StatPearls2026

Krankheitsangststörung (IAD): Diagnostik & Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Krankheitsangststörung (Illness Anxiety Disorder, IAD), früher als Hypochondrie bezeichnet, ist durch die übermäßige Sorge gekennzeichnet, an einer schweren, nicht diagnostizierten Krankheit zu leiden oder diese zu entwickeln. Diese Angst besteht trotz unauffälliger körperlicher Untersuchungen und Laborergebnisse fort.

Betroffene widmen normalen Körperempfindungen übermäßige Aufmerksamkeit und interpretieren diese fälschlicherweise als Anzeichen einer schweren Erkrankung. Die Prävalenz im medizinischen ambulanten Bereich wird auf etwa 0,75 % geschätzt, wobei die Erkrankung typischerweise chronisch verläuft und sich mit zunehmendem Alter verschlechtern kann.

Als Risikofaktoren gelten unter anderem eine familiäre Häufung von Gesundheitsängsten, schwere Erkrankungen in der Kindheit sowie zugrunde liegende Angststörungen. Auch ein übermäßiger Konsum von gesundheitsbezogenen Informationen im Internet kann das Risiko für die Entwicklung einer IAD erhöhen.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte für das Management der Krankheitsangststörung:

Diagnostik nach DSM-5

Die Diagnose der IAD ist eine Ausschlussdiagnose, die eine umfassende medizinische Untersuchung zum Ausschluss organischer Ursachen erfordert. Laut Leitlinie müssen für die Diagnose nach DSM-5 folgende Kriterien über mindestens 6 Monate erfüllt sein:

  • Übermäßige Sorge, eine lebensbedrohliche Krankheit zu haben oder zu entwickeln

  • Fehlende oder nur sehr milde somatische Symptome

  • Ausgeprägte gesundheitsbezogene Ängste

  • Unverhältnismäßige gesundheitsbezogene Verhaltensweisen (z. B. ständiges Überprüfen des Körpers)

Zudem wird empfohlen, zwischen einem hilfesuchenden Typ (übermäßige Inanspruchnahme medizinischer Leistungen) und einem hilfevermeidenden Typ (Vermeidung von Arztbesuchen aus Angst vor einer Diagnose) zu unterscheiden.

Differenzialdiagnostik

Es wird betont, dass die IAD von anderen psychiatrischen Erkrankungen abgegrenzt werden muss. Im Gegensatz zur somatischen Belastungsstörung stehen bei der IAD nicht die körperlichen Beschwerden, sondern die feste Überzeugung, krank zu sein, im Vordergrund.

Therapie

Als Erstlinientherapie wird die Psychotherapie empfohlen. Hierbei steht die kognitive Verhaltenstherapie (CBT) im Fokus, um dysfunktionale Überzeugungen zu behandeln und exzessives Kontrollverhalten zu reduzieren.

Als Zweitlinientherapie beschreibt die Leitlinie den Einsatz von Antidepressiva. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) haben sich als wirksam erwiesen. Bei Ansprechen auf die medikamentöse Therapie wird eine Erhaltungstherapie für mindestens 6 bis 12 Monate empfohlen.

Patientenführung und Monitoring

Die Leitlinie rät dazu, eine starke therapeutische Allianz aufzubauen und die Ängste der Patienten ernst zu nehmen. Aussagen wie "Das ist alles nur in Ihrem Kopf" sollten strikt vermieden werden.

Um eine Überinanspruchnahme des Gesundheitssystems zu verhindern, werden regelmäßige Kontrolltermine beim Hausarzt in Zusammenarbeit mit einem Psychiater empfohlen. Unnötige bildgebende Verfahren und Laboruntersuchungen sollten nach initialem Ausschluss schwerer Erkrankungen vermieden werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist der Umgang mit der Überinanspruchnahme medizinischer Leistungen. Es wird empfohlen, nach dem initialen Ausschluss organischer Ursachen auf weitere unnötige Bildgebungen oder Laboruntersuchungen zu verzichten. Stattdessen sollten regelmäßige, feste Kontrolltermine beim Primärversorger vereinbart werden, um Notaufnahmebesuche zu reduzieren und dem Patienten Sicherheit zu vermitteln.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie stehen bei der somatischen Belastungsstörung multiple, anhaltende körperliche Symptome im Vordergrund. Bei der Krankheitsangststörung fehlen somatische Symptome meist oder sind nur sehr mild ausgeprägt, während die Angst vor einer Erkrankung dominiert.

Die Leitlinie nennt Antidepressiva als Zweitlinientherapie. Insbesondere SSRI und SNRI haben sich als wirksam erwiesen und sollten bei Ansprechen für 6 bis 12 Monate als Erhaltungstherapie weitergeführt werden.

Gemäß den DSM-5-Kriterien müssen die übermäßigen Sorgen und gesundheitsbezogenen Verhaltensweisen für mindestens 6 Monate durchgehend bestehen, um die Diagnose einer Krankheitsangststörung stellen zu können.

Ja, die Leitlinie stellt klar, dass eine allgemeine medizinische Erkrankung die Diagnose nicht ausschließt. Eine Krankheitsangststörung kann diagnostiziert werden, wenn die gesundheitsbezogenen Ängste in keinem Verhältnis zur Schwere der tatsächlichen Erkrankung stehen.

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Quelle: StatPearls: Illness Anxiety Disorder (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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