StatPearls2026

Gallengangsverletzung: Klassifikation und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Iatrogene Gallengangsverletzungen (Bile Duct Injuries, BDI) treten bei etwa 0,3 bis 0,7 % der laparoskopischen Cholezystektomien auf. Die häufigste Ursache ist die Fehlidentifikation der normalen biliären Anatomie, oft bedingt durch anatomische Varianten oder lokale Entzündungen.

Risikofaktoren umfassen einen kurzen Ductus cysticus, Adipositas, vorangegangene Operationen oder eine akute Cholezystitis. Dennoch treten etwa 80 % der Verletzungen ohne Vorliegen spezifischer Risikofaktoren auf.

Nur etwa 25 bis 40 % der Verletzungen werden intraoperativ erkannt. Postoperativ manifestieren sich diese oft durch Galleleckagen, obstruktiven Ikterus, unklare abdominelle Schmerzen oder eine Sepsis.

Empfehlungen

Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernaspekte zur Evaluation und Therapie:

Intraoperatives Management

Wird eine Verletzung intraoperativ erkannt, wird empfohlen, die eigenen Ressourcen und Fähigkeiten kritisch zu prüfen. Bei fehlender Expertise sollte laut Text keine weitere Dissektion oder Konversion zur Laparotomie erfolgen.

Stattdessen wird die Einlage einer Drainage und die Verlegung in ein spezialisiertes Zentrum empfohlen. Wenn möglich, kann ein Cholangiographie-Katheter in die Verletzung eingelegt werden, um dem nachbehandelnden Team die Diagnostik zu erleichtern.

Postoperative Diagnostik

Zur postoperativen Evaluation einer vermuteten Gallengangsverletzung werden verschiedene Bildgebungsmodalitäten beschrieben:

  • Ultraschall und CT zur Identifikation von freier Flüssigkeit oder biliärer Dilatation

  • HIDA-Scan zur Unterscheidung zwischen normaler postoperativer Flüssigkeit und einem aktiven Galleleck

  • ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie) zur Lokalisation des Lecks und therapeutischen Stent-Einlage

  • MRCP zur nicht-invasiven Diagnostik und genauen Höhenbestimmung der Läsion

Klassifikationssysteme

Die Leitlinie beschreibt mehrere Systeme zur Einteilung von Gallengangsverletzungen. Die Strasberg-Bismuth-Klassifikation ist dabei maßgeblich für die Therapieplanung:

Strasberg-TypBeschreibung
Typ ALeckage aus dem Ductus cysticus oder kleinen Gängen im Leberbett
Typ BOkklusion eines aberranten rechten Ductus hepaticus
Typ CDurchtrennung eines aberranten rechten Ductus hepaticus mit Leckage
Typ DLaterale Verletzung des Gallengangs (unter 50 % der Zirkumferenz)
Typ E (E1-E5)Strikturen der Gallengänge, klassifiziert nach proximaler Ausdehnung

Therapie nach Strasberg-Klassifikation

Die Behandlung richtet sich nach dem Verletzungsmuster:

  • Typ A: Überwachung der Drainage, endoskopische Stent-Einlage oder Sphinkterotomie.

  • Typ B und C: Endoskopische Verfahren sind meist erfolglos. Es werden perkutane Drainagen, eine Hepaticojejunostomie oder in seltenen Fällen eine Leberresektion beschrieben.

  • Typ D: Primärer Verschluss mit Drainage und Stent bei kleinen Defekten ohne Devascularisation.

  • Typ E: Spannungsfreie End-zu-End-Anastomose über ein T-Drain oder bevorzugt eine Roux-en-Y-Hepaticojejunostomie.

Prävention

Zur Vermeidung von Verletzungen wird die konsequente Anwendung der "Critical View of Safety" (CVS) empfohlen. Bei unklarer Anatomie oder schwierigen Bedingungen wird zu Bailout-Verfahren wie der subtotalen Cholezystektomie geraten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut StatPearls ist die häufigste Ursache für eine Gallengangsverletzung die Fehlidentifikation des Ductus choledochus als Ductus cysticus. Es wird nachdrücklich davor gewarnt, bei unklarer Anatomie oder intraoperativ erkannter Verletzung ohne ausreichende hepatobiliäre Expertise eine Rekonstruktion oder Konversion zur Laparotomie zu versuchen. In solchen Fällen ist die Einlage einer Drainage und die sofortige Verlegung in ein spezialisiertes Zentrum die sicherste Vorgehensweise.

Häufig gestellte Fragen

Laut StatPearls liegt die Inzidenz bei etwa 0,3 bis 0,7 %. Die Rate ist damit historisch gesehen dreimal höher als bei der offenen Cholezystektomie.

Die Leitlinie beschreibt den HIDA-Scan als sehr sensitiv, um ein aktives Galleleck von normaler postoperativer Flüssigkeit zu unterscheiden. Zur genauen Lokalisation des Lecks werden MRCP oder ERCP empfohlen.

Bei einer Typ A Verletzung (Leckage aus dem Ductus cysticus) wird häufig ein konservatives Vorgehen mit Überwachung der Drainage beschrieben. Alternativ kann eine endoskopische Stent-Einlage zur Druckentlastung des biliären Systems erfolgen.

Die CVS ist eine Operationstechnik zur sicheren Identifikation der Anatomie. Sie erfordert die Freilegung des hepatozystischen Dreiecks, sodass eindeutig nur zwei Strukturen (Ductus cysticus und Arteria cystica) in die Gallenblase eintreten.

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Quelle: StatPearls: Bile Duct Injury (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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