Rabies-Virus-RNA-PCR (Tollwut): Gesundheit.gv.at
Hintergrund
Das Rabies-Virus (RABV) ist ein RNA-Virus aus der Familie der Rhabdoviren und der Erreger der Tollwut. Die Übertragung erfolgt meist durch den Speichel infizierter Tiere wie Hunde, Füchse oder Fledermäuse im Rahmen von Bissverletzungen.
Laut dem Gesundheitsportal Österreich (Stand 2026) tritt die Erkrankung vorwiegend in Asien, Afrika und Teilen Südamerikas auf. Österreich gilt seit 2008 laut WHO als tollwutfrei.
Da die Tollwut fast immer innerhalb von 14 Tagen nach Krankheitsbeginn tödlich verläuft, ist eine rasche Abklärung essenziell. Die Rabies-Virus-RNA-PCR stellt dabei ein zentrales diagnostisches Verfahren dar.
Empfehlungen
Anamnese und klinische Einschätzung
Vor der Labordiagnostik wird eine genaue Erhebung der Krankengeschichte empfohlen. Die Leitlinie nennt folgende wichtige Aspekte zur Abklärung:
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Reise- und Biss-Anamnese in entsprechenden Risikoländern
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Berücksichtigung von Risikogruppen wie Höhlenforschern oder Fledermausliebhabern
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Wenn möglich, Observation oder Obduktion des suspekten Tieres zur Gewebeuntersuchung
Labordiagnostik
Für den direkten Erregernachweis wird die RABV-RNA-PCR aus Liquor, Blut oder Gewebe (vor allem Nervengewebe) herangezogen. Dieses Verfahren zeichnet sich laut Leitlinie durch eine rasche Verfügbarkeit und sehr hohe Sensitivität aus.
Der Nachweis von Antikörpern (IgG und IgM) im Blut oder Liquor wird primär zur Abklärung der Immunlage empfohlen. Ein positiver Antikörpernachweis ist in der Regel erst nach Ausbruch der Erkrankung möglich und eignet sich daher weniger für die Frühdiagnostik.
Interpretation der PCR-Ergebnisse
Ein positives PCR-Ergebnis beweist in Kombination mit einer passenden Anamnese und typischen Symptomen das Vorliegen einer Tollwut-Infektion.
Ein negatives Ergebnis der RABV-RNA-PCR schließt eine Infektion jedoch nicht mit Sicherheit aus. Die klinische Gesamtsituation muss stets berücksichtigt werden.
Referenzwerte
Die Leitlinie gibt für die Rabies-Virus-RNA-PCR (LOINC: 51646-8) folgende Referenzwerte an:
| Patientengruppe | Alter | Referenzwert |
|---|---|---|
| Männer | bis 18 Jahre | negativ |
| Männer | über 18 Jahre | negativ |
| Frauen | bis 18 Jahre | negativ |
| Frauen | über 18 Jahre | negativ |
Prophylaxe
Aufgrund der extrem hohen Letalität der Erkrankung wird der Tollwut-Prophylaxe der größte Stellenwert eingeräumt. Es wird auf die Notwendigkeit der präexpositionellen sowie der postexpositionellen Tollwut-Impfung nach einer Biss-Anamnese verwiesen.
💡Praxis-Tipp
Ein negatives Ergebnis der Rabies-Virus-RNA-PCR schließt eine Tollwut-Infektion nicht sicher aus. Die Leitlinie betont, dass bei entsprechender Biss-Anamnese in einem Risikogebiet die postexpositionelle Prophylaxe höchste Priorität hat, da die Erkrankung nach Ausbruch fast immer tödlich verläuft.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die RABV-RNA-PCR zur raschen diagnostischen Abklärung bei Verdacht auf eine Tollwut-Infektion. Dies ist insbesondere nach Tierbissverletzungen in Risikoländern relevant.
Laut dem Dokument kann die virale RNA im Blut, im Liquor (Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit) sowie in Gewebeproben nachgewiesen werden. Besonders Nervengewebe wird für den Nachweis herangezogen.
Nein, der Nachweis von IgG- und IgM-Antikörpern ist meist erst nach dem Ausbruch der Erkrankung möglich. Die Leitlinie beschreibt die Antikörperbestimmung primär als Methode zur Abklärung des Immunstatus.
Ein negatives Ergebnis der RABV-RNA-PCR schließt eine Tollwut-Infektion nicht mit absoluter Sicherheit aus. Es wird empfohlen, stets die Reise- und Biss-Anamnese sowie gegebenenfalls die Observation des Tieres in die klinische Bewertung einzubeziehen.
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Quelle: Laborwert: Rabies-Virus-RNA-PCR qualitativ (RABVPQLX) (Gesundheit.gv.at, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.