CochraneIa2020

Ketogene Diät: Therapie pharmakoresistenter Epilepsie

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Cochrane Review (2020) untersucht die Wirksamkeit und Verträglichkeit ketogener Diäten bei medikamentenresistenter Epilepsie. Etwa 30 % der Menschen mit Epilepsie leiden trotz der Einnahme mehrerer Antiepileptika weiterhin an Anfällen.

Für diese Personengruppe stellt die ketogene Ernährung eine alternative Behandlungsoption dar. Die klassische ketogene Diät zeichnet sich durch einen hohen Fett- und einen sehr niedrigen Kohlenhydratanteil aus.

Neben der klassischen Form existieren modifizierte Varianten wie die modifizierte Atkins-Diät (MAD). Diese sollen die Therapietreue durch eine bessere Alltagstauglichkeit und weniger strenge Restriktionen erhöhen.

Empfehlungen

Der Review fasst die Evidenz aus 13 randomisierten kontrollierten Studien zusammen. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz wird insgesamt als niedrig bis sehr niedrig eingestuft.

Wirksamkeit bei Kindern

Laut Review zeigen Kinder unter einer ketogenen Diät signifikant bessere Anfallsraten als unter der Regelversorgung. Die Wahrscheinlichkeit für eine Anfallsfreiheit ist etwa dreimal so hoch (sehr niedrige Evidenz).

Die Wahrscheinlichkeit für eine Reduktion der Anfallshäufigkeit um mindestens 50 % ist fast sechsmal so hoch (niedrige Evidenz). Mit der klassischen 4:1-Diät erreichten in Studien bis zu 55 % der Kinder Anfallsfreiheit.

Wirksamkeit bei Erwachsenen

Bei Erwachsenen bleibt die Evidenzslage laut der Autoren unklar. In den untersuchten Studien erreichte kein erwachsener Teilnehmer eine vollständige Anfallsfreiheit.

Eine Reduktion der Anfälle um mindestens 50 % wurde unter der modifizierten Atkins-Diät (MAD) zwar häufiger beobachtet als unter der Regelversorgung. Dieser Effekt war in der Meta-Analyse jedoch statistisch nicht signifikant.

Nebenwirkungen und Therapieabbruch

Die Studien berichten übereinstimmend über gastrointestinale Nebenwirkungen. Zu den häufigsten unerwünschten Ereignissen zählen:

  • Erbrechen

  • Verstopfung

  • Diarrhö

Zudem wird auf hohe Abbruchraten in den Studien hingewiesen. Als Hauptgründe für einen Therapieabbruch nennt der Review mangelnde Wirksamkeit und eine schlechte Verträglichkeit der Diät.

Diät-Formen im Vergleich

Der Review vergleicht verschiedene Ausprägungen der ketogenen Ernährung. Die modifizierte Atkins-Diät (MAD) zeigt möglicherweise eine ähnliche Wirkung auf die Anfallskontrolle wie die klassische Form, könnte aber mit weniger Nebenwirkungen verbunden sein.

Diät-FormKohlenhydrat-RestriktionBesonderheiten
Klassische ketogene Diät (4:1)Sehr strengVerhältnis von Fett zu Kohlenhydraten/Proteinen beträgt 4:1
Modifizierte Atkins-Diät (MAD)10-20 g/TagWeniger restriktiv, potenziell bessere Verträglichkeit
MCT-DiätModeratEinsatz von mittelkettigen Triglyceriden (MCT) zur Ketonbildung
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass die Abbruchraten bei ketogenen Diäten aufgrund von gastrointestinalen Nebenwirkungen und mangelnder Toleranz hoch sind. Es wird nahegelegt, bei der Aufklärung auf diese Herausforderungen hinzuweisen und gegebenenfalls weniger restriktive Formen wie die modifizierte Atkins-Diät (MAD) als Alternative in Betracht zu ziehen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Review ist die Wahrscheinlichkeit für eine Anfallsfreiheit bei Kindern unter einer ketogenen Diät bis zu dreimal höher als unter der Regelversorgung. Eine Reduktion der Anfälle um mindestens 50 % tritt bis zu sechsmal häufiger auf.

Die Evidenz für Erwachsene ist laut der Autoren sehr unsicher. In den ausgewerteten Studien erreichte kein Erwachsener Anfallsfreiheit, wenngleich eine Reduktion der Anfallshäufigkeit unter der modifizierten Atkins-Diät beobachtet wurde.

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen umfassen Erbrechen, Verstopfung und Diarrhö. Bei Erwachsenen wurde zudem über Gewichtsverlust und einen Anstieg der Cholesterinwerte berichtet.

Die klassische ketogene Diät erfordert ein strenges Verhältnis von Fett zu Kohlenhydraten und Proteinen (meist 4:1). Die modifizierte Atkins-Diät erlaubt eine etwas höhere Kohlenhydratzufuhr (10-20 g pro Tag) und gilt als alltagstauglicher.

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Quelle: Cochrane Review: Ketogenic diets for drug-resistant epilepsy (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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