StatPearls2026

Lateralwandinfarkt: EKG-Kriterien und Akuttherapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der isolierte Lateralwandinfarkt (LMI) entsteht meist durch eine akute Plaquefissur mit anschließender Thrombusbildung in der Arteria circumflexa (LCx) oder ihren Ästen. Er macht etwa 15 bis 20 Prozent aller Myokardinfarkte aus und tritt seltener isoliert auf als Vorder- oder Hinterwandinfarkte.

Häufiger ist die laterale Wand im Rahmen von ausgedehnteren Infarkten, wie anterolateralen oder inferolateralen Myokardinfarkten, mitbetroffen. Die klinische Präsentation ähnelt anderen Myokardinfarkten, kann jedoch durch subtilere oder atypische Beschwerden gekennzeichnet sein.

Empfehlungen

Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte für das klinische Management:

Diagnostik

Bei Verdacht auf einen akuten Lateralwandinfarkt wird eine umgehende Evaluation mittels Elektrokardiogramm (EKG) und serieller Bestimmung der kardialen Troponine empfohlen. Die Leitlinie beschreibt spezifische EKG-Muster zur Differenzierung der Infarktlokalisation:

InfarkttypEKG-Veränderungen (Hebungen/Q-Zacken)Reziproke Veränderungen
Klassischer LMIST-Hebungen in I, aVL, V5, V6ST-Senkungen in III, aVF
Hochlateraler STEMIST-Hebungen in I, aVL (subtil in V5, V6)ST-Senkungen in III, aVF
Alter LMITiefe und breite Q-Zacken in I, aVLKeine Angaben
Inferolateraler STEMIST-Hebungen in I, aVL, V5, V6, II, III, aVFKeine Angaben
Anterolateraler STEMIST-Hebungen in I, aVL, V1-V6Keine Angaben

Zur weiteren Diagnostik wird die Echokardiografie zur Erkennung regionaler Wandbewegungsstörungen beschrieben. Als definitive diagnostische Methode der Wahl wird die Koronarangiografie genannt.

Akuttherapie und Reperfusion

Bei einem LMI mit ST-Hebungen (STEMI) wird eine sofortige Reperfusionstherapie empfohlen. Die perkutane Koronarintervention (PCI) zeigt laut Quelle bessere klinische Ergebnisse als die Fibrinolyse.

  • Es wird eine Door-to-Balloon-Zeit von unter 90 Minuten in PCI-fähigen Zentren angestrebt.

  • Bei nicht-PCI-fähigen Einrichtungen wird eine Zeit von unter 120 Minuten empfohlen.

  • Bei kardiogenem Schock oder Mitralklappenruptur nach dem Infarkt wird der Einsatz mechanischer Unterstützungssysteme (z.B. intraaortale Ballonpumpe) nach der PCI beschrieben.

Medikamentöse Therapie

Die Leitlinie empfiehlt eine begleitende medikamentöse Therapie zur Optimierung der Prognose:

  • Thrombozytenaggregationshemmung: Gabe von Aspirin in Kombination mit einem P2Y12-Inhibitor (Clopidogrel, Ticagrelor oder Prasugrel) oder einem Glykoprotein-IIb/IIIa-Inhibitor vor und nach der PCI

  • Langzeitmedikation: Einsatz von Betablockern (Metoprolol, Carvedilol, Bisoprolol) und hochintensiven Statinen (Rosuvastatin) zur Senkung der Mortalität

  • Symptomatische Therapie: Morphingabe zur Schmerzkontrolle, Sauerstoff bei Hypoxämie und Nitrate (z.B. Nitroglycerin) zur Verbesserung der myokardialen Perfusion

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die EKG-Veränderungen bei einem isolierten Lateralwandinfarkt können sehr subtil ausfallen und werden leicht übersehen. Es wird daher empfohlen, bei Personen mit kardiovaskulären Risikofaktoren und atypischen Brustschmerzen besonders auf diskrete ST-Hebungen in den Ableitungen I, aVL, V5 und V6 sowie auf reziproke Senkungen in den inferioren Ableitungen zu achten.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie zeigt sich ein Lateralwandinfarkt typischerweise durch ST-Hebungen in den Ableitungen I, aVL, V5 und V6. Zusätzlich wird auf reziproke ST-Senkungen in den inferioren Ableitungen III und aVF hingewiesen.

Die Quelle beschreibt, dass ein Lateralwandinfarkt meist durch einen Verschluss der Arteria circumflexa (LCx) oder eines ihrer Äste verursacht wird. Seltener kann auch der diagonale Ast des Ramus interventricularis anterior (LAD) betroffen sein.

Es wird eine Door-to-Balloon-Zeit von unter 90 Minuten in PCI-fähigen Krankenhäusern empfohlen. Muss die betroffene Person erst in ein entsprechendes Zentrum verlegt werden, sollte die Intervention laut Leitlinie innerhalb von 120 Minuten erfolgen.

Die Leitlinie empfiehlt eine duale Plättchenhemmung mit Aspirin und einem P2Y12-Inhibitor. Zur Verbesserung der Langzeitprognose wird zudem die Gabe von Betablockern und hochintensiven Statinen beschrieben.

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Quelle: StatPearls: Lateral Wall Myocardial Infarction (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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