Kubitaltunnelsyndrom: Diagnostik und operative Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Kubitaltunnelsyndrom (KUTS), auch Ulnarisneuropathie am Ellenbogen genannt, ist das zweithäufigste Kompressionssyndrom eines peripheren Nervs. Die AWMF-Leitlinie unterscheidet zwischen einer primären (idiopathischen) und einer sekundären Form, die beispielsweise durch Arthrose oder posttraumatische Veränderungen bedingt ist.

Pathogenetisch spielen Kompression, Traktion und Friktion des Nervus ulnaris eine Rolle. Bei Beugung des Ellenbogengelenks kommt es zu einer physiologischen Einengung des Kubitaltunnels und einer Dehnung des Nervs.

Klinisch stehen oft sensible Ausfallsymptome wie Taubheitsgefühle an der ulnaren Handkante sowie den Fingern 4 und 5 im Vordergrund. Im weiteren Verlauf treten motorische Defizite wie eine Schwäche der intrinsischen Handmuskulatur und im Spätstadium eine Krallenhand auf.

Zur Einteilung des Schweregrads zitiert die Leitlinie gebräuchliche Klassifikationsschemata, wie beispielsweise die Einteilung nach McGowan:

StadiumSchweregradKlinische Merkmale
Grad ILeichtRezidivierende Parästhesien, subjektive Schwäche
Grad IIMäßigRezidivierende Parästhesien, vermindertes Vibrationsempfinden, Schwäche im Spitzgriff
Grad IIISchwerPersistierende Parästhesien, abnorme 2-Punkte-Diskrimination, Muskelatrophien, Paresen
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fallstrick in der Diagnostik ist die sogenannte Martin-Gruber-Verbindung zwischen dem Nervus medianus und ulnaris. Fällt bei der Neurographie die Amplitude bei proximaler Stimulation niedriger aus als bei distaler, legt dies eine solche Normvariante nahe, weshalb laut Leitlinie eine Ulnariskompression durch zusätzliche Stimulation des Nervus medianus differenzialdiagnostisch ausgeschlossen werden muss.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie nennt das Froment-Zeichen als typischen klinischen Nachweis für eine Parese der intrinsischen Handmuskeln. Zudem wird die palpatorische Exploration der Ulnarisrinne bei gestrecktem und gebeugtem Ellenbogen zur Erfassung einer Luxation empfohlen.

Eine absolute Operationsindikation besteht laut Leitlinie bei progredienten Beschwerden, sensomotorischen Ausfallserscheinungen und Muskelatrophien. Auch wenn sich der Befund unter mehrwöchiger konservativer Kontrolle nicht bessert, wird ein operativer Eingriff empfohlen.

Für den Ersteingriff bei der primären Form wird die technisch einfache in-situ-Dekompression des Nervus ulnaris empfohlen. Die Leitlinie stuft dieses Verfahren als Standard ein, da aufwändigere Verlagerungsoperationen höhere Komplikationsraten aufweisen können.

Es wird empfohlen, das Ellenbogengelenk möglichst frühzeitig und in weitem Umfang ohne Belastung zu bewegen. Die Leitlinie betont, dass eine sofortige Mobilisation einer mehrwöchigen Ruhigstellung langfristig ebenbürtig ist und die Arbeitsunfähigkeit verkürzt.

Die Neurosonographie hat sich neben der Elektrophysiologie als relevantes ergänzendes Verfahren etabliert. Laut Leitlinie erlaubt sie den direkten Nachweis morphologischer Veränderungen, wie etwa einer fusiformen Nervenschwellung, und hilft bei der genauen Lokalisation der Kompression.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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