Mundspülungen & Nasensprays bei COVID-19: Wirksamkeit
Hintergrund
Dieser Artikel basiert auf einem Cochrane Review (2020) zur Verwendung von antimikrobiellen Mundspülungen und Nasensprays bei Patienten mit vermuteter oder bestätigter COVID-19-Infektion. Ziel der Untersuchung war es, den Nutzen für die Patienten sowie den Schutz des behandelnden medizinischen Personals zu bewerten.
COVID-19 verbreitet sich primär durch Tröpfcheninfektion. Die zugrundeliegende Hypothese lautet, dass antimikrobielle Spülungen die Viruslast im Mund-Nasen-Rachen-Raum senken könnten.
Dies könnte theoretisch die Schwere der Erkrankung mildern und das Risiko einer Übertragung auf das Gesundheitspersonal verringern. Dies gilt insbesondere bei aerosolgenerierenden Prozeduren.
Empfehlungen
Der Review formuliert aufgrund der aktuellen Datenlage folgende Kernaussagen:
Fehlende Evidenz
Laut Review gibt es derzeit keine abgeschlossenen Studien, die den Nutzen oder die Risiken von antimikrobiellen Mundspülungen und Nasensprays bei COVID-19-Patienten belegen. Es können daher keine Aussagen zur relativen Wirksamkeit oder Sicherheit getroffen werden.
Laufende Untersuchungen
Die Autoren identifizierten 16 laufende Studien (darunter 14 randomisiert-kontrollierte Studien), die verschiedene Substanzen untersuchen. Zu den untersuchten Wirkstoffen gehören unter anderem:
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Povidon-Jod
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Wasserstoffperoxid
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Chlorhexidin
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Hypertones Kochsalz
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Ätherische Öle und Cetylpyridiniumchlorid
Abwägung von Nutzen und Risiko
Der Review betont, dass selbst bei einem zukünftig nachgewiesenen positiven Effekt dieser möglicherweise gering ausfallen könnte. Es wird darauf hingewiesen, dass ein potenzieller, moderater Nutzen sorgfältig gegen mögliche unerwünschte Wirkungen abgewogen werden muss.
Kontraindikationen
Obwohl keine klinischen Daten zur spezifischen Anwendung bei COVID-19 vorliegen, warnt der Review vor potenziellen unerwünschten Wirkungen der antimikrobiellen Substanzen.
Folgende Risiken werden im Zusammenhang mit Mundspülungen und Nasensprays genannt:
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Anosmie: Ein potenzieller Verlust des Geruchssinns durch intranasale Anwendung, was gleichzeitig ein Symptom von COVID-19 sein kann.
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Mikrobiom-Veränderungen: Eine Störung der natürlichen oralen und nasalen Flora, was das Risiko für andere Infektionen erhöhen könnte.
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Lokale Reaktionen: Reizungen der Schleimhäute oder allergische Reaktionen.
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Substanzspezifische Risiken: Mögliche Zahnverfärbungen durch Chlorhexidin oder eine übermäßige Jodaufnahme bei povidonjodhaltigen Lösungen.
💡Praxis-Tipp
Der Review weist darauf hin, dass der Einsatz antimikrobieller Mundspülungen und Nasensprays bei COVID-19-Patienten derzeit nicht durch Evidenz gestützt wird. Es wird betont, dass bei einer empirischen Anwendung besonders auf lokale Nebenwirkungen wie Schleimhautreizungen oder Anosmie geachtet werden sollte. Diese unerwünschten Wirkungen können im klinischen Alltag schwer von den eigentlichen COVID-19-Symptomen zu unterscheiden sein.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es aktuell keine wissenschaftliche Evidenz dafür, dass Mundspülungen den Verlauf von COVID-19 verbessern oder die Viruslast klinisch relevant senken. Es liegen bislang keine abgeschlossenen Studien zu dieser Fragestellung vor.
Der Review fand keine Daten, die belegen, dass die Anwendung von Nasensprays oder Mundspülungen durch den Patienten die Übertragung auf das Gesundheitspersonal reduziert. Laufende Studien untersuchen diesen potenziellen Effekt noch.
Der Review nennt mögliche Nebenwirkungen wie Schleimhautreizungen, allergische Reaktionen und Veränderungen des lokalen Mikrobioms. Zudem wird auf das Risiko eines potenziellen Verlusts des Geruchssinns (Anosmie) durch Nasensprays hingewiesen.
In laufenden Studien werden unter anderem Povidon-Jod, Wasserstoffperoxid, Chlorhexidin, hypertones Kochsalz und ätherische Öle untersucht. Ziel ist es, deren Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2 zu evaluieren.
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Quelle: Cochrane Review: Antimicrobial mouthwashes (gargling) and nasal sprays administered to patients with suspected or confirmed COVID-19 infection to (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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