ICD-10-GM 2026 Kap. XV: Schwangerschaft & Geburt (BfArM)
Hintergrund
Das Kapitel XV der ICD-10-GM (Version 2026) des BfArM umfasst die Klassifikation von Diagnosen rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (Kodes O00-O99). Die ICD-10-GM dient in Deutschland als amtliches System zur Verschlüsselung von Diagnosen in der ambulanten und stationären Versorgung.
Laut BfArM wird der Begriff "Gestation" in diesem Kapitel als Oberbegriff für die Phasen Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett verwendet. Der Begriff "Mutter" fungiert als allgemeine Bezeichnung für die Frau während dieser Gestationsabschnitte.
Diese Zusammenfassung basiert auf den einleitenden Hinweisen und der Strukturübersicht des entsprechenden ICD-10-GM-Kapitels.
Empfehlungen
Das BfArM gliedert das Kapitel XV (O00-O99) in spezifische Diagnosegruppen. Die Klassifikation ordnet die verschiedenen Gestationsphasen und mögliche Komplikationen systematisch ein.
Klassifikation der Diagnosegruppen
| Kode-Bereich | Beschreibung |
|---|---|
| O00-O08 | Schwangerschaft mit abortivem Ausgang |
| O09-O09 | Schwangerschaftsdauer |
| O10-O16 | Ödeme, Proteinurie und Hypertonie während der Schwangerschaft, der Geburt und des Wochenbettes |
| O20-O29 | Sonstige Krankheiten der Mutter, die vorwiegend mit der Schwangerschaft verbunden sind |
| O30-O48 | Betreuung der Mutter im Hinblick auf den Fetus und die Amnionhöhle sowie mögliche Entbindungskomplikationen |
| O60-O75 | Komplikationen bei Wehentätigkeit und Entbindung |
| O80-O82 | Entbindung |
| O85-O92 | Komplikationen, die vorwiegend im Wochenbett auftreten |
| O94-O99 | Sonstige Krankheitszustände während der Gestationsperiode, die anderenorts nicht klassifiziert sind |
Ausrufezeichenkodes
Das Kapitel enthält spezifische Zusatzkodes, die zur weiteren Spezifizierung herangezogen werden. Laut BfArM ist der Kode O09.-! (Schwangerschaftsdauer) als Ausrufezeichenschlüsselnummer definiert.
Kontraindikationen
Das BfArM definiert für das Kapitel XV spezifische Exklusiva. Folgende Zustände werden nicht unter O00-O99 klassifiziert, sondern anderen Kapiteln zugeordnet:
-
Osteomalazie im Wochenbett (M83.0-)
-
Postpartale Hypophysennekrose (E23.0)
-
Psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett (F53.-)
-
Tetanus während der Schwangerschaft, der Geburt und des Wochenbettes (A34)
-
Überwachung bei normaler Schwangerschaft (Z34)
-
Überwachung bei Risikoschwangerschaft (Z35.-)
-
Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T88.1, T88.6-T98)
💡Praxis-Tipp
Bei der Kodierung von Schwangerschaftsdiagnosen ist darauf zu achten, dass die reine Überwachung einer normalen Schwangerschaft (Z34) oder einer Risikoschwangerschaft (Z35.-) explizit aus dem O-Kapitel ausgeschlossen ist. Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Schwangerschaftsdauer als Ausrufezeichenkode (O09.-!) zur ergänzenden Spezifizierung angegeben wird.
Häufig gestellte Fragen
Die Schwangerschaftsdauer wird laut BfArM mit der Ausrufezeichenschlüsselnummer O09.-! kodiert. Dieser Kode dient als Zusatzinformation zu einer Hauptdiagnose.
Nein, psychische und Verhaltensstörungen im Wochenbett sind als Exklusivum definiert. Sie werden gemäß ICD-10-GM unter dem Kodebereich F53.- klassifiziert.
Komplikationen bei der Wehentätigkeit und der Entbindung werden in der ICD-10-GM im Bereich O60-O75 abgebildet. Die unkomplizierte Entbindung selbst fällt unter die Kodes O80-O82.
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Quelle: ICD-10-GM 2026 Kapitel XV: Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99) (BfArM, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.