Neural adaptierte Beatmung (NAVA): Geräteeinstellung
Hintergrund
Die Neurally Adjusted Ventilatory Assist (NAVA) ist ein Beatmungsmodus, der die elektrische Aktivität des Zwerchfells (Edi) nutzt, um die Atemzüge des Patienten zu unterstützen. Laut der StatPearls-Zusammenfassung wird hierfür ein spezieller orogastraler oder nasogastraler Katheter verwendet, der die Signale erfasst.
Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Asynchronität zwischen Patient und Beatmungsgerät zu reduzieren. Im Gegensatz zu druck- oder flussgetriggerten Systemen erfolgt die Triggerung bei NAVA früher im Atemzyklus, da sie direkt durch das zentrale Nervensystem gesteuert wird.
Die Leitlinie beschreibt, dass NAVA sowohl in der invasiven als auch in der nicht-invasiven Beatmung (NIV-NAVA) eingesetzt werden kann. Besonders bei Neugeborenen hat sich das Verfahren als nützlich erwiesen, um kurzfristige klinische Endpunkte zu verbessern und den Beatmungsdruck zu senken.
Empfehlungen
Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte für den Einsatz von NAVA:
Indikationen
Die Anwendung von NAVA wird bei Patienten beschrieben, die eine konventionelle invasive oder nicht-invasive Beatmung benötigen. Für Erwachsene werden akutes Atemnotsyndrom (ARDS) und akutes hypoxämisches Atemversagen genannt.
Bei Neugeborenen und Kindern umfasst das Indikationsspektrum:
-
Atemnotsyndrom (RDS)
-
Primäre oder sekundäre pulmonale Hypertonie
-
Bronchopulmonale Dysplasie (BPD), insbesondere bei Asynchronität
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Zentrales Hypoventilationssyndrom
Vorbereitung und Katheterlage
Es wird beschrieben, dass die anatomische Platzierung des Edi-Katheters nach der NEX-Methode (Nase-Ohrläppchen-Xiphoid) erfolgen soll. Die Leitlinie rät von der Verwendung von Gleitmitteln ab, da diese das Edi-Signal stören können, erlaubt jedoch das Befeuchten mit Wasser.
Die korrekte Position muss laut Text verifiziert werden:
-
Im EKG-Fenster des Beatmungsgeräts sollen P- und QRS-Wellen in den oberen Elektroden sichtbar sein.
-
In den unteren Elektroden sollte ein Verlust der P-Welle und eine abgeschwächte QRS-Welle erkennbar sein.
-
Nach Bestätigung eines adäquaten Edi-Signals wird der Katheter fixiert.
Initiale Geräteeinstellungen
Die Leitlinie nennt spezifische Zielwerte und Parameter für den Start der NAVA-Beatmung:
| Parameter | Zielwert / Einstellung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Edi-Peak | 5 - 20 µV | Meist 10 - 15 µV angestrebt |
| NAVA-Level Anpassung | 0,1 - 0,2 cm H2O/µV | Schrittweise Titration zur Zielerreichung |
| Trigger-Edi | 0,5 µV | Initialwert, muss engmaschig angepasst werden |
| Max. PIP-Alarm (Neugeborene) | 30 - 35 cmH2O | Abhängig von der zugrundeliegenden Physiologie |
Der Trigger-Edi muss kontinuierlich überwacht werden, um ein Über- oder Untertriggerung zu vermeiden. Die Backup-Einstellungen für Apnoephasen sollten sich an den vorherigen konventionellen Beatmungsparametern orientieren.
Monitoring und Entwöhnung
Während der NAVA-Beatmung wird eine kontinuierliche Überwachung von Sauerstoffsättigung, transkutanem CO2, Blutgasen und dem Edi-Signal beschrieben. Ein häufiger Wechsel in den Backup-Modus kann darauf hindeuten, dass der Patient noch nicht bereit für eine Entwöhnung ist.
Die Entwöhnung (Weaning) erfolgt durch eine schrittweise Reduktion des NAVA-Levels um 0,5 bis 1 cm H2O/µV. Eine Extubation wird in Betracht gezogen, sobald der NAVA-Level 1 cm H2O/µV erreicht hat und der Patient klinisch stabil ist.
Kontraindikationen
Laut StatPearls ist NAVA bei Zuständen kontraindiziert, die den Atemantrieb einschränken oder anatomische Defekte des Zwerchfells darstellen.
Folgende Kontraindikationen werden explizit genannt:
-
Zentrale Störungen: Einsatz von Muskelrelaxanzien, Unterdrückung des Atemantriebs durch starke Sedierung oder Hirnverletzungen.
-
Periphere Störungen: Verletzungen des Nervus phrenicus.
-
Strukturelle Defekte: Ösophagusatresie, Zwerchfellhernie.
Zudem ist der NAVA-Katheter nicht MRT-kompatibel, weshalb das Verfahren bei anstehenden MRT-Untersuchungen ungeeignet ist.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass ein zu niedrig eingestellter Edi-Trigger (z. B. 0,5 µV bei einem basalen Edi-Min von 5 µV) zu einem "Over-Triggering" führen kann. Dabei löst das Gerät aufgrund normaler Zwerchfellvariationen ineffektive Atemzüge aus und setzt den Apnoe-Timer fälschlicherweise zurück. Es wird daher betont, den Trigger-Edi kontinuierlich an den aktuellen Zustand des Patienten anzupassen.
Häufig gestellte Fragen
Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt die Platzierung nach der NEX-Methode (Nase-Ohrläppchen-Xiphoid). Zur Verifizierung der Lage wird das EKG-Signal über die Elektroden des Katheters abgeleitet, wobei in den oberen Ableitungen P- und QRS-Wellen sichtbar sein müssen.
Laut Text wird der NAVA-Level so titriert, dass ein Edi-Peak zwischen 5 und 20 µV erreicht wird. In den meisten Zentren wird ein Zielbereich von 10 bis 15 µV angestrebt, um eine adäquate Eigenatmung zu fördern.
Die Leitlinie beschreibt, dass das Weaning durch eine schrittweise Reduktion des NAVA-Levels erfolgt. Eine Extubation kann in Betracht gezogen werden, sobald der NAVA-Level auf 1 cm H2O/µV gesenkt wurde und der Patient klinisch stabil ist.
Es wird davon abgeraten, herkömmliche Gleitmittel zu verwenden, da diese die Messung des Edi-Signals stören können. Stattdessen wird beschrieben, dass der Katheter vor der Einführung in Wasser getaucht werden kann.
Nein, strukturelle Defekte wie eine Zwerchfellhernie oder eine Ösophagusatresie stellen laut Leitlinie eine Kontraindikation für die NAVA-Beatmung dar. Auch Verletzungen des Nervus phrenicus schließen die Nutzung aus.
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Quelle: StatPearls: Neurally Adjusted Ventilatory Assist (NAVA) (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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