IQWiG2023

Lumacaftor/Ivacaftor: Zusatznutzen bei Mukoviszidose

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet den Zusatznutzen der Wirkstoffkombination Lumacaftor/Ivacaftor. Die Bewertung bezieht sich auf Kleinkinder im Alter von 1 bis unter 2 Jahren mit zystischer Fibrose.

Voraussetzung für die Anwendung in dieser Altersgruppe ist, dass die Betroffenen homozygot für die F508del-Mutation im CFTR-Gen sind. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Best supportive Care (BSC) festgelegt.

Unter BSC wird eine bestmögliche, individuell optimierte und unterstützende Behandlung verstanden. Diese umfasst unter anderem Mukolytika, Pankreasenzyme, Physiotherapie und diätetische Maßnahmen zur Linderung von Symptomen.

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Bewertungsgrundlage

Der pharmazeutische Unternehmer legte zur Bewertung die einarmige, offene Studie VX16-809-122 vor. In dieser wurde Lumacaftor/Ivacaftor über 24 Wochen an 46 Kleinkindern untersucht.

Aufgrund des fehlenden Vergleichsarms versuchte der Hersteller, die Ergebnisse von älteren Kindern (ab 2 Jahren) auf die Zielpopulation zu übertragen. Eine Informationsbeschaffung zur zweckmäßigen Vergleichstherapie wurde vom Hersteller nicht durchgeführt.

Methodische Mängel

Laut Bericht ist die vorgelegte einarmige Studie für die Ableitung eines Zusatznutzens gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht geeignet. Die Übertragung der Evidenz von älteren auf jüngere Kinder wurde als unzureichend aufgearbeitet eingestuft.

Der Bericht bemängelt insbesondere folgende Punkte bei der Datenaufbereitung:

  • Fehlende vergleichende Darstellung der Studien- und Patientencharakteristika

  • Fehlender Vergleich der patientenrelevanten Endpunkte zwischen den Altersgruppen

  • Gänzlich fehlende Informationsbeschaffung zur zweckmäßigen Vergleichstherapie

Fazit zum Zusatznutzen

Aufgrund der unzureichenden Datenlage ergeben sich keine Anhaltspunkte für eine Überlegenheit der Wirkstoffkombination gegenüber der Best supportive Care.

Ein Zusatznutzen von Lumacaftor/Ivacaftor ist laut Bewertung nicht belegt. Die endgültige Beschlussfassung über den Zusatznutzen obliegt dem G-BA.

Dosierung

Die Dosierung von Lumacaftor/Ivacaftor-Granulat erfolgt gewichtsadaptiert. Das Arzneimittel wird alle 12 Stunden zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen.

KörpergewichtDosis (Lumacaftor/Ivacaftor)Einnahmehäufigkeit
7 kg bis < 9 kg1 Beutel (75 mg/94 mg)Alle 12 Stunden
9 kg bis < 14 kg1 Beutel (100 mg/125 mg)Alle 12 Stunden
ab 14 kg1 Beutel (150 mg/188 mg)Alle 12 Stunden

Bei Personen mit mäßig eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse B) wird eine Dosisreduktion auf einen Beutel täglich empfohlen. Bei gleichzeitiger Anwendung starker CYP3A-Inhibitoren ist in der ersten Behandlungswoche eine Reduktion auf einen Beutel jeden zweiten Tag vorgesehen.

Kontraindikationen

Laut Fachinformation besteht eine Kontraindikation bei Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe Lumacaftor oder Ivacaftor. Ebenso darf das Medikament bei Überempfindlichkeit gegen einen der sonstigen Bestandteile nicht angewendet werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird im Bericht darauf hingewiesen, dass die Einnahme des Granulats zwingend mit einer fetthaltigen Mahlzeit oder Zwischenmahlzeit erfolgen muss. Zudem ist bei der Einleitung einer Therapie mit starken CYP3A-Inhibitoren eine temporäre Dosisreduktion von Lumacaftor/Ivacaftor erforderlich, um die Induktionswirkung im Steady State zu berücksichtigen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen für diese Altersgruppe nicht belegt. Die vorgelegten Daten aus einer einarmigen Studie reichten für einen Vergleich mit der Best supportive Care nicht aus.

Der gesamte Inhalt eines Beutels wird mit einem Teelöffel einer altersgerechten weichen Speise oder Flüssigkeit vermischt. Die Mischung darf höchstens Raumtemperatur haben und muss innerhalb einer Stunde vollständig verzehrt werden.

Bei einer leichten bis mäßigen Nierenfunktionsstörung ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion oder terminaler Niereninsuffizienz wird laut Fachinformation zur Vorsicht geraten.

Wenn weniger als 6 Stunden vergangen sind, sollte die Dosis mit einer fetthaltigen Mahlzeit nachgeholt werden. Sind mehr als 6 Stunden vergangen, wird empfohlen, bis zur nächsten regulären Dosis zu warten und keine doppelte Menge einzunehmen.

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Quelle: IQWiG A23-72: Lumacaftor/Ivacaftor (zystische Fibrose, 1 bis < 2 Jahre, F508del-Mutation, homozygot) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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