StatPearls2026

Multiple Endokrine Neoplasie Typ 2 (MEN2): RET-Genetik

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Multiple Endokrine Neoplasie Typ 2 (MEN2), auch als Sipple-Syndrom bekannt, ist ein seltenes, autosomal-dominant vererbtes Krebssyndrom mit sehr hoher Penetranz. Der StatPearls-Artikel beschreibt, dass die Erkrankung primär Tumoren der Schilddrüse, der Nebennieren und der Nebenschilddrüsen verursacht.

Ursächlich sind Keimbahnmutationen im RET-Protoonkogen, die zu einem Funktionsgewinn (Gain-of-Function) dieses Tyrosinkinase-Rezeptors führen. Die Erkrankung wird in die Subtypen MEN2A und MEN2B unterteilt, wobei MEN2A etwa 60 bis 90 % der betroffenen Familien ausmacht.

Das medulläre Schilddrüsenkarzinom (MTC) tritt bei nahezu 100 % der Betroffenen auf und ist meist die erste Manifestation. MEN2A ist zusätzlich mit primärem Hyperparathyreoidismus assoziiert, während MEN2B durch einen marfanoiden Habitus, Schleimhautneurome und einen aggressiveren Verlauf gekennzeichnet ist.

Empfehlungen

Der Text formuliert folgende Kernaspekte für das klinische Management:

Diagnostik und genetische Testung

Laut Text wird bei jedem Patienten mit diagnostiziertem medullärem Schilddrüsenkarzinom (MTC) oder Phäochromozytom eine genetische Testung auf RET-Mutationen empfohlen. Dies gilt insbesondere bei einem Erkrankungsalter unter 35 Jahren.

Es wird beschrieben, dass auch erstgradige Verwandte von Patienten mit nachgewiesener RET-Mutation getestet werden sollten. Die Identifikation der spezifischen Mutation (Hochrisiko, moderates Risiko) ist entscheidend für den Beginn des Screenings und die Operationsplanung.

Screening-Intervalle

Der Text gibt spezifische Screening-Intervalle für asymptomatische Mutationsträger vor. Diese richten sich nach dem genetischen Risikoprofil:

TumorartDiagnostikStart Hochrisiko-MutationStart moderates Risiko
Medulläres SchilddrüsenkarzinomKörperliche Untersuchung, Hals-Sonografie, Serum-Calcitonin3 Jahre5 Jahre
PhäochromozytomMetanephrine (Plasma/Urin), ggf. CT/MRT11 Jahre16 Jahre
Hyperparathyreoidismus (nur MEN2A)Serum-Kalzium (albumin-korrigiert), ggf. PTH11 Jahre16 Jahre

Chirurgisches Management des MTC

Aufgrund der nahezu 100-prozentigen Penetranz wird eine prophylaktische totale Thyreoidektomie mit Lymphknotendissektion empfohlen. Der Zeitpunkt richtet sich nach dem Subtyp:

  • Bei MEN2B: im Alter von 1 Jahr

  • Bei MEN2A (Hochrisiko): im Alter von 5 Jahren

  • Bei MEN2A (moderates Risiko): in der späten Kindheit oder im frühen Erwachsenenalter

Management von Phäochromozytom und Hyperparathyreoidismus

Bei Vorliegen eines Phäochromozytoms wird eine uni- oder bilaterale Adrenalektomie empfohlen. Präoperativ ist laut Text eine Alpha-Blockade sowie eine Glukokortikoid-Stressabdeckung erforderlich.

Für den primären Hyperparathyreoidismus bei MEN2A wird keine prophylaktische Operation empfohlen. Eine Parathyreoidektomie ist nur bei symptomatischer oder progredienter Erkrankung (z. B. Nierenfunktionsstörung, Knochenverlust) indiziert.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Text betont nachdrücklich, dass vor einer geplanten Thyreoidektomie zwingend das Vorliegen eines Phäochromozytoms ausgeschlossen werden muss. Falls ein Phäochromozytom vorliegt, wird empfohlen, dieses zuerst operativ zu entfernen, um lebensbedrohliche Komplikationen während der Schilddrüsenoperation zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls-Artikel wird bei Patienten mit MEN2B eine prophylaktische totale Thyreoidektomie mit Lymphknotendissektion bereits im Alter von einem Jahr empfohlen. Dies begründet sich durch das Risiko einer sehr frühen Metastasierung bei diesem aggressiven Subtyp.

Die klassische MEN2A ist primär durch das medulläre Schilddrüsenkarzinom (MTC), Phäochromozytome und den primären Hyperparathyreoidismus gekennzeichnet. Das MTC tritt dabei bei nahezu allen betroffenen Patienten auf.

Die Erkrankung wird durch Keimbahnmutationen im RET-Protoonkogen verursacht. Es handelt sich dabei um Mutationen, die zu einem Funktionsgewinn (Gain-of-Function) des Tyrosinkinase-Rezeptors führen.

Das Screening erfolgt laut Text durch die Messung der fraktionierten Metanephrine im Plasma oder im 24-Stunden-Urin. Bei positiven biochemischen Befunden schließt sich eine Bildgebung mittels CT oder MRT an.

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Quelle: StatPearls: Multiple Endocrine Neoplasias Type 2 (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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