StatPearls2026

Laterale Kanthotomie: Indikation und Durchführung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das orbitale Kompartmentsyndrom (OCS) ist ein ophthalmologischer Notfall, der durch einen raschen Anstieg des intraorbitalen Drucks entsteht. Laut der StatPearls-Leitlinie führt dieser Druckanstieg zu einer Ischämie des Nervus opticus und der Retina, was eine irreversible Erblindung zur Folge haben kann.

Ursächlich für den Druckanstieg können sowohl hämorrhagische als auch nicht-hämorrhagische Prozesse sein. Dazu zählen unter anderem iatrogene Eingriffe, retrobulbäre Injektionen, Gesichtstraumata, orbitale Zellulitiden oder massive Flüssigkeitssubstitutionen bei Verbrennungen.

Das OCS führt zu einem Prolaps des Bulbus (Proptosis), was den Sehnerv zusätzlich dehnt. Ziel der Behandlung ist es, den Druck im geschlossenen orbitalen Kompartiment durch eine rasche chirurgische Entlastung zu senken.

Empfehlungen

Diagnostik und Indikationsstellung

Das orbitale Kompartmentsyndrom wird als klinische Diagnose beschrieben. Es wird eine sofortige Intervention empfohlen, idealerweise innerhalb von zwei Stunden nach dem Ereignis, um irreversible Schäden zu vermeiden.

Folgende klinische Zeichen sprechen für eine Indikation zur lateralen Kanthotomie:

  • Proptosis und eingeschränkte Augenbeweglichkeit

  • Verminderte Sehschärfe oder afferenter Pupillendefekt

  • Ein intraokularer Druck (IOP) von 40 mmHg oder höher (weiche Indikationsschwelle)

  • Bewusstlose Personen mit periorbitalem Trauma, die keine Symptome äußern können

Vorbereitung und Material

Obwohl der Eingriff idealerweise durch die Ophthalmologie erfolgt, wird betont, dass auch die Notfall- oder Unfallchirurgie die Prozedur durchführen sollte. Dies dient der Vermeidung von kritischen Zeitverlusten.

Für die Durchführung wird folgendes Standardmaterial empfohlen:

MaterialkategorieEmpfohlenes Instrument / MedikamentZweck
Desinfektion & AbdeckungBetadine, sterile AbdecktücherHerstellung steriler Kautelen
Lokalanästhesie1% bis 2% Lidocain mit EpinephrinSchmerzausschaltung und Blutungskontrolle
Spülung0,9% NaCl oder steriles WasserReinigung des Operationsgebietes
InstrumentariumKlemme (Hemostat), PinzetteGewebefixierung und Landmarkierung
SchneidewerkzeugSchere (bevorzugt) oder Skalpell (Klinge Nr. 10)Inzision und Durchtrennung der Sehne

Durchführung der Kanthotomie

Die laterale Kanthotomie und Kantholyse wird als schrittweiser Prozess beschrieben. Es wird eine flache Rückenlagerung und bei Bedarf eine Sedierung empfohlen.

Der Eingriff umfasst folgende Kernschritte:

  • Injektion des Lokalanästhetikums in den lateralen Kanthus mit einer 25-Gauge-Nadel (Nadel vom Bulbus wegzeigend).

  • Klemmen des lateralen Augenwinkels mit einer Klemme zur Gewebeverdünnung und Landmarkierung.

  • Setzen einer 1 bis 2 cm langen Inzision vom lateralen Kanthus nach lateral.

  • Stumpfe Dissektion und Durchtrennung des inferioren Schenkels der lateralen Kanthussehne, bis das Unterlid vollständig lax ist.

  • Erneute Kontrolle des intraokularen Drucks; bei anhaltender Erhöhung wird die Durchtrennung des superioren Schenkels empfohlen.

Dosierung

Für die Lokalanästhesie vor dem Eingriff wird folgendes Schema beschrieben:

MedikamentDosierungIndikation
Lidocain 1% bis 2% mit Epinephrinca. 2 mlLokalanästhesie vor lateraler Kanthotomie

Kontraindikationen

Eine Ruptur des Bulbus stellt eine absolute Kontraindikation für die laterale Kanthotomie dar.

Ein Enophthalmus kann im Gegensatz zu einem Exophthalmus (Proptosis) ein klinischer Hinweis auf eine solche Ruptur sein. Alternativ wird die Bestätigung der Ruptur durch eine CT-Bildgebung beschrieben.

Zudem wird vor möglichen Komplikationen des Eingriffs gewarnt. Dazu gehören iatrogene Verletzungen des Bulbus, Blutungen der Arteria lacrimalis, Infektionen sowie eine Ptosis durch Verletzung der Levatorenaponeurose oder des Müller-Muskels.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, dass die Nadel bei der Injektion des Lokalanästhetikums sowie alle scharfen Instrumente stets vom Bulbus wegzeigen müssen, um eine iatrogene Ruptur zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Es wird eine rasche Intervention innerhalb der ersten zwei Stunden nach dem Ereignis empfohlen. Eine Verzögerung kann zu irreversibler Erblindung führen.

Idealerweise erfolgt der Eingriff durch die Ophthalmologie. Bei Zeitverzug wird jedoch empfohlen, dass auch Notfall- oder Unfallchirurgen die Prozedur durchführen, um das Augenlicht zu retten.

Ein intraokularer Druck (IOP) von 40 mmHg oder höher gilt als weiche Indikationsschwelle für den Eingriff. Die Diagnose wird jedoch primär klinisch anhand von Symptomen wie Proptosis und Sehverlust gestellt.

Eine absolute Kontraindikation ist die Ruptur des Bulbus. Ein klinischer Hinweis darauf kann ein Enophthalmus sein.

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Quelle: StatPearls: Lateral Orbital Canthotomy (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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