapie ausschließlich negative Effekte im Bereich der Nebenwirkungen. Es ergeben sich Anhaltspunkte für einen höheren Schaden bei folgenden Endpunkten:

  • Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) (erhebliches Ausmaß)

  • Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE Grad 3-4) (erhebliches Ausmaß)

  • Therapieabbruch wegen unerwünschter Ereignisse

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtbetrachtung überwiegen die negativen Effekte der Kombinationstherapie in den Kategorien Morbidität und Nebenwirkungen.

Zusammenfassend stellt der Bericht für therapienaive Erwachsene mit fortgeschrittenem Melanom (BRAF-V600-wt) einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Nivolumab plus Ipilimumab gegenüber der Nivolumab-Monotherapie fest.

Dosierung

Die in der zugrundeliegenden Studie (CA209-067) verwendeten Dosierungen entsprachen den Vorgaben der Fachinformationen.

TherapiearmInduktionsphase (Woche 1-12)Erhaltungsphase (ab Woche 13)
Nivolumab + IpilimumabNivolumab 1 mg/kg + Ipilimumab 3 mg/kg alle 3 WochenNivolumab 3 mg/kg alle 2 Wochen
Nivolumab (Monotherapie)Nivolumab 3 mg/kg alle 2 WochenNivolumab 3 mg/kg alle 2 Wochen

Die Behandlung erfolgte bis zur Krankheitsprogression oder bis zum Auftreten inakzeptabler Toxizitäten. Dosisanpassungen waren im Studienprotokoll nicht vorgesehen.

Kontraindikationen

Laut Studienprotokoll waren bestimmte Begleitmedikationen während der Therapie nicht zugelassen. Dazu zählten:

  • Immunsuppressiva (außer zur Behandlung eines unerwünschten Ereignisses)

  • Systemische Kortikosteroide über 10 mg/Tag Prednison-Äquivalent (außer zur Behandlung von Nebenwirkungen)

  • Andere antineoplastische Therapien

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass die Kombinationstherapie aus Nivolumab und Ipilimumab im Vergleich zur Nivolumab-Monotherapie mit einer deutlich höheren Toxizität einhergeht. Es wird eine signifikant höhere Rate an schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen und Therapieabbrüchen beschrieben. Bei der Therapieentscheidung für Personen mit BRAF-V600-Wildtyp-Melanom sollte dieses ungünstigere Nebenwirkungsprofil ohne belegten Überlebensvorteil berücksichtigt werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung zeigt sich für das Gesamtüberleben kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen der Kombinationstherapie und der Nivolumab-Monotherapie. Ein Zusatznutzen bezüglich des Überlebens ist demnach nicht belegt.

Der Bericht stellt einen höheren Schaden durch schwerwiegende und schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE Grad 3-4) fest. Zudem kommt es unter der Kombinationstherapie signifikant häufiger zu Therapieabbrüchen aufgrund von Toxizitäten.

In der zugrundeliegenden Studie wurde Nivolumab in der Induktionsphase mit 1 mg/kg Körpergewicht alle 3 Wochen dosiert. Dies erfolgte in Kombination mit Ipilimumab (3 mg/kg Körpergewicht).

Nein, die vorliegende Bewertung bezieht sich spezifisch auf nicht vorbehandelte Erwachsene mit fortgeschrittenem Melanom. Zudem muss ein BRAF-V600-Wildtyp-Tumor vorliegen.

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Quelle: IQWiG A17-27: Nivolumab (Melanom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Ablauf Befristung) (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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