WHO2013

Influenza-Pandemie: Risikobewertung und Vorbereitung

Diese Leitlinie stammt aus 2013 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2013)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie (2013) zum Risikomanagement bei pandemischer Influenza aktualisiert die Vorgängerversion von 2009. Sie integriert die Prinzipien des allumfassenden Notfallrisikomanagements für die Gesundheit (ERMH).

Ein zentrales Element ist die Entkopplung der globalen Pandemiephasen von den nationalen Maßnahmen. Die Leitlinie betont, dass nationale Reaktionen auf lokalen Risikobewertungen basieren sollten.

Zudem wird ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz gefordert. Dieser schließt neben dem Gesundheitssektor auch Regierungen, Unternehmen und die Zivilgesellschaft in die Planung ein.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für das nationale Risikomanagement:

Globale Pandemiephasen

Die WHO klassifiziert die globalen Phasen wie folgt:

PhaseBeschreibung
Interpandemische PhaseZeitraum zwischen Influenza-Pandemien
Alarmphase (Alert)Identifikation einer humanen Infektion durch einen neuen Subtyp
Pandemische PhaseGlobale Ausbreitung der humanen Influenza durch den neuen Subtyp
Übergangsphase (Transition)Reduzierung des globalen Risikos und Deeskalation der Maßnahmen

Nationale Risikobewertung

Laut Leitlinie wird empfohlen, kontinuierliche nationale Risikobewertungen durchzuführen. Diese sollen die globale WHO-Bewertung berücksichtigen, aber an lokale Gegebenheiten angepasst sein.

Die Bewertung der Pandemie-Schwere sollte anhand von drei Hauptindikatoren erfolgen:

  • Übertragbarkeit (Transmissibilität) des Virus

  • Schweregrad der Erkrankung (Seriousness of Disease)

  • Auswirkungen auf das Gesundheitssystem und die Gesellschaft (Impact)

Planung und Koordination

Es wird die Einrichtung eines regierungsübergreifenden nationalen Komitees für das Pandemie-Risikomanagement empfohlen. Dieses soll nationale und subnationale Pläne entwickeln und regelmäßig testen.

Die Leitlinie rät dazu, Geschäftskontinuitätspläne für alle essenziellen Dienstleister zu erstellen. Dies soll die Aufrechterhaltung kritischer Infrastrukturen bei hohen Ausfallquoten des Personals sichern.

Gesundheitsinfrastruktur und Logistik

Gemäß Leitlinie sollen Mechanismen zur Beschaffung, Lagerung und Verteilung von antiviralen Medikamenten, Impfstoffen und Schutzausrüstung etabliert werden.

Es wird empfohlen, einen Verteilungsplan zu entwickeln, um Pandemie-Impfstoffe innerhalb von 7 Tagen nach Verfügbarkeit an nationale und subnationale Verteilzentren zu liefern.

Gesundheitsdienste und Maßnahmen

Die Leitlinie empfiehlt die Entwicklung von Strategien für den massiven Ausbau der Gesundheitskapazitäten (Surge Capacity). Zudem sollen Triage-Systeme und alternative Versorgungsstrategien vorbereitet werden.

Auf Bevölkerungsebene wird die Planung von nicht-pharmazeutischen Interventionen empfohlen:

  • Förderung von Hand- und Atemwegshygiene

  • Soziale Distanzierung wie Schulschließungen oder Absage von Großveranstaltungen

  • Freiwillige häusliche Isolation von Erkrankten

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt davor, sich ausschließlich auf das Screening und die Isolation klinisch kranker Personen zu verlassen. Da die Virusausscheidung bereits vor dem Auftreten von Symptomen beginnt, ist diese Maßnahme allein nicht ausreichend, um die Ausbreitung zu stoppen.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine vollständige Eindämmung an der Quelle in der Praxis höchstwahrscheinlich nicht durchführbar ist.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist nachdrücklich darauf hin, dass die Fallsterblichkeitsrate in den frühen Phasen einer Pandemie oft ungenau und irreführend ist. Es wird empfohlen, sich zu Beginn stattdessen auf Parameter wie den Anteil der bekannten Fälle zu stützen, die eine mechanische Beatmung benötigen. Zudem wird betont, dass nationale Maßnahmen stets an die lokale Risikobewertung angepasst werden sollten, unabhängig von der ausgerufenen globalen WHO-Phase.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird für Planungszwecke von einer Inkubationszeit von 1 bis 3 Tagen ausgegangen. Die Latenzzeit wird auf 0,5 bis 2 Tage geschätzt.

Die Leitlinie nimmt für Planungszwecke eine durchschnittliche klinische Befallsrate von 25 % bis 45 % in der Gesamtbevölkerung an. Es wird jedoch betont, dass diese Raten je nach Altersgruppe und Region stark variieren können.

Gemäß Leitlinie wird die Schwere einer Pandemie durch drei Hauptindikatoren bewertet. Diese umfassen die Übertragbarkeit des Virus, den klinischen Schweregrad der Erkrankung sowie die Auswirkungen auf das Gesundheitssystem.

Die Leitlinie geht von einer Infektiositätsdauer von etwa 5 Tagen bei Erwachsenen aus. Bei Kindern kann dieser Zeitraum möglicherweise länger ausfallen.

Die Leitlinie stuft eine vollständige Eindämmung an der Quelle aufgrund der schnellen Ausbreitung und der Ressourcenknappheit als sehr unwahrscheinlich ein. Stattdessen wird eine Kombination aus sozialer Distanzierung, Hygiene und dem gezielten Einsatz von Virostatika zur Schadensminderung empfohlen.

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Quelle: Pandemic Influenza Risk Management (WHO, 2013). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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