StatPearls2026

Hämodialyse: Indikationen, Modalitäten & Komplikationen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Nierenversagen ist definiert durch eine geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) von unter 15 ml/min/1,73 m². Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die Hämodialyse als zentrales Verfahren zur Entfernung von Stoffwechselabbauprodukten und überschüssiger Flüssigkeit.

Weltweit erhalten über 3,5 Millionen Menschen eine Dialysebehandlung, wobei Diabetes mellitus und Hypertonie die Hauptursachen für eine terminale Niereninsuffizienz darstellen. Die Mortalität bei Dialysepatienten wird laut Leitlinie primär durch kardiovaskuläre Ereignisse bestimmt.

Hinsichtlich des optimalen Zeitpunkts für den Dialysebeginn zeigt die IDEAL-Studie, dass ein geplanter früher Beginn keinen Überlebensvorteil gegenüber einem späten Beginn bietet. In der Praxis wird der Startpunkt häufiger durch klinische Symptome als rein durch den eGFR-Wert bestimmt.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Durchführung der Hämodialyse:

Indikationsstellung

Die Leitlinie nennt spezifische Kriterien für den Beginn einer Hämodialyse. Es wird empfohlen, die Therapie bei folgenden Indikationen einzuleiten:

  • Urämie mit Komplikationen wie Enzephalopathie, Perikarditis oder refraktärem Erbrechen

  • Toxische Ingestionen oder metabolische Entgleisungen

  • Schwere Hyperkaliämie (Kalium > 6,5 mEq/l) oder EKG-Veränderungen

  • Refraktäre Azidose (pH < 7,2) oder therapierefraktäre Volumenüberladung

Wahl der Dialysemodalität

Die Leitlinie unterscheidet primär zwischen intermittierender Hämodialyse (IHD) und kontinuierlicher Nierenersatztherapie (CRRT). Es wird folgende Differenzierung vorgenommen:

EigenschaftIntermittierende Hämodialyse (IHD)Kontinuierliche Nierenersatztherapie (CRRT)
GeschwindigkeitSchnelle UltrafiltrationLangsame, kontinuierliche Ultrafiltration
Bevorzugte IndikationSchwere VolumenüberladungHämodynamisch instabile, kritisch kranke Patienten
ToleranzKann durch schnelle Flüssigkeitsentnahme limitiert seinBessere kardiovaskuläre Stabilität

Gefäßzugang

Für eine effektive Hämodialyse wird die Anlage einer distalen arteriovenösen Fistel (AV-Fistel) als Goldstandard empfohlen.

Synthetische Grafts oder getunnelte zentralvenöse Katheter sollten laut Leitlinie erst als Alternative erwogen werden, wenn die oberflächlichen Venen erschöpft sind.

Management von Komplikationen

Die Leitlinie beschreibt intradialytische Hypotonie als häufige Komplikation, die mit einer erhöhten Mortalität assoziiert ist.

Als Gegenmaßnahmen werden die Reduktion der Ultrafiltrationsrate, die Trendelenburg-Lagerung sowie die Gabe von Sauerstoff und isotoner Kochsalzlösung empfohlen.

Bei einem Dialyse-Disequilibrium-Syndrom, das besonders bei ersten Behandlungen auftritt, wird eine langsame Reduktion der Harnstoffkonzentration angeraten.

Kontraindikationen

Die absolute Kontraindikation für eine Hämodialyse ist laut Leitlinie die Unmöglichkeit, einen Gefäßzugang zu etablieren.

Zudem werden folgende relative Kontraindikationen aufgeführt:

  • Schwierige Gefäßverhältnisse

  • Ausgeprägte Nadelphobie

  • Schwere Herzinsuffizienz

  • Ausgeprägte Koagulopathie

  • Ausdrückliche Ablehnung der Behandlung durch einen einwilligungsfähigen Patienten

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, den Beginn einer Dialyse ausschließlich von einem bestimmten eGFR-Wert abhängig zu machen. Es wird betont, dass klinische Symptome wie Urämie oder Volumenüberladung der primäre Leitfaden für den Therapiebeginn sein sollten, da ein rein prophylaktischer, früher Start keinen Überlebensvorteil bietet.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sollte der Beginn primär durch klinische Symptome wie Urämie, therapierefraktäre Volumenüberladung oder schwere Elektrolytentgleisungen gesteuert werden. Ein rein eGFR-basierter, früher Beginn bietet keinen nachgewiesenen Überlebensvorteil.

Die Anlage einer distalen arteriovenösen Fistel (AV-Fistel) gilt gemäß der Leitlinie als Goldstandard. Katheter sollten chronischen Dialysepatienten vorbehalten bleiben, deren periphere Gefäße erschöpft sind.

Es wird empfohlen, die Ultrafiltrationsrate zu reduzieren und den Patienten in die Trendelenburg-Position zu bringen. Zusätzlich rät die Leitlinie zur Verabreichung von Sauerstoff und einem Flüssigkeitsbolus mit isotoner Kochsalzlösung.

Dies ist eine neurologische Komplikation, die durch ein osmotisches Gefälle zwischen Blut und Liquor bei zu schneller Harnstoffentfernung entsteht. Die Leitlinie empfiehlt zur Prävention eine langsame Dialyse, insbesondere bei den ersten Behandlungssitzungen.

Für hämodynamisch instabile Intensivpatienten wird die kontinuierliche Nierenersatztherapie (CRRT) empfohlen. Diese Methode ermöglicht laut Leitlinie eine schonendere Flüssigkeits- und Stoffwechselkontrolle als die intermittierende Hämodialyse.

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Quelle: StatPearls: Hemodialysis (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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