StatPearls2026

Induratio penis plastica (IPP): Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Peyronie-Krankheit (Induratio penis plastica) ist eine gutartige Wundheilungsstörung der Tunica albuginea des Penis. Sie führt zu einer lokalisierten Fibrose und Plaquebildung, was eine schmerzhafte Verkrümmung während der Erektion verursacht.

Die genaue Ätiologie ist nicht vollständig geklärt, jedoch wird ein Mikrotrauma des Penis bei genetisch prädisponierten Männern als Hauptursache angenommen. Risikofaktoren umfassen Bindegewebserkrankungen wie Morbus Dupuytren, Diabetes mellitus und vorangegangene urologische Eingriffe.

Es werden zwei klinische Phasen unterschieden: eine akute Phase mit Schmerzen und fortschreitender Deformität sowie eine chronische Phase mit stabiler Plaquebildung. Die Erkrankung geht häufig mit einer erheblichen psychischen Belastung und erektiler Dysfunktion einher.

Empfehlungen

Die StatPearls-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Diagnostik und Therapie der Peyronie-Krankheit:

Diagnostik und Evaluation

Eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung im schlaffen und erigierten Zustand werden als essenziell erachtet. Die Leitlinie empfiehlt einen Schwellkörper-Injektionstest (ICI) mit oder ohne Doppler-Ultraschall vor jedem invasiven Eingriff.

Zur klinischen Einteilung wird das PTNM-Klassifikationssystem vorgeschlagen:

SubtypCharakteristikaStabilitätskriterium
KalzifizierendPlaque-Verkalkung >1 cm, oft Schmerzen und SanduhrdeformitätKeine klinische Veränderung für 3 Monate nach 12 Monaten
ProgressivSymptomverschlechterung nach 3 Monaten, starker LängenverlustKeine klinische Veränderung für 3 Monate nach 14 Monaten
Rezidivierend/RemittierendReaktivierung nach >6 Monaten Stabilität, oft jüngere MännerKeine klinische Veränderung für 3 Monate nach 12 Monaten
KlassischAusschlussdiagnose, oft spontane Regression, weniger SchmerzenKeine klinische Veränderung für >3 Monate

Konservative Therapie

Eine orale medikamentöse Therapie wird aufgrund mangelnder Evidenz nicht routinemäßig empfohlen. Phosphodiesterase-5-Inhibitoren (z. B. Tadalafil) können jedoch bei gleichzeitiger erektiler Dysfunktion erwogen werden.

Für die intraläsionale Injektionstherapie in der stabilen Krankheitsphase werden folgende Optionen genannt:

  • Clostridium histolyticum-Kollagenase als einzige zugelassene Therapie (moderate Empfehlung)

  • Interferon-alpha-2b zur Reduktion der Fibroblastenproliferation

  • Verapamil zur Schmerzkontrolle (schwache Empfehlung)

Mechanische Verfahren wie die Penistraktionstherapie oder Vakuumpumpen können in der akuten und chronischen Phase eingesetzt werden. Sie zeigen laut Leitlinie die besten Ergebnisse in Kombination mit anderen Therapieformen.

Operative Therapie

Eine chirurgische Intervention wird nur bei stabiler Erkrankung (mindestens 3 bis 12 Monate ohne Progression) und bei Einschränkung des Geschlechtsverkehrs empfohlen.

OperationsmethodeIndikationBesonderheiten
Penisplikation (z. B. Nesbit)Krümmung <60°, gute Erektionsfunktion, keine SanduhrdeformitätFührt zur Verkürzung der konvexen Penisseite
Plaque-Inzision/Exzision mit GraftingKrümmung >60°, komplexe Deformität, gute ErektionsfunktionRisiko für postoperative erektile Dysfunktion
PenisprotheseSchwere Deformität kombiniert mit erektiler DysfunktionInflatable Prothesen werden meist bevorzugt

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende Dosierungsschemata für ausgewählte medikamentöse Ansätze (überwiegend Off-Label-Use):

MedikamentDosierungIndikation / Anmerkung
Clostridium histolyticum-Kollagenase0,58 mg pro InjektionIntraläsional; 2 Injektionen im Abstand von 1-3 Tagen pro Zyklus
Tadalafil5 mg täglichOral; bei begleitender erektiler Dysfunktion
Pentoxifyllin400 mg 3-mal täglichOral; zur Hemmung der Kollagenproduktion (Off-Label)
Coenzym Q10300 mg täglichOral; als Antioxidans (Off-Label)
Interferon-alpha-2b5x10^6 Einheiten in 10 ml NaClIntraläsional; alle 2 Wochen über 3 Monate

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor der Anwendung von Clostridium histolyticum-Kollagenase bei ventralen Plaques aufgrund des Risikos von Verletzungen tieferliegender Strukturen.

Synthetische Grafts bei Exzisionsoperationen werden nicht empfohlen, da ein erhöhtes Risiko für Infektionen, Kontrakturen und allergische Reaktionen besteht.

Von einer operativen Korrektur während der akuten, instabilen Krankheitsphase wird explizit abgeraten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein entscheidender Hinweis der Leitlinie ist, dass Schmerzen kein verlässlicher Indikator für die Krankheitsaktivität sind, da sie oft spontan abklingen. Es wird stattdessen empfohlen, die Stabilität der Plaquebildung und der Krümmung über mindestens drei Monate als Kriterium für den Übergang in die chronische Phase heranzuziehen, bevor invasive Therapien geplant werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sollte eine Operation erst in der chronischen Phase erfolgen. Die Deformität muss dafür seit mindestens 3 bis 12 Monaten stabil und schmerzfrei sein.

Die Leitlinie stellt fest, dass es keine ausreichend belegte orale Therapie gibt. Phosphodiesterase-5-Inhibitoren wie Tadalafil können jedoch bei begleitender erektiler Dysfunktion nützlich sein.

Es wird beschrieben, dass die extrakorporale Stoßwellentherapie lediglich zur Schmerzlinderung in der akuten Phase wirksam ist. Sie hat laut Leitlinie keinen signifikanten Einfluss auf die Peniskrümmung oder Plaquegröße.

Die Injektion mit Clostridium histolyticum-Kollagenase weist die beste Evidenz auf und ist das einzige FDA-zugelassene Medikament für diese Indikation. Sie wird besonders bei Krümmungen zwischen 30° und 90° empfohlen.

Die Leitlinie gibt an, dass mehr als 40 % der Patienten nach einer Plikationsoperation (z. B. nach Nesbit) eine subjektive oder objektive Penisverkürzung bemerken. Patienten sollten präoperativ zwingend darüber aufgeklärt werden.

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Quelle: StatPearls: Peyronie Disease (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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