IQWiG2023Onkologie

Lisocabtagen maraleucel: Zusatznutzen und Indikation

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IQWiG-Nutzenbewertung A23-48 untersucht den Wirkstoff Lisocabtagen maraleucel. Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Personen mit diffus großzelligem B-Zell-Lymphom (DLBCL), hochmalignem B-Zell-Lymphom (HGBL), primär mediastinalem großzelligem B-Zell-Lymphom (PMBCL) und follikulärem Lymphom Grad 3B (FL3B).

Voraussetzung für die Behandlung ist, dass die Erkrankung innerhalb von 12 Monaten nach Abschluss der Erstlinien-Chemoimmuntherapie rezidivierte oder gegenüber dieser refraktär ist. Das Institut unterteilt die Bewertung anhand der Eignung für eine Hochdosistherapie.

Als Datengrundlage für die Bewertung diente die randomisierte, kontrollierte Studie TRANSFORM. In dieser wurde die CAR-T-Zell-Therapie mit einer Induktionstherapie gefolgt von einer Hochdosischemotherapie und autologer Stammzelltransplantation verglichen.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:

Eignung für Hochdosistherapie (Fragestellung 1)

Für Personen, für die eine Hochdosistherapie infrage kommt, unterscheidet das Institut nach Alter. Es ergeben sich folgende Bewertungen:

  • Alter unter 65 Jahren: Es wird ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen festgestellt.

  • Alter ab 65 Jahren: Ein Zusatznutzen ist nicht belegt, da weder positive noch negative Effekte überwiegen.

Bei den jüngeren Betroffenen zeigten sich laut Bewertung Vorteile beim Gesamtüberleben und beim Scheitern des kurativen Therapieansatzes. Dem stehen Nachteile bei Nebenwirkungen wie dem Zytokin-Freisetzungssyndrom und Zytopenien gegenüber.

Keine Eignung für Hochdosistherapie (Fragestellungen 2 und 3)

Für Betroffene, für die eine Hochdosistherapie nicht infrage kommt, liegen keine verwertbaren Studiendaten vor.

Daher ist ein Zusatznutzen für diese Subgruppen laut Bericht nicht belegt.

Anwendung und Überwachung

Die Therapie darf nur in qualifizierten Behandlungszentren durchgeführt werden. Es wird eine strenge Überwachung auf das Zytokin-Freisetzungssyndrom und neurologische Ereignisse gefordert.

Vor der Infusion muss für jede behandelte Person mindestens eine Dosis Tocilizumab sowie eine Notfallausrüstung verfügbar sein.

Dosierung

Das Dossier beschreibt folgendes Schema für die Vorbehandlung und Zellgabe:

TherapiestufeMedikamentDosierungZeitpunkt
LymphozytendepletionCyclophosphamid300 mg/m2/Tag i.v.3 Tage lang (Abschluss 2-7 Tage vor Zellgabe)
LymphozytendepletionFludarabin30 mg/m2/Tag i.v.3 Tage lang (Abschluss 2-7 Tage vor Zellgabe)
PrämedikationParacetamol + Diphenhydramin500-650 mg p.o. + 25-50 mg i.v./p.o.30-60 Minuten vor Zellgabe
CAR-T-Zell-GabeLisocabtagen maraleucel100 x 10^6 CAR-positive T-Zellen2-7 Tage nach Lymphozytendepletion
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass die prophylaktische Anwendung von systemischen Kortikosteroiden vor der Zellgabe vermieden werden sollte. Es wird gewarnt, dass diese Medikamente die Aktivität von Lisocabtagen maraleucel beeinträchtigen können. Zudem wird eine stationäre Aufnahme bei den ersten Anzeichen eines Zytokin-Freisetzungssyndroms oder neurologischer Ereignisse nahegelegt.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bewertung gibt es bei Personen unter 65 Jahren, die für eine Hochdosistherapie geeignet sind, einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen. Für ältere Betroffene oder solche ohne Eignung für eine Hochdosistherapie ist ein Zusatznutzen nicht belegt.

Der Gemeinsame Bundesausschuss legte für geeignete Personen eine Induktionstherapie gefolgt von einer Hochdosistherapie und Stammzelltransplantation fest. In der bewerteten TRANSFORM-Studie kamen die Induktionsregime R-DHAP, R-ICE oder R-GDP zum Einsatz.

Die Bewertung stellt signifikante Nachteile durch das Zytokin-Freisetzungssyndrom sowie durch schwere Neutropenien und Lymphopenien fest. Gleichzeitig gab es Vorteile bei bestimmten gastrointestinalen und renalen Nebenwirkungen im Vergleich zur Standardtherapie.

Es wird eine dreitägige intravenöse Gabe von Cyclophosphamid und Fludarabin beschrieben. Die Infusion der CAR-T-Zellen erfolgt zwei bis sieben Tage nach Abschluss dieser Vorbehandlung.

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Quelle: IQWiG A23-48 : Lisocabtagen maraleucel (DLBCL, HGBCL, PMBCL und FL3B, je nach 1 Vortherapie) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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