Hib-Impfung: Indikation, Impfschema & Kontraindikation
Hintergrund
Die StatPearls-Zusammenfassung beleuchtet den Einsatz der Impfung gegen Haemophilus influenzae Typ b (Hib). Vor der Einführung der Konjugatimpfstoffe in den 1990er Jahren war Hib die häufigste Ursache für Meningitis bei Kindern unter fünf Jahren.
Durch den flächendeckenden Einsatz der Impfung konnten die Infektionsraten um 99 Prozent gesenkt werden. Auch die Inzidenz der Epiglottitis ist laut Leitlinie signifikant zurückgegangen.
Die heute verwendeten Konjugatimpfstoffe binden das Polysaccharid-Antigen an ein Trägerprotein. Dies ermöglicht eine T-Zell-vermittelte Immunantwort, die bereits bei Säuglingen unter zwei Jahren wirksam ist.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Hib-Impfung:
Allgemeine Impfempfehlung
Die Leitlinie empfiehlt die Hib-Impfung für alle Säuglinge. Der früheste Zeitpunkt für die erste Dosis ist ein Alter von sechs Wochen.
Es wird betont, dass leichte Erkrankungen (wie leichtes Fieber) kein Hindernis für die Impfung darstellen. Bei höherem Fieber sollte die klinische Einschätzung über die Impftauglichkeit entscheiden.
Frühgeborene
Laut Leitlinie profitieren Frühgeborene und Säuglinge mit niedrigem Geburtsgewicht vom regulären Impfschema.
Es wird hervorgehoben, dass sich der Impfzeitpunkt nach dem chronologischen und nicht nach dem korrigierten Alter richten sollte.
Risikogruppen für Auffrischungen
Für bestimmte Risikopopulationen wird mindestens eine Auffrischungsdosis empfohlen. Dazu zählen unter anderem:
-
Personen unter Chemotherapie oder nach hämatopoetischer Stammzelltransplantation
-
Patienten mit anatomischer oder funktioneller Asplenie sowie vor elektiver Splenektomie
-
Personen mit HIV-Infektion oder Immundefekten (Immunglobulin- oder Komplementmangel)
Kombinationsimpfstoffe
Die Leitlinie weist darauf hin, dass die Kombination von Hib mit azellulären Pertussis-Impfstoffen in einer Spritze die Immunogenität verringern kann.
Die zeitgleiche Verabreichung an unterschiedlichen Injektionsstellen zeigt hingegen keine verminderte Wirksamkeit.
Umgang mit Nebenwirkungen
Fieber ist die häufigste berichtete Nebenwirkung nach der Impfung.
Es wird ausdrücklich davon abgeraten, prophylaktisch Antipyretika vor der Impfung zu verabreichen. Dies senkt das Risiko für Fieberkrämpfe nicht signifikant und kann die Immunantwort abschwächen.
Dosierung
Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt folgende von der FDA empfohlene Impfschemata für die Grundimmunisierung:
| Impfstofftyp | Dosis 1 | Dosis 2 | Dosis 3 | Auffrischung (Booster) |
|---|---|---|---|---|
| Tetanustoxoid-Konjugat (monovalent/polyvalent) | 2 Monate | 4 Monate | 6 Monate | 12 bis 15 Monate |
| Meningokokken-Protein-Konjugat (monovalent) | 2 Monate | 4 Monate | Entfällt | 12 bis 15 Monate |
Für Risikogruppen und Nachholimpfungen (Catch-up) gelten laut Leitlinie spezifische Dosierungsempfehlungen:
| Patientengruppe | Bisheriger Impfstatus | Empfohlenes Schema |
|---|---|---|
| Gesunde Kinder (≥ 5 Jahre) | Unvollständig oder ungeimpft | Keine weitere Impfung erforderlich |
| Risikokinder (1 bis 5 Jahre) | ≤ 1 Dosis im ersten Lebensjahr | 2 weitere Dosen im Abstand von 8 Wochen |
| Risikokinder (1 bis 5 Jahre) | ≥ 2 Dosen im ersten Lebensjahr | 1 weitere Dosis (≥ 8 Wochen nach letzter Dosis) |
| Elektive Splenektomie (≥ 15 Monate) | Ungeimpft | 1 Dosis mindestens 2 Wochen vor dem Eingriff |
| HIV-Infektion (5 bis 18 Jahre) | Ungeimpft | 1 Dosis |
| Nach Stammzelltransplantation | Unabhängig vom Vorstatus | 3 Dosen (6 bis 12 Monate nach Transplantation, Abstand je 4 Wochen) |
Zusätzlicher Hinweis zur Chemotherapie: Dosen, die weniger als 14 Tage vor Beginn einer Chemotherapie oder Bestrahlung verabreicht wurden, sollten frühestens 3 Monate nach Abschluss der Therapie wiederholt werden.
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen für die Hib-Impfung:
-
Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Anaphylaxie) nach einer früheren Dosis oder gegen Bestandteile des Impfstoffs
-
Alter unter 6 Wochen (absolute Kontraindikation)
-
Bekannte schwere Latexallergie (gilt für spezifische Impfstoffe, deren Behältnisse Naturkautschuklatex enthalten)
Zudem wird darauf hingewiesen, dass Kombinationsimpfstoffe mit Pertussis-Komponente eigene relative Kontraindikationen aufweisen, die berücksichtigt werden müssen.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, prophylaktische Antipyretika vor der Hib-Impfung zu verabreichen. Diese Praxis senkt das Risiko für Fieberkrämpfe nicht signifikant, kann aber die Immunantwort auf den Impfstoff abschwächen. Zudem wird betont, dass sich das Impfschema bei Frühgeborenen nach dem chronologischen und nicht nach dem korrigierten Alter richten sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie kann die erste Dosis der Hib-Impfung frühestens im Alter von sechs Wochen verabreicht werden. Regulär ist die erste Dosis für den zweiten Lebensmonat vorgesehen.
Es wird empfohlen, die Impfung bei leichten Erkrankungen wie einem leichten Infekt oder geringem Fieber nicht zu verschieben. Bei höherem Fieber sollte die Entscheidung anhand der klinischen Schwere getroffen werden.
Gesunde Kinder ab einem Alter von fünf Jahren, die bisher keine oder eine unvollständige Hib-Impfung erhalten haben, benötigen laut Leitlinie keine weitere Impfung.
Bei einer elektiven Splenektomie wird für ungeimpfte Patienten ab 15 Monaten eine Dosis der Hib-Impfung empfohlen. Diese sollte mindestens zwei Wochen vor dem operativen Eingriff verabreicht werden.
Studien zeigen, dass eine Impfung im dritten Trimenon sicher ist und die Antikörpertiter beim Neugeborenen erhöht. Die FDA gibt jedoch derzeit keine offizielle Empfehlung für oder gegen eine Hib-Impfung während der Schwangerschaft ab.
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Quelle: StatPearls: Haemophilus influenzae Type b Vaccine (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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