Magenkarzinom (HER2-negativ): Pembrolizumab-Indikation
Hintergrund
Die IQWiG-Dossierbewertung A24-02 untersucht den Zusatznutzen von Pembrolizumab in Kombination mit einer fluoropyrimidin- und platinbasierten Chemotherapie.
Das Anwendungsgebiet umfasst die Erstlinienbehandlung des lokal fortgeschrittenen, nicht resezierbaren oder metastasierenden HER2-negativen Adenokarzinoms des Magens oder des gastroösophagealen Übergangs (GEJ).
Eine Voraussetzung für die Therapie ist, dass es sich um erwachsene Patientinnen und Patienten mit PD-L1-exprimierenden Tumoren (Combined Positive Score [CPS] ≥ 1) handelt.
Empfehlungen
Gesamtaussage zum Zusatznutzen
Laut Bewertung ergibt sich für die untersuchte Patientenpopulation ein Hinweis auf einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.
Endpunktspezifische Ergebnisse
Die Bewertung basiert auf den Ergebnissen der Studien KEYNOTE 062 und KEYNOTE 859. Dabei wurden folgende Effekte beobachtet:
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Für das Gesamtüberleben zeigt sich ein Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen.
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Für die Kategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität lagen keine geeigneten Daten für eine Zusammenfassung vor.
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Für die Kategorie Nebenwirkungen (inklusive schwerer und immunvermittelter unerwünschter Ereignisse) lagen ebenfalls keine geeigneten Daten vor, weshalb ein höherer oder geringerer Schaden nicht belegt ist.
Zweckmäßige Vergleichstherapie
Der Zusatznutzen wurde gegenüber verschiedenen vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten Therapieoptionen bewertet. Dazu gehören unter anderem:
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Cisplatin in Kombination mit Capecitabin oder 5-Fluorouracil
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Oxaliplatin in Kombination mit Capecitabin
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Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie (nur bei CPS ≥ 5)
Dosierung
Die in den bewerteten Studien (KEYNOTE 062, 590, 859) und der Fachinformation beschriebenen Dosierungen umfassen folgende Schemata:
| Wirkstoff | Dosierung | Zyklus |
|---|---|---|
| Pembrolizumab | 200 mg i.v. (30 Min. Infusion) | Tag 1 eines 3-Wochen-Zyklus (max. 35 Zyklen) |
| Cisplatin | 80 mg/m2 KOF i.v. | Tag 1 eines 3-Wochen-Zyklus (max. 6 Zyklen) |
| 5-Fluorouracil (5-FU) | 800 mg/m2 KOF/Tag kontinuierlich | Tag 1 bis 5 eines 3-Wochen-Zyklus |
| Capecitabin | 1000 mg/m2 KOF 2-mal täglich oral | Tag 1 bis 14 eines 3-Wochen-Zyklus |
| Oxaliplatin | 130 mg/m2 KOF i.v. | Tag 1 eines 3-Wochen-Zyklus |
Kontraindikationen
Der Bericht nennt folgende Warnhinweise und Einschränkungen für die Anwendung:
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Bei Patientinnen und Patienten ab 75 Jahren zeigte sich eine geringere Verträglichkeit; die Anwendung sollte hier mit Vorsicht und nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.
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Eine systemische Anwendung von Kortikosteroiden oder Immunsuppressiva vor Therapiebeginn sollte vermieden werden, da dies die Wirksamkeit beeinträchtigen kann.
-
Bei schwerer Nieren- oder Leberfunktionseinschränkung liegen nur begrenzte Daten vor, was eine besondere klinische Überwachung erfordert.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht weist darauf hin, dass unter der Therapie ein atypisches Ansprechen mit anfänglichem Tumorwachstum und anschließender Regression auftreten kann. Es wird empfohlen, klinisch stabile Patientinnen und Patienten bei einem initialen Befund eines Fortschreitens bis zur definitiven Bestätigung der Progression weiterzubehandeln. Zudem wird eine engmaschige Überwachung auf immunvermittelte Nebenwirkungen angeraten.
Häufig gestellte Fragen
Die Nutzenbewertung sieht einen Hinweis auf einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen in der Erstlinientherapie. Dies basiert primär auf einem signifikanten Überlebensvorteil, während Daten zu Nebenwirkungen und Lebensqualität unvollständig waren.
Laut Bericht ist die Therapie für Tumoren mit einer PD-L1-Expression ab einem Combined Positive Score (CPS) von ≥ 1 angezeigt. Der Status muss durch einen validierten Test bestätigt werden.
Es wird empfohlen, systemische Kortikosteroide vor Therapiebeginn zu vermeiden, um die Wirksamkeit nicht zu gefährden. Nach Therapiebeginn können sie jedoch zur Behandlung immunvermittelter Nebenwirkungen oder als antiemetische Prophylaxe eingesetzt werden.
Die Behandlung sollte bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zum Auftreten unzumutbarer Toxizität erfolgen. In den zugrundeliegenden Studien war die Gabe auf maximal 35 Zyklen (etwa 2 Jahre) begrenzt.
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Quelle: IQWiG A24-02: Pembrolizumab (Magenkarzinom HER2-negativ) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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