StatPearls2026

Kardioplegie: Applikation, Lösungen und Komplikationen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die Kardioplegie als pharmakologische Therapie zur gezielten und temporären Einleitung eines Herzstillstands während herzchirurgischer Eingriffe. Ziel ist die Reduktion des myokardialen Sauerstoffbedarfs durch elektrische Ruhe und Kühlung des Herzens.

Der diastolische Herzstillstand wird primär durch einen Einstrom von Kaliumionen erreicht, welcher die Myokardmembran depolarisiert und eine Repolarisation verhindert. Zusätzliche Elektrolyte und Zusätze wie Lidocain, Magnesium oder Bikarbonat dienen dem weiteren Myokardschutz und der Stabilisierung.

Neben der Kardioprotektion ermöglicht das Verfahren ein blutleeres und bewegungsfreies Operationsfeld. Die sichere Verabreichung erfordert laut Leitlinie eine enge interprofessionelle Abstimmung zwischen Herzchirurgie, Anästhesie und Kardiotechnik (Perfusionisten).

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernaspekte zur Durchführung der Kardioplegie:

Indikation und Verabreichungswege

Die Leitlinie unterscheidet primär zwischen antegrader und retrograder Verabreichung der Kardioplegie:

  • Antegrade Gabe: Erfolgt über die proximale Aorta und entspricht der physiologischen Blutversorgung der Koronarien.

  • Retrograde Gabe: Erfolgt über einen Katheter im Sinus coronarius.

Eine retrograde oder kombinierte Verabreichung wird laut Leitlinie bei spezifischen anatomischen oder pathologischen Besonderheiten empfohlen. Dazu zählen eine moderate bis schwere Aorteninsuffizienz, schwere Koronarstenosen oder ein Zustand nach Bypass-Operation mit einem offenen Mammaria-Graft.

Kardioplegische Lösungen im Vergleich

Es wird betont, dass weltweit kein einheitlicher Konsens über die optimale Kardioplegie-Lösung besteht. Die Wahl der Lösung beeinflusst das Dosierungsintervall und die Zusammensetzung maßgeblich.

LösungstypVerabreichungEigenschaften & Zusammensetzung
BretschneiderSingle-DoseKristalloid, langwirksam, niedriges Natrium/Kalzium, enthält Histidin-Puffer und Tryptophan
del NidoSingle-Dose1:4 Blut-Kristalloid-Mix, enthält Lidocain und Magnesium, ca. 60 Minuten Schutzdauer
Kristalloid (z.B. St. Thomas)Multi-DoseKurze Intervalle (~20 Min.), Kalium <26 mEq/L, Risiko für myokardiale Azidose
Blut-KardioplegieMulti-Dose4:1 Blut-Kristalloid-Mix, natürliches Puffersystem, verbesserte Sauerstoffversorgung

Monitoring und Komplikationsmanagement

Laut Leitlinie ist ein kontinuierliches barometrisches Monitoring des Infusionsdrucks zwingend erforderlich. Dies dient der Vermeidung von Endothelschäden und Reperfusionsverletzungen durch zu hohe Drücke.

Vor der Entwöhnung von der Herz-Lungen-Maschine wird eine strikte Kontrolle von Elektrolyten, Temperatur, Glukose, pH-Wert und Hämoglobin empfohlen. Abweichungen müssen korrigiert werden, da sie zu Myokard-Stunning oder Arrhythmien führen können.

Dosierung

Die Dosierung der Kardioplegie erfolgt häufig empirisch und variiert je nach gewählter Lösung und Eingriff.

Patientenpopulation / LösungInitiale DosierungTemperaturApplikationsweg
Erwachsene (Allgemein)300 - 500 ml (bis zum Herzstillstand)VariabelAntegrad / Retrograd
Säuglinge und Kinder (del Nido)20 ml/kg Körpergewicht8 - 12 °CAntegrad

Bei schwerer Koronarstenose oder Linksherzhypertrophie wird laut Leitlinie eine höhere Initialdosis empfohlen, um eine adäquate Perfusion sicherzustellen. Vor der Entwöhnung von der Herz-Lungen-Maschine wird häufig ein sogenannter "Hot-Shot" (eine Dosis warmer Kardioplegie) verabreicht.

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt spezifische Kontraindikationen für bestimmte Verabreichungswege:

  • Schwere Verkalkungen oder instabile Atherome der Aorta ascendens: Stellen eine Kontraindikation für die antegrade Kanülierung und das Setzen der Aortenklemme dar (erhöhtes Dissektions- und Schlaganfallrisiko).

  • Persistierende linke obere Hohlvene (PLSVC): Kann eine Kontraindikation für die retrograde Kardioplegie über den Sinus coronarius darstellen.

  • Atresie des Sinus coronarius: Stellt eine absolute Kontraindikation für die retrograde Gabe dar.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, sich bei der retrograden Kardioplegie ausschließlich auf den Sinus coronarius zu verlassen, da die vorderen Herzvenen direkt in den rechten Vorhof drainieren und der rechte Ventrikel somit unzureichend geschützt sein könnte. Zudem wird bei der Verwendung von del Nido-Lösung bei Patienten mit Linksherzhypertrophie auf das Risiko einer Maldistribution hingewiesen, was eine engmaschigere Nachdosierung erforderlich machen kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie führt der Einstrom von Kalium zu einer Depolarisation der Myokardmembran. Dies verhindert eine adäquate Repolarisation und leitet so den gewünschten diastolischen Herzstillstand ein.

Die Leitlinie empfiehlt den retrograden Zugang bei anatomischen Besonderheiten wie schwerer Aorteninsuffizienz oder hochgradigen Koronarstenosen. Auch nach Bypass-Operationen mit einem offenen Mammaria-Graft wird diese Methode bevorzugt.

Es wird beschrieben, dass die del Nido-Lösung einen Myokardschutz für etwa 60 Minuten bietet. Bei bestimmten Risikofaktoren wie einer Linksherzhypertrophie kann jedoch eine frühere Nachdosierung notwendig sein.

Zu den in der Leitlinie genannten Komplikationen zählen Elektrolytentgleisungen, myokardiales Stunning, pH-Verschiebungen und ischämische Schäden. Ein engmaschiges Monitoring durch die Kardiotechnik wird zur Prävention empfohlen.

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Quelle: StatPearls: Cardioplegia (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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