StatPearls2026

Nebennierenkrise: Akuttherapie und Sick-Day-Regeln

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Nebennierenkrise (Addison-Krise) ist ein lebensbedrohlicher endokrinologischer Notfall, der durch eine akute Nebennierenrindeninsuffizienz entsteht. Unbehandelt führt der akute Cortisolmangel zu einem Kreislaufkollaps und kann tödlich enden.

Häufige Auslöser sind gastrointestinale Infekte, Traumata, Operationen oder das abrupte Absetzen einer chronischen Glukokortikoidtherapie. Auch bei bisher nicht diagnostizierter Nebenniereninsuffizienz kann die Krise als Erstmanifestation auftreten.

Die StatPearls-Leitlinie definiert die Krise als akute Verschlechterung des Gesundheitszustands mit absoluter (systolisch < 100 mmHg) oder relativer Hypotonie (Abfall um > 20 mmHg). Typischerweise bessern sich diese Parameter innerhalb von ein bis zwei Stunden nach parenteraler Glukokortikoidgabe.

Empfehlungen

Klinische Präsentation und Diagnostik

Die Leitlinie betont, dass die anfänglichen Symptome oft unspezifisch sind und Schwäche, Übelkeit, Erbrechen sowie abdominelle Schmerzen umfassen. Im Verlauf kommt es zu refraktärer Hypotonie, Schock und Bewusstseinsstörungen.

Bei Verdacht auf eine Nebennierenkrise wird eine sofortige laborchemische Untersuchung empfohlen, die jedoch niemals die Therapie verzögern darf.

Typische Laborbefunde umfassen laut Leitlinie:

  • Hyponatriämie und Hyperkaliämie (bei Mineralokortikoidmangel)

  • Hypoglykämie (besonders bei Kindern)

  • Normozytäre Anämie, Lymphozytose und Eosinophilie

  • Hyperkalzämie und erhöhte Kreatininwerte

Akuttherapie

Die sofortige intravenöse oder intramuskuläre Gabe von Hydrocortison stellt die definitive Behandlung dar und gilt als lebensrettende Maßnahme.

Es wird empfohlen, parallel eine aggressive Volumentherapie durchzuführen, da die betroffenen Personen häufig stark dehydriert sind.

Laut Leitlinie ist eine kontinuierliche Hydrocortison-Infusion der intermittierenden Bolusgabe überlegen. Dadurch werden die Cortisolspiegel besser im therapeutischen Bereich gehalten.

Prävention und Aufklärung

Die Leitlinie hebt die Wichtigkeit der Aufklärung zur Vermeidung von Krisen hervor.

Folgende präventive Maßnahmen werden empfohlen:

  • Schulung zu "Sick-Day-Regeln" (Dosisanpassung bei Krankheit)

  • Mitführen eines Notfallausweises (Steroidkarte) und Tragen eines medizinischen Warnarmbands

  • Bereitstellung eines Notfallsets mit injizierbarem Hydrocortison (100 mg) oder Dexamethason (4 mg) zu Hause

Dosierung

Die Leitlinie gibt folgende Dosierungsempfehlungen für die Akuttherapie bei Erwachsenen vor:

MedikamentInitiale DosisErhaltungsdosis (erste 24h)
Hydrocortison (Mittel der Wahl)100 mg IV oder IM200 mg (als kontinuierliche Infusion oder 50 mg alle 6h)
Prednisolon (Alternative)25 mg IV oder IM2x 25 mg, danach 50 mg/Tag
Methylprednisolon (Alternative)40 mg IV oder IM40 mg alle 24h
Dexamethason (Alternative)4 mg IV oder IM4 mg alle 24h

Für die Prävention einer Krise werden folgende "Sick-Day-Regeln" zur Dosisanpassung der oralen Erhaltungstherapie empfohlen:

Auslöser / SituationEmpfohlene Dosisanpassung
Fieber > 38 °CVerdopplung der oralen Tagesdosis
Fieber > 39 °CVerdreifachung der oralen Tagesdosis
Erheblicher emotionaler StressZusätzliche Einnahme von 10 mg Hydrocortison

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt davor, bei Vorliegen einer begleitenden Hypothyreose eine Schilddrüsenhormonsubstitution (z.B. mit Levothyroxin) zu beginnen, bevor die Nebenniereninsuffizienz behandelt ist. Eine Erhöhung des Stoffwechsels durch Schilddrüsenhormone kann eine Nebennierenkrise auslösen.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine Schilddrüsenhormonsubstitution im akuten Setting nur erfolgen sollte, wenn der TSH-Wert > 10 mU/L liegt.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein refraktärer Schock, der nicht auf eine adäquate Volumengabe und Vasopressoren anspricht, sollte laut Leitlinie immer den Verdacht auf eine Nebennierenkrise lenken. Es wird nachdrücklich betont, dass bei klinischem Verdacht die lebensrettende Hydrocortison-Gabe sofort erfolgen muss und nicht auf Laborergebnisse gewartet werden darf.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sind gastrointestinale und grippeähnliche Infekte die häufigsten Auslöser. Auch Traumata, Operationen oder das abrupte Absetzen einer Glukokortikoidtherapie können eine Krise provozieren.

Die Leitlinie stellt klar, dass die Behandlung niemals für die Diagnostik verzögert werden darf. Bei Verdacht wird eine sofortige Gabe von Hydrocortison empfohlen.

Es wird empfohlen, die orale Tagesdosis bei Fieber über 38 °C zu verdoppeln. Steigt das Fieber auf über 39 °C, sollte die Dosis gemäß den Leitlinien-Empfehlungen verdreifacht werden.

Typische Befunde umfassen eine Hyponatriämie, Hyperkaliämie und Hypoglykämie. Zudem kann eine Eosinophilie im Differenzialblutbild ein wichtiger Hinweis auf eine adrenale Ursache sein.

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Quelle: StatPearls: Adrenal Crisis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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