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Endokarditis-Prophylaxe: Indikation und Empfehlungen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die infektiöse Endokarditis ist eine seltene Erkrankung, die jedoch mit einer signifikanten Morbidität und Mortalität einhergeht. Sie kann nach einer Bakteriämie bei Personen mit prädisponierenden kardialen Läsionen auftreten.

In der Vergangenheit erhielten Risikopatienten vor zahnärztlichen und bestimmten anderen Eingriffen routinemäßig eine antibiotische Prophylaxe. Die NICE-Leitlinie CG64 hat diese Praxis jedoch grundlegend geändert und rät von einer routinemäßigen Gabe ab.

Obwohl neuere Daten einen Anstieg der Endokarditis-Fälle zeigen, bestätigte eine Überprüfung der Evidenz im Jahr 2015 die Empfehlung, auf eine routinemäßige Prophylaxe zu verzichten.

Empfehlungen

Die NICE-Leitlinie CG64 formuliert folgende Kernempfehlungen zur Endokarditis-Prophylaxe:

Risikogruppen

Laut Leitlinie gelten Personen mit bestimmten kardialen Vorerkrankungen als Patienten mit erhöhtem Risiko für eine infektiöse Endokarditis. Die folgende Einteilung wird empfohlen:

RisikogruppeEingeschlossene kardiale ErkrankungenAusnahmen (kein erhöhtes Risiko)
Erworbene HerzklappenerkrankungenMit Stenose oder InsuffizienzKeine Angabe
KardiomyopathienHypertrophe KardiomyopathieKeine Angabe
Vorherige EndokarditisZustand nach infektiöser EndokarditisKeine Angabe
Angeborene HerzfehlerStrukturelle angeborene Herzfehler (auch chirurgisch korrigiert/palliativ)Isolierter Vorhofseptumdefekt, vollständig reparierter Ventrikelseptumdefekt oder Ductus arteriosus Botalli, endothelialisierte Verschluss-Systeme
KlappenersatzAlle Formen des HerzklappenersatzesKeine Angabe

Verzicht auf routinemäßige Prophylaxe

Es wird nicht routinemäßig empfohlen, eine antibiotische Prophylaxe gegen infektiöse Endokarditis durchzuführen. Dies gilt laut Leitlinie für folgende Eingriffe:

  • Zahnärztliche Eingriffe

  • Eingriffe am oberen und unteren Gastrointestinaltrakt

  • Eingriffe am Urogenitaltrakt (inklusive urologischer, gynäkologischer und geburtshilflicher Eingriffe sowie Entbindungen)

  • Eingriffe am oberen und unteren Respirationstrakt (inklusive HNO-Eingriffe und Bronchoskopie)

Zusätzlich wird davon abgeraten, Chlorhexidin-Mundspülungen als Prophylaxe bei zahnärztlichen Eingriffen anzubieten.

Patientenaufklärung

Die Leitlinie empfiehlt, Personen mit erhöhtem Risiko klare und konsistente Informationen zur Prävention bereitzustellen. Folgende Punkte sollten besprochen werden:

  • Nutzen und Risiken der Antibiotikaprophylaxe sowie die Gründe, warum diese nicht mehr routinemäßig empfohlen wird

  • Die Wichtigkeit einer guten Mundhygiene

  • Symptome einer infektiösen Endokarditis und wann ärztlicher Rat eingeholt werden sollte

  • Risiken von invasiven Eingriffen, einschließlich nicht-medizinischer Prozeduren wie Piercings oder Tätowierungen

Management von Infektionen

Es wird empfohlen, jegliche Infektionsepisoden bei Risikopersonen umgehend zu untersuchen und zu behandeln.

Wenn eine Risikoperson aufgrund eines Eingriffs am Gastrointestinal- oder Urogenitaltrakt bei Verdacht auf eine Infektion antimikrobiell behandelt wird, sollte laut Leitlinie ein Antibiotikum gewählt werden, das Endokarditis-Erreger abdeckt.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass eine routinemäßige Antibiotikaprophylaxe vor zahnärztlichen oder anderen invasiven Eingriffen auch bei Hochrisikopatienten nicht mehr empfohlen wird. Stattdessen wird auf die immense Bedeutung einer konsequenten Mundhygiene sowie auf die Aufklärung über nicht-medizinische Risiken wie Tätowierungen und Piercings verwiesen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie zählen Personen mit erworbenen Herzklappenerkrankungen, hypertropher Kardiomyopathie, stattgehabter Endokarditis, Klappenersatz oder bestimmten strukturellen angeborenen Herzfehlern zur Risikogruppe. Isolierte Vorhofseptumdefekte oder vollständig reparierte Ventrikelseptumdefekte sind davon ausgenommen.

Die Leitlinie empfiehlt routinemäßig keine antibiotische Prophylaxe mehr für zahnärztliche Eingriffe. Auch von der Verwendung von Chlorhexidin-Mundspülungen zur Prophylaxe wird explizit abgeraten.

Auch bei Eingriffen am Gastrointestinal- oder Urogenitaltrakt wird laut Leitlinie keine routinemäßige Endokarditis-Prophylaxe empfohlen. Liegt jedoch bei dem Eingriff eine vermutete Infektion vor, sollte die ohnehin notwendige Antibiose Erreger der infektiösen Endokarditis abdecken.

Es wird empfohlen, Patienten über die Symptome einer Endokarditis, die Wichtigkeit der Mundhygiene und die Gründe für den Verzicht auf die Prophylaxe aufzuklären. Zudem warnt die Leitlinie vor den Risiken nicht-medizinischer Eingriffe wie Piercings und Tätowierungen.

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Quelle: CG64: Prophylaxis against infective endocarditis: antimicrobial prophylaxis against infective endocarditis in adults and children undergoing interventional procedures (NICE). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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