StatPearls2026

Endovenöse Lasertherapie: Indikation und Durchführung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die StatPearls-Leitlinie beschreibt die endovenöse Laserablation als etabliertes Verfahren zur Behandlung von Varizen im Rahmen einer chronischen Venenerkrankung. Die Erkrankung ist durch eine hämodynamische Dysfunktion gekennzeichnet, die zu venösem Reflux und einer lokalen Entzündungsreaktion führt.

In der Folge kommt es zu einem Umbau der Venenwand und einer Störung der Kollagenhomöostase. Die betroffenen Venen verlieren an Elastizität und können dem hohen Blutdruck nicht mehr standhalten.

Zur Stadieneinteilung der chronischen Venenerkrankung wird laut Leitlinie die aktualisierte CEAP-Klassifikation (2020) herangezogen. Diese unterteilt sich in klinische (C), ätiologische (E), anatomische (A) und pathophysiologische (P) Kriterien.

CEAP-StadiumKlinisches Merkmal
C0Keine sicht- oder tastbaren Zeichen
C1Teleangiektasien oder retikuläre Varizen
C2 / C2rVarizen / Rezidivierende Varizen
C3Ödem
C4aPigmentierung oder Ekzem
C4bLipodermatosklerose oder Atrophie blanche
C4cCorona phlebectatica
C5Abgeheiltes Ulkus
C6 / C6rAktives Ulkus / Rezidivierendes aktives Ulkus

Empfehlungen

Diagnostik

Vor dem Eingriff wird eine präoperative Duplex-Sonographie zur Kartierung der Beinvenen empfohlen. Dabei sollen der Ort des Refluxes, der Venendurchmesser und die Durchgängigkeit beurteilt werden.

Ein Reflux von mehr als 500 Millisekunden wird als pathologisch gewertet. Die Bildgebung dient zudem dem Ausschluss von tiefen Venenthrombosen.

Indikation und konservative Therapie

Bei Personen mit einer CEAP-Klassifikation von C3 oder niedriger wird initial eine konservative Therapie mit Kompressionsstrümpfen für 3 bis 6 Monate empfohlen.

Ein Versagen der konservativen Therapie stellt die Indikation für interventionelle Maßnahmen wie die endovenöse Laserablation dar. Das Verfahren eignet sich besonders für Varizen, die von der Vena saphena magna (VSM) oder Vena saphena parva (VSP) ausgehen.

Durchführung der Laserablation

Die Leitlinie beschreibt die Durchführung unter Ultraschallkontrolle und Tumeszenzanästhesie. Die Tumeszenzlösung komprimiert die Vene, schützt das umliegende Gewebe vor Hitzeschäden und dient der lokalen Schmerzausschaltung.

Folgende technische Aspekte werden für den Eingriff hervorgehoben:

  • Platzierung der Laserspitze bis 2 cm distal der saphenofemoralen Mündung (SFJ)

  • Injektion der Tumeszenzanästhesie in die perivenöse Faszie im Abstand von 3 bis 5 cm

  • Rückzug des Lasers mit einer Geschwindigkeit von 1 bis 2 mm/s unter sonographischer Kontrolle

Komplikationen

Laut Leitlinie können verschiedene verfahrensspezifische Komplikationen auftreten. Eine endovenöse hitzeinduzierte Thrombose (EHIT) tritt in etwa 1,4 % der Fälle auf und wird in vier Schweregrade unterteilt.

Zudem wird auf das Risiko von Nervenverletzungen hingewiesen:

  • Bei Ablation der VSM kann der Nervus saphenus geschädigt werden (mediale Parästhesien)

  • Bei Ablation der VSP ist der Nervus suralis gefährdet (laterale Parästhesien am Fuß)

  • Hautverbrennungen können durch eine korrekte Tumeszenzanästhesie nahezu vollständig vermieden werden

Dosierung

Die Leitlinie macht folgende spezifische Dosierungsangabe zur Tumeszenzanästhesie:

MedikamentMaximale DosierungIndikation
Lidocain15 mg/kg KörpergewichtTumeszenzanästhesie bei endovenöser Laserablation

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende absolute und relative Kontraindikationen für die endovenöse Laserablation:

  • Akute tiefe Venenthrombose

  • Arterielle Insuffizienz

  • Akute Hautinfektion an der Eintrittsstelle

  • Obstruktion der tiefen Vene, wenn die Zielvene als Kollaterale dient

  • Schwangerschaft

Besondere Vorsicht ist bei Personen mit postthrombotischem Syndrom und venösem Reflux mit überlagerter arteriovenöser Fistel geboten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Um thermische Hautschäden und Verletzungen des Nervus saphenus oder Nervus suralis zu vermeiden, wird eine sorgfältige und ultraschallgesteuerte Applikation der Tumeszenzanästhesie empfohlen. Die Flüssigkeitsschicht fungiert dabei als essenzielle thermische Barriere zwischen der erhitzten Vene und dem umliegenden Gewebe.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist der Eingriff indiziert, wenn eine konservative Therapie mit Kompressionsstrümpfen über 3 bis 6 Monate bei einem CEAP-Stadium von C3 oder niedriger erfolglos blieb. Sie eignet sich primär für die Vena saphena magna und parva.

In der präoperativen Duplex-Sonographie wird eine Refluxzeit von mehr als 500 Millisekunden als abnormal bewertet. Dies dient als Grundlage für die Interventionsplanung.

Es wird empfohlen, die faseroptische Lasersonde mit einer Geschwindigkeit von 1 bis 2 Millimetern pro Sekunde zurückzuziehen. Dies sollte stets unter sonographischer Kontrolle im Längsschnitt erfolgen.

Bei der Behandlung der Vena saphena magna ist der Nervus saphenus gefährdet, was zu medialen Parästhesien am Unterschenkel führen kann. Bei der Vena saphena parva kann der Nervus suralis verletzt werden.

Die Leitlinie zitiert Metaanalysen, wonach die Fünf-Jahres-Rezidivrate für die Ablation der Vena saphena magna bei etwa 36,6 % liegt. Dieser Wert ist vergleichbar mit der Radiofrequenzablation und der konventionellen Chirurgie.

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Quelle: StatPearls: Varicose Vein Treatment: Endovenous Laser Therapy (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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